Samstag, 24. August 2019

Börse Dax bleibt dank Notenbank-Geld im Vorwärtsgang

Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt (Archivaufnahme)

Der Dax hat sich zum Wochenausklang wieder etwas erholt. Der deutsche Leitindex legte zuletzt rund 0,4 auf gut etwa mehr als 12.400 Punkte zu, nachdem er am Donnerstag noch deutlich ins Minus gerutscht war. In der zu Ende gehenden Börsenwoche zeichnet sich aber für den Dax Börsen-Chart zeigen immerhin noch ein Plus von gut einem Prozent ab. Der MDax Börsen-Chart zeigen rückte am Freitag bis zum frühen Nachmittag um 0,30 Prozent auf 26.176,46 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte ebenfalls moderat im Plus.

Am Donnerstag hatte der Dax 1,3 Prozent eingebüßt. Anleger hatten die Kurse zuvor in der Hoffnung auf klare Aussagen von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, zu Konjunktur und Geldpolitik stark nach oben getrieben. Draghi lieferte zwar, aber offenbar nicht ganz wie erwartet, daher gerieten die Kurse am Donnerstag unter Druck.

Aufwärts ging es am Freitag auch an der US-Börse. Überraschend gute Zahlen vor allem aus der Technologiebranche hoben im New Yorker Frühhandel die Stimmung. Nur der Dow Jones Börsen-Chart zeigen mit seinen Standardwerten konnte davon nicht profitieren, er pendelte um seinen Vortagesstand bei 27.133,1 Punkten. Im Wochenvergleich würde ihm dies einen hauchdünnen Abschlag einbrocken.

Hierzulande waren die Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von bis zu 1,5 Prozent im Tagesverlauf der größte Gewinner im Dax. Ein US-Gericht senkte die Schadenersatzzahlung in einem Prozess um den Unkraut-Vernichter Glyphosat auf 86,7 Millionen von zwei Milliarden Dollar. Dies sei aber keine Überraschung, sagte ein Aktienhändler.


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Gefragt waren auch die Titel von Cancom Börsen-Chart zeigen, die bis zu 7,5 Prozent zulegten und mit 51,65 Euro so teuer waren wie zuletzt vor etwa einem Jahr. Die IT-Firma steigerte den Quartalsumsatz den Angaben zufolge um gut 40 Prozent auf 421,8 Millionen Euro. Der bereinigte operative Gewinn wuchs um fast 24 Prozent auf 31,3 Millionen Euro.

Für die Anteilsscheine des Branchenkollegen BASF Börsen-Chart zeigen jedoch ging es am Dax-Ende um bis zu 1,6 Prozent nach unten. Am Donnerstag hatte bereits ein unverändert pessimistischer Ausblick des Chemiekonzerns am Markt die Sorgen um das künftige Wachstum nochmals befeuert. Erschwerend hinzu kam am Freitag laut Börsianern der fortgesetzte Rückgang der Pegelstände des Rheins in Folge der andauernden Hitzewelle. Am Pegel Mannheim ist der Wasserstand seit dem vergangenen Wochenende kontinuierlich zurückgegangen. Im vergangenen Sommer musste BASF Teile der Produktion am Standort Ludwigshafen wegen Niedrigwasser drosseln.

Ölreserven der USA gehen überraschend stark zurück - Preis steigt

Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen. Im Vormittagshandel bauten sie ihre leichten Gewinne aus dem frühen Handel weiter aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 63,84 US-Dollar. Das waren 45 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 43 Cent auf 56,45 Dollar.

Auch auf Wochensicht ging es nach dem kräftigen Rücksetzer in der Vorwoche mit den Ölpreisen leicht nach oben. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern hat vor allem ein unerwartet starker Rückgang der Ölreserven in den USA gestützt. Außerdem bleibt die angespannte Lage in der ölreichen Region am Persischen Golf mit einem Konflikt zwischen dem Iran und den USA ein bestimmendes Thema am Ölmarkt.

Zuletzt hatte sich der US-Außenminister Mike Pompeo nach eigenen Angaben bereit erklärt, den Iran zu besuchen und dort die Politik Washingtons gegenüber der Islamischen Republik zu erläutern.

Eurokurs stabilisiert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Freitag nachgegeben. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1131 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1115 Dollar festgesetzt.

Nach dem Zinsentscheid der EZB am Vortag hatte sich der Eurokurs am Freitagmorgen zunächst stabilisiert. Die Notenbank veränderte zwar nicht ihre Leitzinsen, EZB-Präsident Mario Draghi bestärkte aber aufgrund der Unsicherheiten durch Handelskonflikte und den Brexit seine Bereitschaft zur Lockerung der Geldpolitik. Die Gefahr einer Rezession hält Draghi jedoch für relativ niedrig. Zuvor war der Kurs des Euro am Donnerstag zeitweise bis auf 1,1102 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2017.

Am Nachmittag könnten Konjunkturindikatoren aus den USA für etwas Bewegung sorgen. Es wird die erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal erwartet. Analysten gehen davon aus, dass sich das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt in den Monaten April bis Juni deutlich abgeschwächt hat.In der kommenden Woche steht dann die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an. Am Markt wird fest mit einer Zinssenkung gerechnet.

luk / wed / rtr / dpa

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