Börse Dax klettert weiter- VW und Deutsche Bank vorweg

Der Dax nähert sich der Marke von 13.500 Zählern. Vor allem VW, Deutsche Bank und T-Aktie sind gefragt. Im MDax reagieren die Papiere von Steinhoff auf neue Nachrichten mit einem Kurssprung. Euro und Ölpreise steigen leicht.

Die Hoffnung auf eine baldige Regierungsbildung in Deutschland hat den Dax  am Montag gestützt. Zuletzt notierte der Index 0,2 Prozent im Plus bei 13.460 Punkten und stieg damit den dritten Tag in Folge. Das Rekordhoch vom November bei 13.525 Punkten bleibt damit in Reichweite. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten am Montag die Aktien der Deutschen Bank , die Papiere von Volkswagen  und der Deutschen Telekom , die jeweils mehr als 2 Prozent zulegten.

MDax (Kurswerte anzeigen) und SDax schafften es zwar am Montag schon zum Auftakt auf weitere Höchststände. Doch auch hier hielt sich die Euphorie anschließend in Grenzen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) gab sogar leicht nach.

Wall Street trotz "Shutdown" im Plus

An der Wall Street legten die Indizes trotz des Haushaltsnotstands in den USA zum Wochenbeginn weiter zu. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) gewann zuletzt 0,2 Prozent, der S&P 500 erreichte sogar ein Rekordhoch. Die Anleger gehen mehrheitlich davon aus, dass in Kürze die Schuldenobergrenze erneut angehoben und der Shutdown damit beendet wird.

Eine Abstimmung im Senat über einen Übergangsetat wurde auf Montagmittag (Ortszeit, 18.00 Uhr MEZ) verschoben. "Wir gehen davon aus, dass sie sich zusammenraufen und einen Kompromiss erzielen. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft hängen davon ab, wie lange es dauert", sagte Analyst Scott Brown von der Finanzfirma Raymond James.

Übernahmen befeuern Kurse in USA

Gleich mehrere milliardenschwere Übernahmen haben die US-Börsen gestützt. Im Pharmasektor, in der Biotech-Branche und unter Versicherern greifen Unternehmen tief in die Taschen, um sich mit Zukäufen zu stärken.

Die Aktien von Bioverativ schossen um mehr als 60 Prozent hoch, weil der französische Pharmakonzern Sanofi  das auf seltene Blutkrankheiten spezialisierte US-Biotechunternehmen für 11,6 Milliarden US-Dollar kaufen will - ein Aufschlag von 64 Prozent zum Kursniveau vom Freitag.

Ebenfalls einen kräftigen Aufschlag zahlt der Versicherungsriese AIG  für den Konkurrenten Validus Holdings . Die Aktionäre sollen je Aktie 68 Dollar in bar bekommen, was einer Prämie von 46 Prozent zum Freitagsschlusskurs entspricht.

Zu guter Letzt sprangen die Papiere von Juno Therapeutics wegen einer Offerte um 27 Prozent nach oben. Der Pharmakonzern Celgene greift für die zweite Übernahme in wenigen Wochen erneut tief in die Geldbörse: Geboten werden 87 US-Dollar für die Aktien des auf Krebsmittel spezialisierten Kooperationspartners.

GroKo: SPD willigt in Koalitionsverhandlungen ein

Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank verwies derweil auf die nur knappe Zustimmung des SPD-Parteitags vom Sonntag zu Koalitionsverhandlungen und warnte vor Risiken. Auch die möglichen künftigen Partner stellen sich angesichts der Forderungen der SPD nach inhaltlichen Nachbesserungen auf schwierige Verhandlungen ein. Schrecken konnte das die Anleger am deutschen Aktienmarkt zunächst aber offenbar nicht.


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Im Dax setzten sich die Aktien der Deutschen Telekom (Kurswerte anzeigen) mit plus 2 Prozent an die Spitze. Damit unternahmen sie erneut einen Erholungsversuch. Offenbar half auch, dass das Unternehmen wie geplant auch im gerade begonnenen Jahr die Ausschüttung an die Aktionäre steigern will.

Dagegen gehörte Continental (Kurswerte anzeigen) mit einem Kursrutsch von 1,28 Prozent auf 246,90 Euro zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Viel des Potenzials durch eine Aufspaltung des Reifenherstellers und Autozulieferers sei nach dem jüngsten Kursanstieg bereits eingepreist, begründete Analyst Max Warburton von Bernstein Research seine Abstufung auf "Market-Perform". Das auf 260 Euro angehobene Kursziel half den Aktien nicht.

Steinhoff legt zweistellig zu

Im MDax stach einmal mehr Steinhoff (Kurswerte anzeigen) heraus - diesmal mit einem Kurssprung von gut 12 Prozent. Der angeschlagene Möbelkonzern, der unter den Folgen eines Bilanzskandals leidet, sucht weiter nach Wegen, um sich Geld zu verschaffen. Nun sollen weitere Anteile an der in Südafrika notierten Investmentholding PSG Group versilbert werden.

Index-Schlusslicht waren indes die Papiere des Elektronikhändlers Ceconomy (Kurswerte anzeigen): Sie knüpften mit minus 2,98 Prozent an ihre jüngste Talfahrt an. Mehrere Analysten äußerten sich nach den am Freitag negativ aufgenommenen Quartalszahlen nun kritisch zur Aktie.

Die Anteilsscheine mehrerer Immobilienunternehmen litten ebenfalls unter einem zurückhaltenden Analystenkommentar. Im Dax ging es für Vonovia (Kurswerte anzeigen) nach der jüngsten Zwischenerholung um 1,20 Prozent bergab, und im MDax und SDax gehörten LEG (Kurswerte anzeigen) sowie TLG (Kurswerte anzeigen) zu den größten Verlierern. Die Kursziele seien inzwischen erreicht, begründete Analyst Markus Scheufler von der Deutschen Bank die Streichung seiner Kaufempfehlungen für alle drei Titel. Angesichts der Politik-Vorschläge mit Blick auf eine mögliche Große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD gebe es einigen denkbaren Gegenwind - etwa mit Blick auf Versuche, die Mieten zu bremsen.

Bitcoin legt wieder zu

Auf der Handelsplattform Bitstamp kletterte die Digitalwährung Bitcoin  zwischen 2 und 3 Prozent und notierte damit knapp unter 11.900 Dollar. Die US-Börsenaufsicht SEC hat erneut Zweifel an Kryptowährungen wie Bitcoin angemeldet und Hoffnungen der Fondsbranche auf entsprechende Anlageprodukte gedämpft. Zudem warnte Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller am Freitag vor einem Crash. Bitcoin werde wahrscheinlich "total kollabieren", sagte er im US-Sender CNBC. Der Yale-Professor sprach mit Blick auf den aktuellen Hype um digitale Währungen von "Spekulationsblasen überall".

Euro und Ölpreise steigen leicht

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) hat am Montag im frühen Handel leicht zugelegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2227 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,2255 (Donnerstag: 1,2235) Dollar festgesetzt.

Auch die Ölpreise kletterte am Montag leicht. Am Morgen kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 68,76 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar stieg um 13 Cent auf 63,50 Dollar.

Für leichten Auftrieb sorgte laut Händlern, dass sich Russland und Saudi-Arabien zuletzt entschlossen zeigten, innerhalb der Opec-Allianz die Förderbegrenzung mindestens bis zum Jahresende fortzusetzen. Die Fördergrenze hebt zwar wie gewünscht die Preise an. Zugleich aber wird damit auch die Förderung in den USA wieder lukrativer. Die Produktion der US-Branche wirkt damit wie eine Preisobergrenze und steht der Opec-Strategie entgegen.

rei mit Nachrichtenagenturen