Kursrutsch an der Börse Dax, Dow und Nasdaq knicken ein

Der Dax fällt deutlich zurück. Auch Dow Jones und Nasdaq knicken ein. Bitcoin stürzt zeitweise unter die Marke von 30.000 US-Dollar. Anleger zeigen sich enttäuscht, dass die Fed die Geldschleusen nicht noch weiter öffnet.
Im Zeichen der Pandemie: Die Corona-Krise ist an der Börse weiter ein beherrschendes Thema

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Foto: SPENCER PLATT/ AFP

Der deutsche Leitindex Dax  hat seinen Erholungsversuch abgebrochen und ist am Mittwoch wieder unter die Marke von 13.500 Punkten gestürzt. Kurz vor Handelsschluss in den USA notierte der Dax 2,7 Prozent schwächer bei 13.511 Punkten. In New York gab der Dow Jones derweil um 2,1 Prozent nach, der Tech-Index Nasdaq 100 baute im späten Handel seine Verluste auf knapp 3 Prozent aus. In den USA zeigten sich Anleger enttäuscht, dass die US-Notenbank Federal Reserve den Geldhahn nicht noch weiter aufgedreht hat.

Dax

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50   gab ebenfalls deutlich nach. Trotz überwiegend guter Geschäftszahlen der Techriesen aus den USA belasten weiterhin die schleppende Impfkampagne in Europa und eine mögliche Verlängerung des Lockdowns. Insgesamt bleibt die Nervosität hoch: Am Abend steht der Zinsentscheid der US-Notenbank auf der Agenda. Experten gehen davon aus, dass die Währungshüter ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs bestätigen. Der MDax der mittelgroßen Werte drehte im Handelsverlauf ebenfalls ins Minus und schloss bei 31.341,5 Punkten 0,7 Prozent leichter.

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Bitcoin stürzt unter Marke von 30.000 US-Dollar - und erholt sich

Auch die Kryptowährung Bitcoin  gab am Mittwoch wieder deutlich nach und stürzte unter die runde Marke von 30.000 US-Dollar. Am Dienstag hatte Bitcoin zeitweise noch bei 33.000 US-Dollar notiert. Die Schwankungen der Cyberdevise haben nochmals zugenommen, seit US-Finanzministerin Janet Yellen mit einer Forderung der schärferen Regulierung der Kryptowährungen Bitcoin in der vergangenen Woche stark unter Druck gesetzt hat. Zuletzt setzte bei Bitcoin jedoch eine leichte Erholung ein.

Bitcoin

US-Börsen: Dow und Nasdaq deutlich nach

Aus Enttäuschung über mangelnde Impulse von Seiten der US-Notenbank (Fed) ist die Wall Street am Mittwoch auf Talfahrt gegangen. Börsianer verwiesen auch auf zuletzt gestiegenen Sorgen, dass Aktien nach der jüngsten Rekordrally allgemein inzwischen zu hoch bewertet seien. Die wichtigsten US-Börsenindizes sackten damit zwischen 2,1 und 2,8 Prozent ab.

Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 2,05 Prozent auf 30 303,17 Punkte. Der marktbreite S&P 500 brach um 2,57 Prozent auf 3750,77 Punkte ein. Beide Standardwerte-Indizes liegen damit seit Jahresanfang gerechnet wieder im Minus. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 2,80 Prozent auf 13 112,65 Punkte nach unten. Dessen bisherige Jahresbilanz weist noch ein Plus von knapp 2 Prozent aus.

Die Fed hatte nach ihrer ersten Sitzung des laufenden Jahres mitgeteilt, den Leitzins zwischen 0 bis 0,25 Prozent zu belassen. Börsianer zeigten sich enttäuscht, dass Notenbankchef Jerome Powell keine neuen Hilfen für die Wirtschaft versprochen hat.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners schrieb zudem, dass die Fed eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung sehe. Dies sei zwar per se schlecht für den Aktienmarkt, sollte aber nicht wirklich überraschen. Schließlich hätten die wirtschaftlichen Indikatoren zuletzt wieder mehr nach unten gezeigt.

Nasdaq

Anderswo im zuletzt heiß gelaufenen Tech-Sektor nahmen Anleger Gewinne mit. Wie es hieß, setzten sie am Mittwoch eher auf zuletzt unterdurchschnittliche Werte. Die Chipkonzerne AMD und Texas Instruments hatten zwar optimistische Ausblicke abgegeben, für die Aktien ging es aber um 3,9 respektive 2,5 Prozent bergab.

Die größten Schlagzeilen macht aber weiter die Achterbahn-Aktie des in Schieflage befindlichen Computerspiel-Händlers Gamestop, die seit Tagen dem Kräftemessen zwischen Short-Spekulanten und ihren Gegnern ausgesetzt ist. Letztere sollen sich zuletzt in Internet-Foren mobilisiert haben, am Mittwoch sitzen sie weiter am längeren Hebel. Unter den Short-Sellern als "Opfern" fällt zuletzt vor allem der Name des Hedgefonds Melvin Capital. Laut Aussagen eines Managers gegenüber dem Fernsehsender CNBC hat dieser seine Short-Positionen in Gamestop inzwischen komplett geschlossen. Der sprunghafte Anstieg der Papiere ist aber vorerst noch nicht zu Ende: Vorbörslich steuerten die vor zwei Wochen noch zu 20 Dollar gehandelten Papiere zeitweise die 250 Dollar-Marke an, zuletzt gab es einen weiteren Kurssprung um fast 60 Prozent.

Verbraucherstimmung wegen Lockdown eingebrochen

Der Lockdown bremst die deutsche Wirtschaft nach Ansicht des DIW-Instituts derzeit kräftig. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im ersten Quartal um drei Prozent sinken, nach einer Stagnation Ende 2020, teilten die Berliner Forscher mit. Auch die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist angesichts des verlängerten Lockdowns und der Sorge um den Job eingebrochen. Die Nürnberger GfK-Marktforscher prognostizieren in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konsumklima-Barometer für Februar einen Rückgang um 8,1 auf minus 15,6 Punkte. Schlechter war die Stimmung zuletzt im vergangenen Juni.

Tech-Werte unter Druck

Verluste fuhren insbesondere Werte aus dem Technologie- sowie dem Bergbausektor ein. Der Technologie-Index gab 1,6 Prozent nach. Größter Verlierer im Dax war mit einem Kursminus von mehr als sechs Prozent Delivery Hero. Der Grund seien vor allem Gewinnmitnahmen, sagte ein Händler. Mit Spannung warteten Investoren auf die Quartalsergebnisse von US-Tech-Riesen wie Facebook und Apple.

Auch die erhöhte Beteiligung von Kleinanlegern am Aktienmarkt, die sich in Internetforen abstimmen und professionellen Leerverkäufern zusetzen, war erneut Thema. Die Aktien des US-Videospielhändlers GameStop stiegen im vorbörslichen Handel um 130 Prozent. Amateur-Investoren stürzten sich weiter in die Aktie, die in den letzten zwei Wochen um fast 700 Prozent in die Höhe geschossen ist.

Varta-Aktie steigt weiter: Muss Shortseller Melvin Capital klein beigeben?

Spekulationen über eine dadurch ausgelöste Schieflage des Shortsellers Melvin Capital trieben die Aktien von Evotec und Varta weiter an. Aktienhändlern zufolge standen dahinter Deckungskäufe von Melvin. Shortseller spekulieren auf den Verfall einer Aktie und müssen teuer zukaufen, wenn die Wette nicht aufgeht.

Siemens Healthineers nach Zahlen auf Rekordhoch

Mit über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnissen konnte die Medizintechnik-Tochter von Siemens punkten. Die Aktien von Siemens Healthineers legten in der Spitze 3,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 46,15 Euro zu. Die Software AG-Aktie zog trotz eines Umsatz- und Ergebnisrückgangs im vierten Quartal rund zehn Prozent an. Investoren hofften auf gute Geschäftsaussichten durch vorgezogene Investitionen.

Dollar steigt, Goldpreis fällt

Der anziehende Dollar setzte die "Antikrisen-Währung" Gold unter Druck. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 1842 Dollar je Feinunze. "Um den Goldpreis in Richtung des oberen Endes der engen Spanne zu treiben, wird die Fed einen ziemlich gemäßigten Ton anschlagen müssen, was die 10-jährigen US-Renditen wieder unter ein Prozent drücken wird - das wird dem Gold helfen", sagte ein Händler.

Unicredit-Aktionäre setzen auf Andrea Orcel

In Mailand gewannen die Aktien von Unicredit  5 Prozent. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen Insider, die Großbank habe sich für Andrea Orcel (57) als Nachfolger des scheidenden Chefs Jean-Pierre Mustier entschieden. Orcel ist wie Mustier, der sich gegen den Wunsch der italienischen Politik zur Übernahme der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena wehrte, ein langjähriger Investmentbanker. Vor zwei Jahren verließ Orcel die Schweizer UBS, um Chef der spanischen Großbank Santander zu werden. Das Engagement platzte jedoch im offenen Streit um Orcels Gehaltsforderungen, der vor Gericht landete.

Euro gegenüber Dollar kaum verändert

Der Euro kostete zuletzt 1,2146 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2143 Dollar festgesetzt.

EUR/USD

Ölpreise leicht im Plus

Die Ölpreise sind am Mittwoch leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 56,30 US-Dollar. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete auf 52,92 Dollar.

Brent

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mit Nachrichtenagenturen
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