Börse Fed lässt Bankaktien fallen, Wall Street und Dax im Minus

Mit den Bankaktien fällt auch der Dax - auf den immer noch zweithöchsten Schlusskurs bis dato. Ein großer Sponsoringdeal mit Manchester United sorgt für einen historischen Einbruch der Teamviewer-Aktie.
Strenger Blick: Fed-Präsident Jerome Powell fordert wieder mehr Kapitalreserven von Amerikas Banken

Strenger Blick: Fed-Präsident Jerome Powell fordert wieder mehr Kapitalreserven von Amerikas Banken

Foto: POOL / REUTERS

Belastet von Kursverlusten der Finanzwerte gibt die Wall Street erneut nach. Die Leitindizes Dow Jones , Nasdaq  und S&P 500  fielen zur am Freitagnachmittag um bis zu 1 Prozent. Der S&P-Bankenindex verlor 3 Prozent. Die Zentralbank Federal Reserve teilte überraschend mit, eine im vergangenen Jahr zur Bekämpfung der Pandemiefolgen eingeführte Lockerung der Kapitalanforderungen für Geschäftsbanken werde zum Monatsende auslaufen.

Der Dax  sank bis zum Xetra-Schluss am Freitagabend um 1,1 Prozent auf 14.621 Punkte - immer noch der zweithöchste Schlusskurs der Geschichte, nachdem der deutsche Leitindex am Vortag mit 14.804 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte. Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen gab ebenfalls 1,1 Prozent nach.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Dax

Kursschwankungen am großen Verfallstag

Am großen Verfallstag laufen Terminkontrakte auf Indizes und einzelne Aktien aus. Börsianer verwenden den Begriff, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivatetypen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt. An solchen Tagen sind größere Schwankungen möglich, da große Marktteilnehmer wie Fonds- oder Vermögensverwalter manchmal versuchen, noch rechtzeitig die Kurse in Richtung jener Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind.

Volkswagen-Vorzugsaktie klettert weiter, Stammaktie verliert zweistellig

Nach den massiven Kursgewinnen der Volkswagen-Stammaktien  in den vergangenen Tagen machten die Anleger am Freitag Kasse. Die Papiere stürzten um gut 14 Prozent ab. Für die abgelaufene Woche bleibt auf diesem Niveau aber immer noch ein satter Gewinn von fast 22 Prozent hängen. Das ist der größte Wochengewinn seit fünfeinhalb Jahren.

Bei den zuletzt ebenfalls deutlich gestiegenen, im Dax notierten stimmrechtslosen Vorzugsaktien  des Autobauers ging es am Freitag moderater abwärts. Sie fielen um 0,7 Prozent. Daraus resultiert ein aktueller Wochengewinn von rund 19 Prozent. Marktteilnehmer hatten zuletzt immer wieder auf die starke Nachfrage der US-Anleger nach den dort handelbaren Volkswagen-Hinterlegungsscheinen (ADR) hingewiesen - sie werden mit Stammaktien besichert.

Die Volkswagen-Tochter Porsche nährte mit ihrer Bilanzvorstellung am Freitag die Fantasie für einen separaten Auftritt an der Börse. Das manager magazin hatte zuvor berichtet , dass Volkswagen erwägt, auf diesem Weg Geld für seine Elektrooffensive locker zu machen. Diese schreitet derweil mit dem Auslieferungsbeginn des Kompakt-SUV VW ID.4 voran. In Börsenforen und Bankanalysen wird Volkswagen als Tesla-Rivale gelobt.

Teamviewer sponsert Manchester United - Aktie fällt zweistellig

Mit einem Abschlag von 12,4 Prozent reagierten die Papiere des Softwareanbieters Teamviewer  auf die Ankündigung eines Trikotsponsorings von Manchester United. Weil die Marketingausgaben dafür hoch sind, musste Teamviewer das Gewinnziel für 2021 reduzieren. Das verstimmte die Anleger.

Teamviewer

Deutsche Bank, Covestro und MTU unter Druck

Aktien der Deutschen Bank  verloren 3,8 Prozent. Eine verhaltene Studie der Schweizer Bank UBS ließ die Aktien des Kunststoffkonzerns Covestro  um 5,6 Prozent absacken. Schwächer waren im Dax nur noch die Titel des Triebwerkbauers MTU  mit minus 5,7 Prozent.

Euro wieder über 1,19 Dollar

Der Euro eroberte zuletzt wieder mit 1,1908 US-Dollar die 1,19er-Marke zurück. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,33 Prozent am Vortag auf minus 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 144,96 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 171,16 Punkte.

USD/EUR

Ölpreise erholen sich von starkem Einbruch

Die Ölpreise haben sich am Freitag nach dem drastischen Einbruch vom Vortag etwas erholt. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete am späten Nachmittag 64,11 US-Dollar. Das waren 81 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass amerikanisches Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 87 Cent auf 60,86 Dollar.

Brent

Händler sprachen von einer leichten Gegenbewegung nach den starken Kursverlusten am Vortag. Am Donnerstag waren die Ölpreise noch zeitweise um fast 10 Prozent eingebrochen.

ak, la/dpa-afx, Reuters
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