Samstag, 19. Oktober 2019

Börse Brexit-Chaos belastet Dow und Dax

Kursgewinne: Der Dax hat sich zuletzt etwas erholt

Dax und Dow Jones geben wieder nach. Der Showdown im britischen Parlament und der Streit um Neuwahlen sorgen für Kursverluste. Auch der Euro fällt weiter.

Die Unsicherheit in Sachen Brexit hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der Leitindex Dax notierte bis zum Handelsschluss auf Xetra 0,4 Prozent tiefer und schloss bei 11.911 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,6 Prozent . Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es ebenfalls leicht nach unten.

Die US-Börsen begrenzten unterdessen am Abend ihre Verluste. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab in den USA zuletzt nur noch 0,4 Prozent nach, während der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen zuletzt 0,2 Prozent ins Plus drehte.

Im Dow Jones Börsen-Chart zeigen wurden Boeing Börsen-Chart zeigen von Berichten belastet, wonach die Gräben mit den US-Behörden beim Flugverbot für den Krisenjet 737 Max nicht kleiner werden. Am Freitag war bereits bekannt geworden, dass ein Expertenausschuss der US-Aufsicht FAA für die Prüfung der ursprünglichen Zulassung mehr Zeit braucht.

Boeing unter Druck, Amazon gefragt

Am Markt sorgen sich Anleger nun allmählich davor, dass die Flugzeuge auch an Weihnachten noch am Boden bleiben müssen. Die schwergewichtige Boeing-Aktie sackte als Dow-Schlusslicht um 3,5 Prozent ab. An der Nasdaq stützten dagegen die Kursgewinne beim Schwergewicht Amazon Börsen-Chart zeigen.

Boris Johnson verliert Mehrheit im Parlament

Großbritanniens Regierungschef Boris Johnson hat durch den Übertritt eines Abgeordneten seine Mehrheit im Parlament verloren. "Das Risiko eines ungeregelten Brexit steigt weiter, und der Druck auf das britische Pfund dürfte in den kommenden Wochen noch zunehmen", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Aber auch die europäischen Aktienmärkte könnten darunter leiden, da ein solcher Ausstieg Großbritanniens auch für die EU-Länder negative Konsequenzen hätte.

Im Dax Börsen-Chart zeigen gerieten die Papiere von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen am stärkten unter Druck und sackten um mehr als 3 Prozent ab. Neben dem wohl an diesem Mittwoch besiegelten Dax-Abschied belastete vor allem eine negative Einschätzung der Schweizer Bank Credit Suisse.

Im Nebenwerte-Index SDax Börsen-Chart zeigen nahmen die Anteilsscheine von Varta Börsen-Chart zeigen ihre Rekordjagd wieder auf und zogen als klarer Index-Favorit um rund 14 Prozent an. Der Batteriehersteller will wegen einer deutlich steigenden Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien die Produktionskapazität erneut erhöhen.

Aktie von Home24 springt zweistellig

Außerhalb der großen Indizes sprangen die Anteilsscheine von Home24 um gut 14 Prozent auf 3,45 Euro in die Höhe. Die Anleger freuten sich vor allem über die Ankündigung, dass zum Jahresende auf bereinigter Basis operativ die Gewinnschwelle erreicht werden soll.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,69 Prozent am Vortag auf ein Rekordtief von minus 0,73 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 147,44 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,11 Prozent auf 179,22 Punkte zu.

Thyssenkrupp vor dem Abstieg aus dem Dax

Mit einem Minus von 3,5 Prozent waren die Aktien von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen Schlusslicht im Dax. Das Gründungsmitglied des deutschen Leitindex steht wegen seines Kursverfalls des vergangenen Jahres vor dem Abstieg in den Nebenwerte-Index MDax. Als Nachrücker liefern sich der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen und die Immobilienfirma Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Mittwochabend dürfte die Deutsche Börse die neue Zusammensetzung ihrer Indizes bekannt geben.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Euro auf tiefstem Stand seit Mai 2017

Der Euro hat am Dienstag einen neuen Tiefstand seit gut zwei Jahren erreicht. A m Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0927 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2017. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0968 Dollar festgesetzt.

Grund der Euro-Schwäche war eine allgemeine Stärke des amerikanischen Dollar. Am Markt wurde die anhaltende Verunsicherung der Anleger wegen zahlreicher Risiken genannt, darunter der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der ungewisse Fortgang des Brexits. Der US-Dollar gehört zu den am besten verfügbaren Währungen der Welt. In unsicheren Zeiten wird er daher häufig als sicherer Hafen angelaufen.

Neben dem Blick nach England schauen Anleger nach Italien: Dort sollen die Mitglieder der Fünf Sterne über eine gemeinsame Regierung mit den Sozialdemokraten (PD) abstimmen. An Konjunkturdaten steht in den USA einer der wichtigsten Stimmungsbarometer für die Wirtschaft an, der ISM-Index für die Industrie.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel leicht nachgegeben. Die Ungewissheit, wie es im Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht, lastet auf der Stimmung. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete am Nachmittag 57,61 US-Dollar und damit 1,4 Prozent weniger als am Montag.

ak/luk/reuters/dpa-afx

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