Samstag, 16. November 2019

Börse - Trübsal in Deutschland, Kursrally in USA Dax knickt ein, Dow Jones auf Rekordhoch

Conti-Chef Elmar Degenhart: In der aktuellen Krise sind Topmanager gefragt

Fed-Chef Jerome Powell hat die US-Indizes auf neue Rekordhochs getrieben. In Deutschland trüben dagegen Gewinnwarnungen und Konjunktursorgen das Bild: Die Aktien von Continental rutschen ab und verstärken die Sorgen der deutschen Autoindustrie.

Die gestärkte Hoffnung auf rasche Zinssenkungen in den USA hat Anleger am deutschen Aktienmarkt nicht aus der Reserve locken können. Wasser in den Wein goss am Donnerstag zudem eine Serie von Gewinnwarnungen: So brachen der Maschinenbauer Krones Börsen-Chart zeigen und der Autozulieferer Aumann nach Gewinnwarnungen jeweils zweistellig ein - und auch der Autozulieferer Continental Börsen-Chart zeigen konnte sich der negativen Branchenstimmung nicht entziehen. Der Dax Börsen-Chart zeigen gab bis Donnerstag Nachmittag um 0,5 Prozent auf 12.322 Punkte nach. In der Vorwoche hatte er zeitweise noch ein 11-Monats-Hoch markiert.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Fresenius Börsen-Chart zeigen und FMC, die einen Erholungsversuch starteten. Auch die Aktie von RWE setzte ihren Aufwärtstrend fort. Am Dax-Ende verloren die Papiere von Continental Börsen-Chart zeigen, Covestro Börsen-Chart zeigen und Deutscher Bank dagegen jeweils rund 3 Prozent.


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Dow Jones bei 27.000 Punkten: US-Börsen testen Rekordhochs

Ganz anders das Bild am US-Aktienmarkt: Nach einem von Zinshoffnungen getriebenem Rekordtag dürfte die Aktienrally an den US-Börsen am Donnerstag zunächst noch ein wenig weitergehen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete ebenso wie der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen mit leichten Gewinnen in den Handel: Im Handelsverlauf knackte der Dow Jones die nächste runde Marke von 27.000 Zählern und kletterte damit auf ein Rekordhoch.

Genährt wurden die Zinsspekulationen von den jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell. Dieser hatte am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem Kongress eine baldige Lockerung der Geldpolitik signalisiert. In dieselbe Richtung wiesen die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung. So sprach Powell etwa die Unsicherheit um die bestehenden Handelskonflikte und damit um die Wirtschaft an.

Am Donnerstag wird der Fed-Chef nun seinen zweiten Auftritt vor dem Kongress haben. Hier wird allerdings wenig Neues erwartet, da er seine Rede aller Voraussicht nach wiederholen dürfte. Weitere Details könnten in einer anschließenden Fragerunde zur Sprache kommen. Zusätzlich anstehende Konjunkturdaten, wie die wohl weitgehend unveränderten Verbraucherpreise in den USA (ohne Energie), die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe in dieser Woche und die Realeinkommen, dürften die Märkte nur marginal bewegen.

Bei den Unternehmen ging es bereits für die Fluggesellschaft Delta Airlines im vorbörslichen Handel um 2,15 Prozent bergauf. Das Unternehmen rechnet für das gesamte Jahr mit mehr Umsatz und Gewinn als ursprünglich angepeilt.

Trader an der Wall Street: Rekordhochs im Handelsverlauf
Richard Drew/ AP
Trader an der Wall Street: Rekordhochs im Handelsverlauf

Beben in Autobranche: Conti verliert knapp 10 Prozent binnen einer Woche

Es war eine bislang sehr schwache Woche für den Autosektor und Continental Börsen-Chart zeigennach Deutz-Zurückhaltung und Aumann-Schock : Die Papiere des Zulieferers und Reifenkonzerns sackten in den vier Handelstagen um gut 8 Prozent auf einen Tiefststand seit September 2013 ab. Der Auto-Branchenindex verlor fast 3,5 Prozent. Die Anleger sind in der Branche zwar derzeit Kummer gewöhnt, in dieser Woche prasselten jedoch Hiobsbotschaften nur so auf sie ein.

Erst strich der Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigenseine Jahresprognose zusammen und begründete dies in erster Linie mit Wachstumseinbußen in der globalen Automobilindustrie, insbesondere in China. Dann musste der Chef des Motorenbauers Deutz Börsen-Chart zeigenin einem Interview eingestehen, dass sich die Nachfrage nach Motoren abkühle und der Höhepunkt wohl erreicht sei. Nun senkte noch der Maschinenbauer Aumann wegen der Automobilkonjunktur sein operatives Ergebnisziel.

Aumann schraubte wegen eines enttäuschenden Auftragseingangs im ersten Halbjahr seine Ansprüche an 2019 zurück. Die Papiere brachen um 17 Prozent auf ein Rekordtief ein.

Gewinnwarnungen von Krones und Aumann schüren Konjunktursorgen

Der Maschinenbauer Krones Börsen-Chart zeigenrechnet für das Gesamtjahr nur noch mit einer Vorsteuermarge von 3 Prozent und damit der Hälfte des bisher erwarteten. Krones-Titel fielen auf das tiefste Niveau seit Frühjahr 2014 und verloren zuletzt 16 Prozent.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft und weiter zugelegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1278 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs in der vergangenen Nacht noch bei 1,1250 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1220 Dollar fest.

Seit Mittwoch hat die Gemeinschaftswährung etwa ein halbes Prozent an Wert gewonnen. Der Euro profitierte nach Powells Signalen für eine baldige Zinssenkung von einer Dollarschwäche. Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in der Ländern der Eurozone und in den USA für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Die Preisentwicklung ist einer der wichtigsten Faktoren für die Geldpolitik der Notenbanken.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise haben am Donnerstag an die starken Gewinne vom Vortag angeknüpft. Am Morgen ging es mit den Notierungen aber nur noch leicht nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 67,03 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um zehn Cent auf 60,53 Dollar zu.

Die Ölpreise profitierten weiterhin von der jüngsten Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Vortag war bekannt geworden, dass die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche deutlich stärker als erwartet gesunken waren. Nach Angaben des amerikanischen Energieministeriums waren sie um 9,5 Millionen Barrel auf 459,0 Millionen Barrel gefallen. Der Markt hatte nur mit einem Rückgang um 2,9 Millionen Barrel gerechnet.

Sinkende Ölreserven in den USA haben in der Regel steigende Ölpreise zur Folge. Sie können ein Hinweis auf eine hohe Nachfrage oder ein zu geringes Angebot in der größten Volkswirtschaft der Welt sein.

Außerdem werden die Ölpreise weiter durch die Sorge vor einem militärischen Konflikt im Nahen Osten gestützt. Am Morgen hatte die britische Regierung US-Medienberichte bestätigt, dass iranische Militärschiffe versucht haben, in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus die Durchfahrt eines britischen Öltanker zu behindern.

luk / dpa-afx/ dpa

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