Sonntag, 25. August 2019

Börse Deutsche Bank und Lufthansa gefragt

Bayer-Kreuz im Leverkusener Chemiepark: Bayer-Aktien legten nach einem US-Urteil in Sachen Glyphosat zu
Thilo Schmuelgen/ REUTERS
Bayer-Kreuz im Leverkusener Chemiepark: Bayer-Aktien legten nach einem US-Urteil in Sachen Glyphosat zu

Die Dax-Anleger halten sich am Dienstag zurück. Die kleinen Gewinne vom Handelsauftakt sind wieder verflogen. Gefragt sind die Titel von Deutscher Bank und Lufthansa. Aktien von Bayer haben alle Gewinne wieder abgegeben und sind tief ins Minus gerutscht.

Der deutsche Aktienmarkt tut sich nach dem freundlichen Wochenauftakt mit weiteren Gewinnen schwer. Teils positive aufgenommene Geschäftsberichte großer US-Konzerne verliehen den Kursen hierzulande kaum Schwung.

Am Nachmittag schaffte der Dax Börsen-Chart zeigen immerhin ein Plus von 0,33 Prozent auf 12 428,65 Punkte. Damit knüpfte er zwar an seine Vortagesgewinne, mit denen er eine sechstägige Schwächephase beendet hatte. Von neuen Höchstständen ist der hiesige Leitindex - anders als die rekordhungrige Wall Street - aber noch weit entfernt. Noch bescheidener entwickelte sich zuletzt der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen mit einem Kursanstieg von 0,05 Prozent auf 26 005,64 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen rückte zuletzt um 0,48 Prozent auf 3519,06 Punkte vor.

"Die Investoren erwarten sich von der laufenden Berichtssaison vor allem einen besseren Einblick, wie sich der laufende Handelsstreit in der Geschäftsentwicklung der Unternehmen niederschlägt", sagte Marktbeobachter Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Am deutschen Aktienmarkt wachse nach den jüngsten Gewinnwarnungen namhafter Unternehmen wie etwa BASF und Daimler die Nervosität.

S&P lobt Konzernumbau - Deutsche Bank an der Indexspitze

Die Aktien der Deutschen Bank eroberten mit einem Plus von fast drei Prozent die Dax-Spitze. Ihnen half ein positiver Kommentar der Ratingagentur S&P zum Konzernumbau.

Lufthansa -Titel zählten mit einem ähnlich klaren Kursanstieg ebenfalls zu den Favoriten der Anleger. Hier trieb die Aussicht auf eine geringere Zunahme der Kapazitäten in Europas Luftfahrtbranche.

Bei Bayer stand zuletzt ein Plus von mehr als anderthalb Prozent zu Buche. Die Investoren erfreute, dass ein US-Richter eine von Geschworenen in einem Glyphosat-Prozess geforderte Strafe für den Agrarchemie- und Pharmakonzern deutlich reduzierte.

Immobilientitel gehörten unterdessen zu den größten Verlierern. Händler verwiesen auf Nachwirkungen der gestrigen Meldung, dass das Land Berlin mit dem Kauf hunderter Wohnungen in einer ehemaligen DDR-Prachtstraße in Berlin den Wohnimmobilienkonzern Deutsche Wohnen ausgestochen hat. Die Schlappe für den MDax-Konzern ahndeten die Anleger mit einem Abschlag von fast einem Prozent. Im Sog dieser Entwicklung litten auch andere Branchenpapiere.

Der Euro sank zuletzt auf 1,1216 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1269 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8874 Euro gekostet.

US-Anleger zurückhaltend

Anleger in den USA haben sich angesichts gemischt ausgefallener Geschäftsergebnisse der großen Banken mit Käufen zurückgehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet am Dienstag leicht im Plus bei 27.383 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab etwas nach auf 3011 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,1 Prozent auf 8248 Punkte. Angetrieben von Spekulationen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank noch in diesem Monat hatten die Kurse zuletzt Rekordwerte erreicht.

Bei der laufenden Berichtssaison achten Investoren insbesondere darauf, ob der Handelskonflikt zwischen den USA und China die Geschäfte der Firmen belastet. Der Einzelhandel blieb zuletzt stabil, die Industrie steigerte ihre Produktion. "Es ist wichtig, dass wir Konjunkturnachrichten bekommen, die darauf hindeuten, dass wir wegen des Handelskriegs nicht in eine Rezession laufen", sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Spartan Capital Securities.

Zuwächse im Geschäft mit Privatkunden halfen der US-Großbank JPMorgan über die Schwäche im Investmentbanking hinweg. Allerdings sank die Zinsmarge, die Aktien gaben 0,8 Prozent nach. Die US-Investmentbank Goldman Sachs, die sich im Gegensatz zur Konkurrenz auf kein starkes Privatkundengeschäft stützen kann, verdiente zwar weniger, der Rückgang war aber nicht so stark wie von Experten befürchtet. Die Papiere legten 0,9 Prozent zu.

Ex-Hurrikan keine Gefahr für US-Ölindustrie

Am Dienstagmorgen haben die Ölpreise etwas zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg um 14 Cent auf 66,62 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 5 Cent auf 59,63 Dollar.

Die Gefahr durch den Wirbelsturm "Barry" hat sich für die Fördergebiete vor der Südküste der USA im Golf von Mexiko abgeschwächt. Mehrere Ölproduzenten schickten bereits am Montag Arbeiter zurück auf die Offshore-Plattformen, da der Sturm deutlich nachgelassen hatte.

Im Golf von Mexiko werden laut dem US-Energieministerium 16 Prozent der gesamten US-Rohölproduktion gewonnen. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami hatte den Tropensturm am Montag zu einem tropischen Tief abgestuft, warnte jedoch weiter vor Überschwemmungen.

luk / dpa-afx, reuters

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