Börse Anleger senken Daumen über Deutscher Bank

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Dem Dax (Kurswerte anzeigen) fehlt nach der jüngsten Rally frischer Schwung. Der deutsche Aktienindex pendelte in einer engen Spanne um seinen Schlusskurs vom Dienstag und notierte am Mittwoch zum Handelsschluss leicht höher bei 12.522 Punkten - das entsprach einem Plus von 0,3 Prozent. Der nahende Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) hielt die Anleger von größeren Engagements ab, hieß es in Frankfurt zur Begründung. Experten gehen davon aus, dass die EZB am Donnerstag eine Senkung des Zinses für Einlagen bei der Notenbank von minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 bekanntgeben oder zumindest in Aussicht stellen wird. Einige rechnen sogar mit einer Wiederaufnahme der Anleihekäufe.

Der Index für mittelgroße Werte MDax (Kurswerte anzeigen) stieg um 0,2 Prozent auf 26.194 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit September 2018 geklettert war. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  hingegen gab zuletzt leicht nach.

Eine schwächere Nachfrage der wichtigen Autobranche und der harte Wettbewerb setzen dem Kunststoffspezialisten Covestro  zu. Allerdings brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nicht so stark ein wie befürchtet, der Jahresausblick wurde bestätigt. Damit gewannen die Aktien an der Dax-Spitze zuletzt gut 3 Prozent.

Hinter Covestro schoben sich die Anteilsscheine von Daimler mit einem Plus von rund 2,8 Prozent auf den zweiten Platz im Dax. Der Stuttgarter Autobauer hatte endgültige Geschäftszahlen für das zweite Quartal präsentiert. Der freie Barmittelfluss sei zwar negativ und die Margen bei Mercedes-Benz schwach, aber das zweite Halbjahr werde womöglich besser, schrieb der Experte Marc-Rene Tonn vom Analysehaus Warburg Research.


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Der Radikalumbau samt Streichung tausender Jobs hat die Deutsche Bank im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen als gedacht. Der Banken-Analyst Kian Abouhossein von der US-Investmentbank JPMorgan erkannte zwar trotz der Verluste erste Fortschritte bei der Sanierung des größten deutschen Geldhauses. Allerdings befinde sich der Umbau noch in einem frühen Stadium. Die Papiere büßten zuletzt als klares Schlusslicht im Dax noch rund 3 Prozent ein. Zwischenzeitlich hatte das Minus fast 6 Prozent betragen.

Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS  verdiente deutlich mehr. Zudem will das Unternehmen sein mittelfristiges Sparziel bereits in diesem Jahr erfüllen. Die DWS-Aktien zogen um gut 2 Prozent an.

Für die im MDax gelisteten Anteilsscheine von Hugo Boss  ging es um knapp 2 Prozent nach unten. Der Großaktionär Xinglee habe sich zu rund 56 Euro von 1,8 Millionen Aktien des Modekonzerns getrennt, sagte ein Börsianer.

An der Spitze des Nebenwerteindex SDax (Kurswerte anzeigen) schließlich blieben die Aktien von Eckert+Ziegler (Kurswerte anzeigen) klar auf Kurs in Richtung des Rekordhochs bei 142,52 Euro aus dem Jahr 2000 und zogen um gut 7 Prozent an. Tags zuvor hatte ein höheres Gewinnziel für das Gesamtjahr für einen Chartausbruch bei den Papieren des Medizin- und Strahlentechnik-Unternehmens gesorgt.

Euro gibt weiter nach

Der Euro  hat am Mittwoch an die Kursverluste vom Vortag angeknüpft. Am Morgen ging es aber nur noch vergleichsweise leicht nach unten. Die Gemeinschaftswährung wurde bei 1,1144 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1173 Dollar festgesetzt.

Seit Beginn der Woche ist der Euro um mehr als einen halben US-Cent gefallen. Marktbeobachter erklärten die Kursbewegung mit einer Dollar-Stärke nach einer Einigung auf eine Schuldenobergrenze in den USA, die den Euro im Gegenzug unter Druck gesetzt hat. Bevor sich der Fokus der Anleger am Devisenmarkt auf die Zinssitzung der EZB am Donnerstag richtet, könnten noch Konjunkturdaten aus der Eurozone für neue Impulse sorgen.

Auf dem Programm steht unter anderem die erste Schätzung zur Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone im Juli und damit Daten, die am Markt in der Regel stark beachtet werden. Außerdem werden Kennzahlen zur Kreditvergabe im Währungsraum und zum französischen Geschäftsklima erwartet.

cr/rtr/dpa-afx