Neusortierung im September Hellofresh bangt um Platz im Dax

Im September wird die Deutsche Börse erneut die Zusammensetzung ihrer Indizes überprüfen. Dem Kochboxenversender Hellofresh droht der Abstieg aus dem Dax, drei Aufstiegskandidaten liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Knappes Rennen: Nur wenn Hellofresh wirklich absteigt, kann einer der möglichen Kandidaten in den Dax aufsteigen

Knappes Rennen: Nur wenn Hellofresh wirklich absteigt, kann einer der möglichen Kandidaten in den Dax aufsteigen

Foto: Daniel Naupold/ DPA

Es dürfte spannend werden, wenn die Deutsche Börse am 5. September die Auf- und Absteiger im Dax bekannt geben wird. Denn: Viele der potenziellen Aufstiegskandidaten in die erste Börsenliga sind in etwa gleich stark.

Zuvorderst rangelt hier aktuell laut dem Investmenthaus Stifel der Rüstungskonzern und Automobilzulieferer Rheinmetall mit dem im März in den MDax abgestiegenen Energiekonzern Siemens Energy um einen Platz in der ersten deutschen Börsenliga. Außerdem hegt das einstige, langjährige Dax-Mitglied Commerzbank berechtigte Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme in den begehrtesten deutschen Index.

Delivery Hero dagegen hat im September keine Möglichkeit, in den Dax zurückzukommen. Der Lieferdienst erfüllt das bei der Dax-Reform im vergangenen September eingeführte Profitabilitätskriterium nicht, das zwei Jahre in Folge ein positives operatives Ergebnis (Ebitda) verlangt. Allein bezogen auf die Marktkapitalisierung hätte das Unternehmen wieder eine Chance, aufzusteigen.

Rheinmetall, Siemens Energy oder Commerzbank?

Über den Auf- und Abstieg von Unternehmen aus dem deutschen Börsenbarometer entscheidet vor allem der Börsenwert. Den misst die Deutsche Börse am Anteil der frei handelbaren Aktien der einzelnen Unternehmen. Berücksichtigt wird dafür der volumengewichtete Durchschnittskurs in den letzten 20 Handelstagen vor der Überprüfung der Indizes.

Anhand der für den nächsten Stichtag relevanten Daten liegen laut Stifel Rheinmetall, Siemens Energy und die Commerzbank aktuell fast gleichauf mit 7,525 Milliarden bis 7,442 Milliarden Euro. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den kommenden zwei Wochen ist damit sicher.

Doch ihr guter Platz von Rang 35 bis Rang 37 nützt den drei Kandidaten nichts, sollte es keinen Absteiger aus dem Dax geben. Aktuell ist nur der Kochboxenlieferant Hellofresh gefährdet. Falls es ihm jedoch gelingt, seinen aktuellen Platz 48 bis zum Stichtag, 31. August, auf Platz 47 zu verbessern, dann haben alle drei das Nachsehen. Denn erst ab Rang 48 steigen die betreffenden Unternehmen ab, da es andernfalls zu viele Wechsel gäbe.

Die Ergebnisse der Überprüfung wird der Börsenbetreiber und Index-Anbieter am Montag, 5. September, nach dem Handelsschluss mitteilen. In Kraft treten die Änderungen dann zum Montag, 19. September. Wichtig sind Indexänderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden (physisch replizierende ETF). Dort muss entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

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