Börse Dax baut Verluste aus - Ende der Party?

Der Dax dreht in die Verlustzone, obwohl der Dow Jones im frühen Handel  leicht zulegt. Anleger fürchten ein nahendes Ende der Börsenparty an der Wall Street. Die Cyberwährung Bitcoin fällt zeitweise unter 10.000 US-Dollar.

Verkäufe im späten Handel: Der Dax  ist am Mittwoch kurz vor Handelsschluss um 0,6 Prozent ins Minus gerutscht und damit erneut unter die Marke von 13.200 Punkten gefallen. Auch MDax  und TecDax tendierten im späten Handel schwächer.

An der Wall Street setzte der Dow Jones Industrial  dagegen zu einer Erholung an und notierte zuletzt noch 0,3 Prozent in der Gewinnzone. Für Unterstützung sorgten die Zahlen der Bank of America (Kurswerte anzeigen). Der Gewinn der Großbank hat sich wegen Einmalbelastungen durch die Steuerreform im vergangenen Quartal halbiert. Der Überschuss fiel auf 2,37 Milliarden Dollar von 4,54 Milliarden vor Jahresfrist, fiel aber dennoch höher als erwartet aus. Die Belastungen durch die Steuerreform bezifferte das Institut auf 2,9 Milliarden Dollar.

Furcht vor "Umkehrtagen an der Wall Street"

Dennoch bleiben Anleger nervös. "Alle vier großen Indizes an der Wall Street - der S&P 500, Nasdaq Composite  , Dow Jones  und der Nebenwerteindex Russel 2000 - haben gestern so genannte Umkehrtage erlebt, neue Hochs gefolgt von Schlusskursen, die in der Nähe der Tagestiefs lagen", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Nach der Rally seit Jahresbeginn hätten sich einige Investoren entschlossen, Kasse zu machen. Dies dürfte auch am heutigen Mittwoch die Gewinne an der Wall Street in Grenzen halten.

Asiens Börse tendierte am Mittwoch kaum verändert. Der Nikkei  verlor 0,4 Prozent auf 23.868 Punkte. Der MSCI-Index für Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans gab 0,2 Prozent nach.

Euro testet kurzzeitig 1,23-Dollar-Marke

Für Verunsicherung an Europas Aktienmärkten sorgt weiterhin der starke Euro . In der Nacht hatte die Gemeinschaftswährung bei 1,2322 US-Dollar ein neues Dreijahreshoch markiert. Inzwischen ist sie zwar wieder gesunken und wird aktuell mit 1,2221 Dollar gehandelt, doch kann sich das Blatt rasch wieder drehen. Ein steigender Euro kann exportstarke deutsche Unternehmen generell belasten, da deren Produkte dann tendenziell teurer für Käufer außerhalb des Währungsraums werden.

In den USA war der Dow Jones Industrial  am Dienstag zunächst über die Marke von 26.000 Punkten geklettert und schien nahtlos an seine jüngste Rally anzuknüpfen. Im späten Handel drückten Gewinnmitnahmen den Index jedoch ins Minus. Auch der Technologieindex Nasdaq Composite  schloss im Minus, ebenso wie der marktbreite Index S&P 500.

In den vergangenen 12 Monaten hat der Dow Jones  30 Prozent an Wert gewonnen, der Dax kletterte im gleichen Zeitraum um 14 Prozent.


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VW mit Absatzrekord 2017

Der Volkswagen-Konzern meldete 2017 einen Absatzrekord und dürfte der größte Autobauer der Welt bleiben. Besonders gut lief es 2017 für die Wolfsburger etwa in Osteuropa, China und in den USA. In Deutschland, wo die Dieselkrise den Absatz belastet hatte, konnte VW zwar im Dezember die Zahlen im Vergleich mit dem Vorjahresmonat steigern, im Gesamtjahr aber wurde ein leichter Rückgang verzeichnet.

Der Online-Modehändler Zalando legte seinen Zwischenbericht zum vierten Quartal vor und hat wie geplant seine Zwischenziele erreicht. Vorbörslich gaben die Papiere jedoch um 2,2 Prozent nach.

Ölpreise knapp unter Drei-Jahres-Hoch

Die Ölpreise notieren knapp unter Dreijahreshoch. Am Morgen kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 70,01 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar stieg dagegen leicht um 18 Cent auf 64,48 Dollar.

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Dax-Bilanz 2017: Die stärksten Aktien des Jahres ... und die schwächsten

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Die Anlegerstimmung am Ölmarkt spricht derzeit eher für weiter steigende Erdölpreise. Viele Investoren haben sich mit Terminkontrakten entsprechend positioniert, wie aus jüngsten Daten der Regulierungsbehörde CFTC hervorgeht. Zugleich ist zwischen dem Ölkartell Opec und Russland eine Debatte über ein vorzeitiges Ende der eigentlich bis Ende 2018 vereinbarten Fördergrenze entbrannt.

Bitcoin fällt unter Marke von 10.000 US Dollar

Aus Sorge vor immer mehr Verboten im Handel mit Kryptowährungen wenden sich Anleger von Bitcoin & Co. ab. Die Kurse der größten Cyberdevisen brachen bereits am Dienstag teilweise im zweistelligen Prozentbereich ein. Bitcoin  verlor zeitweise an der Luxemburger Handelsplattform Bitstamp 15 Prozent und fiel deutlich unter die Marke von 12.000 US-Dollar.

Am Mittwoch rutschte der Bitcoin dann um weitere 8 Prozent ab und fiel zeitweise unter die Marke von 10.000 US-Dollar.

Kurz vor Weihnachten hatte Bitcoin auf einigen Handelsplattformen noch bei 20.000 US-Dollar notiert - die Kursverluste betragen seit dem Höchststand rund 50 Prozent.

"Anleger zeigen sich derzeit spürbar verunsichert", sagte der Deutschlandchef des Onlinebrokers DailyFX, Timo Emden. "Zu sehr lasten aktuell Negativschlagzeilen auf der gesamten Cyberwährungswelt."

Immer mehr Länder schieben dem Handel mit Kryptowährungen inzwischen einen Riegel vor. Südkorea denkt über ein komplettes Verbot nach. Die chinesischen Behörden planen laut Bloomberg den Zugang zu in- und ausländischen Börsen für Cyber-Devisen zu blockieren.

mit Material von Nachrichtenagenturen
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