Börse Dax rutscht kurz auf neues Jahrestief ab

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In einer zunehmend steilen Talfahrt ist der Dax  am späteren Mittwochnachmittag (Stand 17:10 Uhr) unter sein bisheriges Jahrestief gesackt. Nachdem der Leitindex bis auf 11.712,27 Punkte fiel, stabilisierte er sich etwas und gab zuletzt noch 2,12 Prozent auf 11.723,21 Zähler nach. Sein altes Jahrestief hatte Ende März bei 11.726,62 Punkten gelegen.

Zu den Sorgen um die expansiven italienischen Haushaltspläne kam am Nachmittag zunehmend Druck aus den USA. Die bereits mit Verlusten gestarteten Börsen weiteten ihr Minus spürbar aus: Allen voran gaben die technologielastigen Nasdaq-Indizes um etwas mehr als 2 Prozent nach. Der Wall-Street-Index Dow Jones  büßte zuletzt 1,4 Prozent ein.

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Börsianer verwiesen auch auf die Warnung des Internationalen Währungsfonds vor möglichen Finanzmarkt-Turbulenzen. Eine weitere Eskalation im Handelskonflikt könne "das Vertrauen der Anleger untergraben und auch das Wirtschaftswachstum schädigen", heißt es im IWF-Finanzstabilitätsbericht.

Einen Hoffnungsschimmer boten die Verhandlungen über das künftige Verhältnis Großbritanniens zur EU nach dem Austritt aus der Gemeinschaft im nächsten Jahr. Diplomaten zufolge ist Bewegung in die Verhandlungen gekommen. Das stützte das Pfund Sterling, das auf 1,3184 Dollar anzog.

Im Fokus blieb auch die Lage in Rom. Wirtschaftsminister Giovanni Tria versprach, die Regierung werde alles tun, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Daraufhin griffen die Anleger bei Anleihen und Aktien zu.

Dicke Luft bei Autoherstellern - Telekomwerte gefragt

Zu den größten Dax-Verlierern zählten die Autobauer, auf die höhere Kosten zur Abgasreduzierung zukommen dürften. Die EU-Staaten einigten sich gegen den anfänglichen Widerstand Deutschlands auf eine deutliche Verschärfung der Kohlendioxid (CO2)-Grenzwerte für neue Autos. Die Aktien von BMW (Kurswerte anzeigen) und Daimler (Kurswerte anzeigen) fielen bis zum späten Nachmittag (Stand 17:20 Uhr) um je 1,4 Prozent, Volkswagen-Papiere (Kurswerte anzeigen) gaben um 2,5 Prozent nach.

Auch einige Zulieferer gerieten unter die Räder. Im Dax lag Infineon (Kurswerte anzeigen) zuletzt bei einem Abschlag von etwas mehr als 4 Prozent. Meldungen über Kurzarbeit in einem Werk des schweizerischen Chip-Zulieferers VAT Group belasteten die gesamte europäische Halbleiterbranche.

Im MDax  verloren die Papiere des Scheinwerfer-Herstellers Hella bis zum späten Nachmittag 8 Prozent. Ein negativer Analystenkommentar sorgte zusätzlich für Verkäufe.

Nach oben ging es dagegen mit Telekomwerten: Die Deutsche Telekom  führte mit einem Plus von fast vier Prozent die Dax- und die EuroStoxx-Gewinnerliste an. Auch die Papiere von Konkurrenten wie der britischen Vodafone (Kurswerte anzeigen) oder der französischen Orange (Kurswerte anzeigen) legten über zwei Prozent zu. Angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren steckten Anleger offenbar verstärkt Geld in Unternehmen, deren Geschäft relativ konjunkturunabhängig sei, sagte ein Börsianer.

Euro und Ölpreise halten Niveau

Der Eurokurs  hat am Mittwoch etwas zugelegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1526 US-Dollar. Am Vormittag war er noch bis auf 1,1480 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1500 (Dienstag: 1,1435) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8696 (0,8745) Euro.

Der Eurokurs profitierte etwas von der Beruhigung am italienischen Anleihemarkt. Nach wie vor bleiben aber die Querelen um die Haushaltspläne der italienischen Regierung ein bestimmendes Thema am Devisenmarkt.

Die Ölpreise haben am Mittwoch frühe Verluste wettgemacht. Im Mittagshandel hielten sich die Notierungen kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Dezember kostete zuletzt unverändert zum Vortag 85,00 US-Dollar. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg um zwei Cent auf 74,98 Dollar.

cr/dpa-afx/rtr