Dienstag, 22. Oktober 2019

Dax schließt im Minus Anleger sorgen sich um die Konjunktur und die Zinsen

Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt:. Der Dax baut am Dienstagvormittag seine Verluste weiter aus

Aus Furcht vor einer enttäuschenden Bilanzsaison ziehen sich die Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück. Zudem wachsen Zweifel, ob die US-Notenbank angesichts des robusten heimischen Arbeitsmarkts die Zinsen bald senkt. In Frankfurt standen vor allem die Aktien von BASF, Deutscher Bank, FMC und Deutz im Blickpunkt.

Eine massive Gewinnwarnung des Chemiekonzerns BASF sowie latente Sorgen um eine vielfach erhoffte US-Zinssenkung haben den Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag nach unten gedrückt. Der Leitindex schloss am Dienstag 0,9 Prozent leichter auf 12.436 Punkte nach, womit er sein Tagestief bei unter 12.400 Zählern allerdings hinter sich ließ. Der Index für mittelgroße Unternehmen MDax Börsen-Chart zeigen verlor 0,25 Prozent auf 25.823 Punkte. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen büßte 0,4 Prozent auf 3509 Zähler ein. An der Wall Street notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,3 Prozent im Minus.

"Vor Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, liegt die wohl bislang wichtigste Woche seiner Karriere, da er sowohl unter dem Druck eines US-Präsidenten Donald Trump aber auch der Wall Street steht, die Zinsen auf der kommenden Sitzung um einen viertel Prozentpunkt zu senken", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Am Mittwoch und Donnerstag muss Powell verschiedenen Ausschüssen im US-Kongress Rede und Antwort stehen. "Marktteilnehmer sind gespannt, ob er zu einer Zinssenkung neigt oder nicht", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Während manche Analysten die Notwendigkeit einer baldigen Zinssenkung infrage stellen, wird an den Finanzmärkten immer noch auf eine Zinssenkung gewettet.

BASF Börsen-Chart zeigen sackten um mehr als 3 Prozent ab, zwischenzeitlich hatte das Minus gut 5 Porzent betragen. Der Chemiekonzern hatte seine Jahresziele wegen der weltweit schlechteren Wirtschaftslage und anhaltender Handelskonflikte kassiert. Auch für die Aktien anderer Chemieunternehmen wie Covestro Börsen-Chart zeigen , Evonik Börsen-Chart zeigen und Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen ging es zunächst deutlich nach unten. Eine Bestätigung der Jahresziele durch Lanxess Börsen-Chart zeigen beruhigte die Anleger am Nachmittag immerhin etwas. Die Aktien der Kölner gaben am Ende nur leicht nach.

Unter den Sorgen um eine wirtschaftliche Abschwächung litten auch einige sehr konjunktursensible Aktien aus der Stahl- und Finanzbranche. So büßten die Anteilscheine von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen gut 4 Prozent ein.

Die Papiere der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und fielen ebenfalls um mehr als 4 Prozent. Bereits zum Wochenstart hatte der angekündigte Radikalumbau die Anleger letztlich nicht vom Hocker gerissen. Analysten und Investoren sind nicht bereit, Vorschusslorbeeren zu verteilen. Nach zwei Handelstagen beträgt das Minus nun fast 10 Prozent. Selbst Gerüchte über angeblich geplante massive Aktienkäufe des Vorstandschefs konnten die Titel nicht aus dem Tief befreien.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax und Dow in Echtzeit


Nach dem Beschluss Frankreichs, ab 2020 eine Umweltsteuer auf Flugtickets zu erheben, gerieten zudem die Papiere europäischer Airlines unter Druck. Im Dax verlor etwa die Lufthansa Börsen-Chart zeigen rund 2 Prozent. Die Steuer soll je nach Art des Tickets zwischen 1,50 und 18 Euro betragen, wie die französische Verkehrsministerin Élisabeth Borne mitteilte. Das Geld werde in umweltfreundlichere Infrastrukturen investiert, vor allem in das Schienensystem.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen (FMC) , die um fast 5,5 Prozent absackten. Börsianer verwiesen auf einen Bericht des Magazins "Politico", wonach die US-Regierung den Markt für die Behandlung von Nierenkrankheiten umkrempeln will. Demnach sei unter anderem geplant, mehr Nierentransplationen anzuregen. Die Maßnahmen könnte sich negativ auf Dialyse-Anbieter wie FMC auswirken. FMC erwirtschaftet einen Löwenanteil seiner Umsätze in den USA.

Deutz Börsen-Chart zeigen litten weiter unter Interview-Aussagen des Chefs Frank Hiller über die schwindende Nachfrage beim Motorenbauer. Mit einem Minus von zuletzt 15,6 Prozent besetzten sie mit weitem Abstand den letzten Platz im Nebenwerteindex SDax . Bereits am Vortag waren sie um mehr als sechs Prozent abgesackt.

Am Rentenmarkt legte die Umlaufrendite von minus 0,37 Prozent auf minus 0,36 Prozent zu. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 144,96 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,01 Prozent auf 173,28 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1205 (Montag: 1,1215) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8925 (0,8917) Euro.

rei/luk/ dpa/ dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung