Samstag, 21. September 2019

Börse Dax klettert siebten Tag in Folge, US-Börsen nahe Rekordhoch

Kursschwankungen: Der Dax schwankt nach der EZB-Entscheidung stark

Der Dax steigt nach der Entscheidung der EZB, ab November weitere Anleihen zu kaufen, über die Marke von 12.400 Punkten. In den USA nähert sich der Dow Jones seinem Rekordhoch - Anleger hoffen auf einen baldigen Deal im Handelsstreit zwischen China und USA.

Starke Schwankungen an den Börsen: Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank hat dem Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag noch einmal eine ordentlichen Impuls verpasst. Zeitweise kletterte der deutsche Leitindex kurz nach der Entscheidung bis auf 12.465 Punkte. Im Anschluss schmolzen die Gewinne jedoch wieder zusammen: Zum Handelsschluss auf Xetra notierte der Dax 0,4 Prozent fester bei 12.408 Zählern. Schon seit mehreren Handelstagen hatten die Anleger darauf gesetzt, dass der scheidende EZB-Chef Mario Draghi die Zinsen senkt und die Geldschleusen in der Euro-Zone weiter öffnet.

Diesen Erwartungen hat Draghi entsprochen - und zur Überraschung vieler nimmt die EZB sogar ihre umstrittenen Anleihekäufe wieder auf. Die EZB begründete ihre extrem expansive Geldpolitik mit den gestiegenen Konjunkturrisiken in der Euro-Zone. Die Angst vor einer Rezession im Euro-Raum hielt Anleger denn auch von weiteren Käufen ab.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq klettern weiter

In den USA legte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Donnerstag dagegen weiter zu und baute seine Gewinne auf 0,4 Prozent bei 27.240 Zählern aus. Damit notiert er nur noch knapp unter seinem Rekordhoch. Der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen setzte seine Erholung mit einem Plus von 0,9 Prozent fort: Gerüchte über einen "Übergangsdeal" im Handelsstreit mit China sorgten für weitere Käufe an den US-Börsen. Zuvor war bereits durchgesickert, dass die Trump-Administration die angekündigten neuen Strafzölle für chinesische Importe um zwei Wochen verschieben wolle, um eine weitere Annäherung im Zollstreit zu ermöglichen. Zuvor hatte China Ausnahmen von Strafzöllen auf US-Waren bekanntgegeben.

So griffen Anleger bei konjunkturabhängigen Werten zu, vor allem bei Chip-Herstellern wie Micron oder AMD, die stark vom China-Geschäft abhängen. Ihre Aktien gewannen bis zu 1,1 Prozent. Papiere von Nvidia Börsen-Chart zeigen legten um knapp 2 Prozent zu.

Draghi öffnet Geldschleusen und schürt Rezessionsangst

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Die EZB macht zugleich mit der umstrittenen Erhöhung der Strafzinsen für Banken ernst: Die Währungshüter setzten am Donnerstag den Zinssatz auf minus 0,5 von bisher minus 0,4 Prozent. Diesen Satz müssen Finanzinstitute zahlen, wenn sie bei der Zentralbank Geld parken. Verbraucherschützer befürchten, dass Banken dies zum Anlass nehmen, Sparer zur Kasse zu bitten. Aktien von Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Commerzbank Börsen-Chart zeigen drehten gegen den freundlichen Trend klar ins Minus.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Asiens Börsen auf Sechswochenhoch, Entspannungs-Signale im Zollstreit

Positive Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Aktienmärkte in Asien am Donnerstag angetrieben. Nur in Hongkong büßte der Hang Sang nach den kräftigen Gewinnen am Vortag 0,19 Prozent ein. An Chinas Festlandsbörsen kletterte der CSI 300 zuletzt hingegen um 0,42 Prozent nach oben. In Japan ging es für den Nikkei 225 zuletzt um 0,94 Prozent aufwärts. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwochabend (Ortszeit) als "Geste des guten Willens" angekündigt, dass die für Anfang nächsten Monat angekündigte Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe um zwei Wochen auf Mitte Oktober verschoben wird.

Adidas startet Erholungsversuch, VW-Aktie im Blick der Anleger

Unter den Einzelwerten gaben am Dax-Ende die Aktien der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen um 1,0 Prozent nach. Tags zuvor waren sie allerdings im Zuge einer Übernahmeofferte aus Hongkong für die britische Börse LSE noch auf den höchsten Stand in ihrer Geschichte gesprungen. Dagegen zog die Aktie von Adidas um knapp 2 Prozent an und setzte damit ihre Erholung nach dem jüngsten Rücksetzer fort.

Die Vorzugsaktien des Autobauers Volkswagen Börsen-Chart zeigen legten um 0,5 Prozent zu. Neue Vorwürfe in Sachen Abgasmanipulation standen einer optimistischen Studie der britischen Bank Barclays gegenüber. Der Rundfunksender SWR berichtete, dass VW auch in neuere Diesel-Motoren mit der Abgasnorm Euro 6 eine Abschaltsoftware eingebaut habe. Dabei beruft sich der Sender auf vertrauliche VW-Dokumente. Ein VW-Sprecher sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur: Nach aktuellem Stand sei "nichts Illegales passiert". In der Barclays-Studie hatte Analystin Dorothee Cresswell den Technologiewandel hin zu Elektrofahrzeugen in den Blick genommen und sieht VW im europäischen Sektor als den "am besten positionierten" Hersteller an.

Euro vor Notenbank-Entscheidung deutlich erholt

Der Euro hat sich am Donnerstag nach deutlichen Vortagesverlusten vorerst stabilisiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung vor der Veröffentlichung wichtiger geldpolitischer Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 1,1014 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die EZB hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1003 Dollar festgesetzt.

Im Fokus am Markt stehen zugleich die weiteren positiven Impulse aus dem Handelsstreit. Nachdem Chinaam Mittwoch eine Liste von US-Produkten vorlegte, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen, gingen nun die USA einen Schritt auf China zu. So will die US-Regierung die für Anfang Oktober angekündigte Anhebung ihrer Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden US-Dollar um zwei Wochen auf Mitte Oktober verschieben.

Unter den Einzelwerten dürfte es indes recht ruhig bleiben. Im Dax könnten die Aktien von Beiersdorf Börsen-Chart zeigen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auf der Handelsplattform Tradegate gaben sie im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss um 1,5 Prozent nach. Die Schweizer Bank Credit Suisse stufte die Aktie des Konsumgüterherstellers von "Neutral" auf "Underperform" ab, hob jedoch das Kursziel von 81 auf 99 Euro an. Der Markt sei hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit des Nivea-Herstellers und seiner Ausschüttungspolitik zu optimistisch, hieß es.

Die Papiere des Gabelstapler-Herstellers Jungheinrich Börsen-Chart zeigen legten nach einer positiven Studie der US-Bank Morgan Stanley auf Tradegate um 3 Prozent zu.

Knorr-Bremse stiegen vorbörslich auf Tradegate um 1,3 Prozent. Der Bremsenspezialist wuchs trotz eines schwieriger werdenden Umfelds im ersten Halbjahr 2019 kräftig weiter. Auch der operative Gewinn zog deutlich an. Das Unternehmen bestätigte zudem die im Mai erhöhte Prognose für 2019. Wermutstropfen ist aber der schwache Auftragseingang. Dieser zog im ersten Halbjahr nur moderat an und war im zweiten Quartal sogar rückläufig.

Ölpreise notieren fester

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag ein Stück weit von den starken Verlusten zur Wochenmitte erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 61,32 US-Dollar. Das waren 51 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 55 Cent auf 56,30 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit weiteren Signalen der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Nachdem zunächst die Regierung in Peking Ausnahmen von Strafzöllen auf Waren aus den USA verkündet hatte, legte die US-Regierung in der Nacht zum Donnerstag nach. US-Präsident Donald Trump verschob die für Anfang Oktober angekündigte Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden Dollar um zwei Wochen auf Mitte Oktober und bezeichnete dies als "Geste des guten Willens".

mit Nachrichtenagenturen

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