Index-Neuordnung Beiersdorf wird Delivery Hero im Dax wohl ersetzen

Beiersdorf wird sehr wahrscheinlich Delivery Hero im Dax ersetzen. Finanzchefin Astrid Hermann erlebt damit bereits den zweiten Aufstieg des Konzerns in die erste Börsenliga in kürzester Zeit. Und noch ein Aufstiegskandidat zeichnet sich ab.
Finanzchefin Astrid Hermann dürfte sich ebenfalls über das Beiersdorf-Comeback in der ersten Börsenliga freuen. Die Managerin gehört dem Konzern-Vorstand seit Januar 2021 an.

Finanzchefin Astrid Hermann dürfte sich ebenfalls über das Beiersdorf-Comeback in der ersten Börsenliga freuen. Die Managerin gehört dem Konzern-Vorstand seit Januar 2021 an.

Foto: Beiersdorf

Die Deutsche Börse wird voraussichtlich das Comeback von Beiersdorf im Dax verkünden, nachdem sie am Freitag die Zusammensetzung ihrer Indizes überprüft hat. Beiersdorf war im Oktober vergangenen Jahres in den Dax aufgestiegen, musste dann aber im März dieses Jahres dem LkW-Bauer Daimler Truck weichen. Nun kehrt der "Nivea"- und Kosmetik-Hersteller mit größter Wahrscheinlichkeit wieder in die erste deutsche Börsenliga zurück.

Für ihre Index-Überprüfung erstellt die Deutsche Börse eine Rangliste gemäß der Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Basis hierfür ist der jeweils letzte handelsgewichtete Durchschnittskurs des Monats.

Delivery Hero war erst Mitte 2020 in den Dax aufgestiegen und hatte dort den in einen Bilanzskandal verwickelten Zahlungsdienstleister Wirecard ersetzt. Zuletzt war das Papier des Essenslieferanten an der Börse jedoch kräftig unter Druck geraten. Im Februar brach die Aktie um mehr als 30 Prozent ein, als Anlegern aufstieß, dass die Verluste höher ausfielen als erwartet und das Unternehmen beim Blick nach vorn vorsichtig war.

Allein seit Jahresbeginn hat Delivery Hero 57,3 Prozent an Wert verloren. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie zwischenzeitlich noch mehr als 145 Euro gekostet. Das durchschnittliche Kursziel der Delivery Hero-Aktie wird bei 92,00 EUR angegeben. Aktuell wird die Aktie bei rund 33 Euro notiert.

Delivery Hero schreibt weiter rote Zahlen

Wegen umfangreicher Investitionen, unter anderem in den teuren Ausbau des Geschäfts mit Lieferungen von Supermarktartikeln und die Übernahme des spanischen Konkurrenten Glovo in Spanien, schreibt Delivery Hero bisher tiefrote Zahlen. Allein 2020 fiel ein bereinigter Betriebsverlust von 568 Millionen Euro an. Zur Finanzierung hat Delivery Hero Wandelanleihen begeben, deren Tranchen nun nach und nach fällig werden und mit Hilfe der im April bekannt gewordener Kredite bedient werden sollen. Laut Analysten dürfte Delivery Hero aber auch im Jahr 2023 einen Verlust einfahren.

Weichen muss wohl neben dem Essenslieferant Delivery Hero auch der Bauindustrie-Zulieferer HeidelbergCement. Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall wird hingegen vermutlich in die erste deutsche Börsenliga aufsteigen.

mje/Reuters/dpa-afxp