Börse Tesla-Rallye macht Elon Musk zum hundertfachen Milliardär

Europas Börsen haben am Freitag etwas nachgegeben, belastet vom starken Euro. US-Techaktien hingegen steigen ungebremst. Tesla-Großaktionär Elon Musk braucht jetzt zwölf Ziffern für seinen Kontostand.
Kann es selbst kaum glauben: Tesla-Chef Elon Musk

Kann es selbst kaum glauben: Tesla-Chef Elon Musk

Foto: REUTERS / Mike Blake

Europas wichtigste Börsen haben am Freitag an ihre Verluste vom Vortag angeknüpft. Jeweils um 0,5 Prozent sanken bis zum Börsenschluss der Dax  auf 13.033,20 Punkte, der MDax  auf 27.527,34 Punkte und der EuroStoxx 50 , der sich bei 3315,54 Punkten ins Wochenende verabschiedete.

Als Belastung für die hiesigen Börsen - in den USA standen Gewinne auf der Kurstafel - galt am Freitag der starke Euro , der die Exporte europäischer Konzerne tendenziell verteuern kann. Der Euro sprang über 1,19 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1915 Dollar fest. Die umgekehrte Schwäche des US-Dollars wurde am Devisenmarkt als Folge des am Vortag von der US-Notenbank Fed beschlossenen geldpolitischen Strategiewechsels angesehen. Diese sieht ihr Inflationsziel künftig als Durchschnittsziel an. Am Markt galt dies als Indiz für noch länger niedrige Zinsen in den USA.

Tesla-Aktie erstmals über 2300 Dollar

Am stärksten waren an der Wall Street erneut Technologieaktien, der Nasdaq 100  notierte am Abend mit plus 0,6 Prozent bei 11.692 Punkten. Der Dow Jones  gewann 0,3 Prozent auf 28.584 Zähler, der marktbreite S&P 500  ebenfalls 0,3 Prozent auf 3494 Punkte - wiederum angeführt von Technologiewerten.

Die Aktien des Elektroautoherstellers Tesla  stiegen im frühen Handel um bis zu 3,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 2318,49 Dollar. Im Echtzeitranking des Magazins "Forbes" schob sich das Vermögen von Konzernchef Elon Musk (49) erstmals über 100 Milliarden Dollar. Musk, der 21 Prozent der Tesla-Aktien besitzt, gilt seit der jüngsten Rallye als viertreichster Mann der Erde.

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Tesla-Rallye macht Elon Musk zum viertreichsten Mann der Welt

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Ganz oben im Dax standen mit einem Plus von 1,6 Prozent die Papiere des Rückversicherers Munich Re . In der Schweiz waren Swiss Re und Zurich ebenfalls gesucht, nachdem Hurrikan Laura im Bundesstaat Louisiana nicht so stark wütete wie befürchtet.

Bayer-Aktie unter Druck, Post ex Dividende

Um 2,7 Prozent abwärts ging es für die Bayer-Aktien . Ein US-Richter bemängelte Fortschritte bei dem milliardenschweren Glyphosat-Vergleich. Der Druck auf Bayer steige, das Verfahren endlich zu einem Ende zu bringen, hieß es dazu von Analysten. Damit gehörten die Papiere des Agrochemie- und Pharmakonzerns zu den schwächsten Dax-Werten neben Fresenius Medical Care  und der Deutschen Post . Für diese gab es dafür eine einfache, in der Corona-Krise aber ungewöhnliche Erklärung: Am Vortag hatten die Aktionäre ihre Dividende bekommen, die Papiere wurden am Freitag mit dem üblichen Abschlag gehandelt.

Schnelltest von Abbott lässt Stratec-Aktie fallen

Nach einem Verkaufsvotum von Warburg Research weiteten die Aktien von Stratec  ihre Vortagesverluste massiv aus. Mit einem Minus von fast 17 Prozent waren sie klares Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax. Der vom US-Konzern Abbott Laboratories  entwickelte billige Covid-19-Schnelltest, der kurz vor der Zulassung steht, sei eine große Bedrohung für Hersteller von Labortechnik für klassische Tests, argumentierte Warburg-Analyst Michael Heider.

Nikkei mit Verlusten - Premier Abe tritt zurück

In Tokio hatte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  nach einem Bericht über den bevorstehenden Rücktritt des Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Morgen 1,4 Prozent verloren. Abe wolle wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustands sein Amt aufgeben, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender NHK. Kurz darauf reichte der Regierungschef tatsächlich sein Rücktrittsgesuch ein.

ak/la/mg/dpa-afx/Reuters
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