Mittwoch, 27. Mai 2020

Börse Dax, Dow Jones und Nasdaq schließen im Minus

Dax-Kurve an der Frankfurter Börse

Der Dax schließt am Freitag knapp im Minus. Auch die US-Indizes beschließen die Handelswoche mit Verlusten.

Weiter Zittern am deutschen Aktienmarkt: Der Dax Börsen-Chart zeigen ging am Freitag mit einem überschaubaren Minus von 0,5 Prozent auf 9525 Punkte aus dem Handel. Im Wochenverlauf hat er damit um rund 1 Prozent nachgegeben. Da in den USA die wichtigsten Indizes ebenfalls im Minus schlossen, kann von Entspannung am Aktienmarkt noch keine Rede sein.

Noch Mitte Februar war der Dax Börsen-Chart zeigen bei knapp unter 13 .800 Punkten auf ein Rekordhoch gestiegen. Bald darauf setzte - ausgelöst durch die Corona-Pandemie - eine rasante Talfahrt ein. Bis Mitte März ist der deutsche Leitindex um 40 Prozent in Richtung 8200 Punkte abgestürzt. Seither versucht er sich an einer Erholung.

Angst vor erneutem Ausverkauf

Ein weiterer Ausverkauf an den Börsen gilt aber als möglich. Denn bislang kann niemand das Ausmaß der Folgen der virusbedingten Einschränkungen für die Wirtschaft abschätzen. Daher rücken Konjunkturdaten - vor allem jene ab März - verstärkt in den Fokus. Unternehmensseitig dürften weitere Jahresziele zurückgenommen, Dividenden gestrichen und Aktienrückkaufprogramme ausgesetzt werden.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq im Minus

Nach den März-Zahlen vom US-Arbeitsmarkt drehte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zuletzt erneut ins Minus und fiel zeitweise unter die Marke von 21.000 Zählern. Auch der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen notierte schwächer.

Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen verlor 1,7 Prozent auf 21.052,53 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 1,5 Prozent auf 7.373,08 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte ebenfalls 1,5 Prozent auf 2.488,65 Punkte ein.

Die US-Jobdaten für März waren wie erwartet schwach. Im März ging die Beschäftigung in den USA um rund 700.000 Stellen zurück. Allerdings sind darin nur Daten von Anfang März berücksichtigt - die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hatten Mitte der Woche bereits überdeutliche Hinweise auf einen noch stärkeren Einbruch am US-Arbeitsmarkt gegeben. Für April rechnen Beobachter mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 10 Prozent.

Arbeitsmarkt: "Ein Tsunami baut sich auf"

Am Jobmarkt der USA sprach die BayernLB von einem "sich aufbauenden Tsunami". Bernd Krampen von der NordLB sieht darin in der Viruskrise nur "die erste Welle eine Kahlschlags". Das wahre Ausmaß werde wohl erst im nächsten Jobbericht zu sehen sein.

Kurzfristig als Stütze des Marktes zeigten sich die steigenden Ölpreise. Zum Treiber am Ölmarkt wurde ein für Montag geplantes Krisentreffen führender Förderstaaten. Russland ist bereit, seine Produktion deutlich zu senken - wenn auch andere Staaten dies tun.

Tesla-Aktien ziehen an

Die Papiere des Elektroautobauers Tesla zogen dort wegen besser als erwartet ausgefallenen Auslieferungszahlen merklich an, nach einem prozentual zweistelligen Anstieg flachte auch hier der Schwung jedoch ab. Zuletzt legten die Titel noch um auf 4,7 Prozent zu. Das zweite Quartal dürfte wegen der Corona-Krise für das Unternehmen hart werden, argumentierte Analyst Ryan Brinkman von JPMorgan.

Deutscher Aktienmarkt: RTL-Aktie unter Druck

Der Shutdown des öffentlichen Lebens lässt bei Unternehmen die Umsatzzahlen einbrechen. Dazu gehören nun auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf , der Handelsimmobilieninvestor Deutsche Euroshop und der Medienkonzern RTL .

Die Aktie von RTL sackte zeitweise um 10 Prozent ab. Das erste Quartal habe noch weitgehend den Erwartungen entsprochen, hieß es am Vorabend. In den kommenden Monaten werden aber Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen die Ergebnisse belasten. Konkurrent ProSiebenSat.1 konnte sich der Talfahrt nicht ganz entziehen und verlor zuletzt ebenfalls rund 2 Prozent.

Adidas und Puma mit Verlusten

Abwärts ging es auch für die beiden Sportartikelhersteller Adidas Börsen-Chart zeigen und Puma Börsen-Chart zeigen . Adidas benötigt wegen der Corona-Krise frische Liquidität. Man werde Kredite brauchen, aber keine direkte Staatshilfe, sagte eine Sprecherin am Donnerstagabend. Die Aktie verlor fast 4 Prozent. Puma kündigte derweil eine Aussetzung der Dividende an. Zudem wird der Vorstand zunächst im April auf seine Gehälter verzichten. Die Aktie gab ebenfalls um rund 5 Prozent nach.

Fresenius setzt Erholung fort

Einer der größten Gewinner im Dax waren die Titel von Fresenius mit einem Aufschlag von rund 4 Prozent. Abgesehen davon, dass Pharmawerte am Freitag generell einen guten Lauf hatten, sprach sich Berenberg-Experte Tom Jones in einer jüngsten Studie erneut für den Kauf der Papiere aus. Grund sei unter anderem das neue Krankenhausentlastungsgesetz, das den Betreibern einen finanziellen Ausgleich für verschobene planbare Operationen und Behandlungen zukommen lässt.

Im MDax ging es daneben für die Aktien des Chemiekonzerns Evonik aufwärts. Nach einem positiven Signal des Bankhauses Metzler legten sie in der Spitze um 5 Prozent und zuletzt dann um 1,3 Prozent zu. Die Experten nahmen die Aktie des Unternehmens in ihre "Top Ten Liste" auf und trauen ihnen ein Kursziel von 44 Euro zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,41 Prozent am Vortag auf minus 0,45 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 144,80 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,21 Prozent auf 172,16 Zähler zu.

Der Euro kostete am Nachmittag 1,0795 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0906 Dollar festgesetzt.


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Einer der größten Gewinner im MDax waren die Aktien des Chemiekonzerns Evonik Börsen-Chart zeigen, die nach einem positiven Signal des Bankhauses Metzler in der Spitze um 5 und zuletzt dann um 1,4 Prozent zulegten. Die Experten nahmen die Aktie des Unternehmens in ihre "Top Ten Liste" auf und trauen ihnen ein Kursziel von 44 Euro zu. Sie setzen vor allem auf die Bereiche Nutrition & Care mit Produkten zur Anwendungen in Konsumgütern des täglichen Bedarfs und Resource Efficiency. Hier bietet Evonik Materialien für umweltfreundliche und energieeffiziente Systemlösungen.

Unter den Nebenwerten war der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke erneut besonders gefragt. Das Unternehmen profitiert in der Corona-Krise von hohen Bestellungen und wird für das Jahr etwas zuversichtlicher. Schon die Monate Januar und Februar seien sehr stark gewesen, hieß es am Freitag. Der Corona-Ausbruch habe dann im März einen weiteren Wachstumsschub verursacht. Den Jahresumsatz erwartet das Unternehmen nun mindestens 20 Prozent über dem Vorjahr, vorher war ein Anstieg um rund 20 Prozent angepeilt. Die Aktie gewann bis Mittag etwa 6,6 Prozent dazu.

Weiter hinten im SDax mit einem Minus von rund 3 Prozent landeten dagegen die Papiere des Handelsimmobilieninvestoren Deutsche Euroshop Börsen-Chart zeigen . Das Unternehmen gilt schon länger als möglicher Verlierer der Krise, da es für die Einzelhändler mit den weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen zunehmend schwierig wird, die Miete zu bezahlen. Dazu gibt es auch rechtlich die Möglichkeit, die Zahlungen wegen der Pandemie auszusetzen. Erste Mieter in den Einkaufszentren würden bereits Insolvenz anmelden, hieß es nun von den Hamburgern. Bereits Mitte März hatten sie zudem mitgeteilt, in diesem Jahr keine Dividende zu zahlen.

Eurokurs gibt weiter nach

Der Kurs des Euro ist am Freitag gesunken und hat damit die Kursverluste seit Beginn der Handelswoche fortgesetzt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0842 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,0906 (Mittwoch: 1,0936) Dollar festgesetzt.

Der Absturz des wichtigen britischen Dienstleistungssektors verschreckt Pfund-Anleger. Die Währung verbilligte sich am Freitag um bis zu 1,1 Prozent auf 1,2260 Dollar und um 0,6 Prozent auf 1,1350 Euro.

Ölpreis fällt wieder

Nach dem größten Tagesplus seiner Geschichte geht der Ölpreis wieder zurück. Die Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Öl WTI verbilligten sich am Freitag um jeweils gut fünf Prozent auf 28,40 und 24 Dollar je Barrel. Am Donnerstag hatten sie mehr als 20 Prozent zugelegt.

Investoren beschlichen Zweifel, ob die von US-Präsident Donald Trump im Aussicht gestellte Reduzierung der Fördermenge um zehn oder gar 15 Millionen Barrel pro Tag realistisch sei, sagten die Analysten der ING Bank. Eine derartige Kürzung könne die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, nicht verkraften. Nach Einschätzung von Helima Croft, Chef-Anlagestrategin für Rohstoffe bei der Investmentbank RBC Capital Markets, werde Saudi-Arabien die Produktion auf maximal etwa 8,5 von derzeit zwölf Millionen Barrel pro Tag reduzieren. Russland werde als Gegenleistung eine Lockerung der US-Sanktionen erwarten.

mit Nachrichtenagenturen

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