Freitag, 20. September 2019

Börse Dax klettert weiter, Dow Jones nahe Rekordhoch - folgt die Fed jetzt der EZB?

Dax im Plus: Der deutsche Leitindex klettert den achten Tag in Folge

Die EZB hat ihre Geldschleusen noch einmal weit geöffnet. US-Anleger spekulieren, dass Fed-Chef Jerome Powell nächste Woche sich davon beeindrucken lässt und die Zinsen deutlich senkt. Der Dax klettert den achten Tag in Folge, der Dow Jones nähert sich einem Rekordhoch.

Die Kurserholung geht weiter: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Freitag um 0,6 Prozent auf 12.485 Punkte gestiegen und nähert sich damit der Marke von 12.500 Punkten. Das geldpolitische Feuerwerk der Europäischen Zentralbank am Vortag sowie die sich fortsetzende Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China bleiben die Kurstreiber. In den USA ist der Dow Jones am Freitag im frühen Handel auf 27.250 Punkte geklettert, ein Plus von 0,2 Prozent. Damit ist er nur noch rund 150 Punkte (0,8 Prozent) von seinem im Juli erreichten Rekordhoch entfernt.

Am kommenden Donnerstag (19. September) trifft sich der Offenmarktausschuss der US-Notenbank. Anleger spekulieren, dass Fed-Chef Jerome Powell nach den Lockerungsmaßnahmen der EZB nun ebenfalls die Zinsen deutlich senken wird. US-Präsident Donald Trump hat mit Blick auf die Geldflut der EZB Fed-Chef Powell stark kritisiert und als "Feind" bezeichnet. Trump fordert eine Zinssenkung um einen vollen Prozentpunkt, am Markt erwartet wird eine Senkung um 25 oder 50 Basispunkte.

Seit seinem Augusttief hat der Dax Börsen-Chart zeigen ein Plus von mehr als zehn Prozent erreicht. Allein auf die ablaufende Woche bezogene steuert er auf einen Gewinn von knapp 2 Prozent zu. Zu den größten Gewinnern im Dax Börsen-Chart zeigen zählten am Freitag die Aktien von ThyssenKrupp mit einem Gewinn von 2 Prozent. Die Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen legten jeweils 1,5 Prozent zu - hier stützte die jüngste Entspannung im Handelsstreit zwischen China und USA.

Fed-Chef Jerome Powell: Der Druck, die Zinsen in den USA deutlich zu senken, ist seit der Zinsentscheidung der EZB gestiegen

Wall Street: Spekulation auf Zinssenkungen und auf einen Deal

Die Hoffnungen auf einen "Deal" zwischen den USA und China hatte den US-Leitindex Dow Jones bereits am Donnerstag weiter in Richtung Rekordhoch getrieben. Das Börsenbarometer hatte Mitte Juli bei knapp 27 400 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Auch der marktbreite Index S&P 500 dürfte am Freitag weiter Kurs auf seine historische Bestmarke nehmen.

Unter den Einzelwerten stehen Technologieaktien im Blick. So hatte der Chiphersteller Broadcom Börsen-Chart zeigen zwar im zweiten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn je Aktie erwirtschaftet, allerdings einen eher verhaltenen Ausblick geliefert. Die Nachfrage habe aktuell einen Boden erreicht und es sei unklar, wann sie wieder anziehe, hieß es. Im vorbörslichen US-Handel fielen die Papiere um fast 1 Prozent.

Verluste in ähnlicher Größenordnung verzeichneten vorbörslich die Anteilsscheine von Apple Börsen-Chart zeigen. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte das Kursziel für die Aktien von 187 auf 165 US-Dollar gesenkt. Kein großes Haus hat derzeit ein niedrigeres Ziel angegeben.

Asiens Börsen klettern weiter - Trump spricht von "vorläufigem Abkommen"

Unterstützung kam aus Asien und aus den USA. Der Tokioter Nikkei Börsen-Chart zeigen schloss gut ein Prozent fester bei 21.988 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als vier Monaten. Auch in China und Korea legten die Indizes überwiegend zu. "Die Risiko-Anlagen sollten von der lockeren Geldpolitik unterstützt werden, die noch eine Zeit lang bestehen bleiben sollte", sagte Esty Dwek, Chefstrategin bei Natixis.

Anleger hoffen auf Entspannung im Handelsstreit. US-Präsident Donald Trump sagte, er könne sich auch ein vorläufiges Abkommen mit China vorstellen. In einer Reuters-Umfrage gaben die meisten Volkswirte dagegen an, dass sich der Handelsstreit im kommenden Jahr verschärfen oder bestenfalls stagnieren dürfte.

Fed dürfte Zinsen in der kommenden Woche ebenfalls senken

Am Markt wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Zins ebenfalls heruntersetzt. Insidern zufolge tendiert die Bank von Japan dazu, ihre Geldpolitik nicht anzutasten, solange die Lage am Finanzmarkt stabil bleibt. Sie denke aber über Möglichkeiten noch tieferer Zinsen nach. "Ich denke, die Aktienrally wird bald an Fahrt verlieren", sagte Tatsushi Maeno, Stratege bei der Vermögensverwaltung Okasan. "Es ist das typische 'kauf das Gerücht, verkauf die Nachricht' bei der Lockerung der Geldpolitik und wird nach den Entscheidungen in den USA und in Japan vorbei sein."

EZB reißt Geldschleusen auf

Am Donnerstag hatte die EZB mit umfangreichen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen die hohen Erwartungen der Investoren erfüllt, was den Dax erstmals wieder seit Ende Juli über 12 400 Punkte trieb. Die Stimmung am Aktienmarkt sei "exzellent", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Doch gerade deshalb sei jetzt Vorsicht angebracht. "Gute Stimmung war in der Vergangenheit schon oft ein guter Kontraindikator. Alles Positive ist in den Kursen jetzt bereits eingepreist", was sie anfällig für Rückschläge mache.

Deutsche Bank unter Druck

Zu den Verlierern im Dax zählten am Freitag die Aktien von Bayer und Deutscher Bank. Dass das Bankhaus Metzler die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen nun zum Verkauf empfiehlt, belastete den Finanzwert. Grundsätzlich begrüßen die Metzler-Analysten die jüngst angekündigte umfassende Restrukturierung der Bank. Die Neuausrichtung werde zugleich aber zu einer Zeit gestartet, wo sich auch noch die äußeren Umstände verschlechterten, hieß es.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Euro stabilisiert sich, Ölpreise kaum verändert

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich am Freitag nach der Berg- und Talfahrt vom Vortag stabilisiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1069 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,0963 Dollar festgesetzt.

Damit konnte die erneute Verschärfung der bereits ultralockeren Geldpolitik durch die EZB den Euro nicht nachhaltig belasten. Am Vortag hatte sich die Notenbank mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket gegen die Konjunkturflaute in der Eurozone gestemmt und dabei unter anderem die Neuauflage des Anleihekaufprogramms beschlossen. Der Euro war daraufhin zunächst bis auf 1,0927 Dollar gefallen, konnte die Kursverluste aber schnell wieder wettmachen.

Die Ölpreise haben sich am Freitag nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 60,40 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls geringfügig um vier Cent auf 55,13 Dollar.

Damit konnten sich die Ölpreise nach kräftigen Verlusten in den vergangenen Handelstagen vorerst stabilisieren. Seit Mittwoch ist der Preis für Brent-Öl um etwa vier Prozent und der für US-Öl um etwa fünf Prozent gefallen. Auf Wochensicht steuern die Ölpreise auf die stärksten Verluste seit fast zwei Monaten zu. Unter anderem hatte die Internationale Energieagentur (IEA) vor einem zu hohen Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt gewarnt und damit die Preise belastet.

mit Nachrictenagenturen

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