Sonntag, 15. Dezember 2019

Börse Dax steigt sechsten Tag in Folge

Dax im Plus: Der deutsche Leitindex steigt am Mittwoch über die Marke von 12.300 Punkten

Der Dax steigt den sechsten Tag in Folge - die längste Gewinnserie seit Juli. Entspannungssignale aus China im Zollstreit stützen auch den Dow Jones. Die Aktien von Infineon, Wirecard und Lufthansa legen zu. In den USA nähert sich Apple einem Rekordhoch.

Die Dax-Erholung geht weiter: Anleger haben am Mittwoch weiter zugegriffen und den deutschen Leitindex den sechsten Tag in Folge in die Höhe getrieben. Der Dax Börsen-Chart zeigen notierte zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) 0,7 Prozent fester bei 12.359 Punkten, nachdem er zeitweise bis auf 12.384 Punkte geklettert war. Im Handelskonflikt zwischen den USA und China überwiege die Hoffnung, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partner: China kündigte Zollausnahmen auf US-Produkte an und könnte zudem mehr US-Agrargüter importieren, um die Chancen auf einen Handelsdeal mit den USA zu steigern. "Trotz aller Hoffnung ist der Handelsdeal auch diesmal noch lange nicht unterzeichnet", warnte Altmann.

Zudem hatte am Vortag US-Präsident Donald Trump seinen nationalen Sicherheitsberater John Bolton rausgeworfen, was laut Marktbeobachtern auf eine weniger harte Gangart der USA mit Ländern wie dem Iran schließen lassen könnte.

Wirecard und Lufthansa starten Erholungsversuch

Zu den Gewinnern im Dax Börsen-Chart zeigen zählten am Morgen die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen, Lufthansa Börsen-Chart zeigen und Infineon Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 2 und 3 Prozent. Die Aktien des Zahlungsdienstleisters Wirecard starteten damit einen Erholungsversuch, nachdem sie am Vortag deutlich nachgegeben hatten. Die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen, und Lufthansa Börsen-Chart zeigen setzten ihre Erholung fort.

Infineon profitiert von E-Auto-Boom

Zu den Gewinnern gehörten die Aktien des Chipherstellers Infineon Börsen-Chart zeigen , die bis zu 4,3 Prozent zulegten. Das Unternehmen profitiert nach Einschätzung der Liberum-Experten vom Trend zu Elektroautos. Positiv sei vor allem, dass von Herstellern wie VW vermehrt elektrisch betriebene Fahrzeuge für den Massenmarkt vorgestellt werden. Anleger sollten daher den jüngsten Kursrückgang wegen der Schwäche des chinesischen Marktes zum Einstieg nutzen, schrieben die Analysten.

EZB: Draghi dürfte am Donnerstag die Geldschleusen weiter öffnen

Gespannt warten die Anleger nach wie vor auch auf die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag. Dabei interessiert besonders, wie stark die Notenbank ihren Satz für Bankeinlagen absenken wird, was für Banken letztlich steigende Strafzinsen bedeutet. Auch fragt sich wohl so mancher, ob es ein neues Anleihekaufprogramm geben könnte oder ob zumindest die Bereitschaft dazu signalisiert wird. Die Erwartungen an den Börsen sind hoch, entsprechend groß ist daher inzwischen auch das Enttäuschungspotenzial.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Auto- und Chemiewerte erneut gefragt

Erneut zählten konjunktursensible Aktien aus der Technologie, der Auto- oder der Chemiebranche zu den größten Gewinnern. Die Aktien des Chipherstellers Infineon waren im Dax Börsen-Chart zeigen Favorit mit plus 3,1 Prozent. VW folgten mit plus 1,6 Prozent und BASF gewannen 1,5 Prozent hinzu.

Papiere, die mit Blick auf die Wirtschaftslage als defensiv eingestuft werden, wurden von den Anlegern zugleich mit spitzen Fingern angefasst. Aktien von Versorgern wie Eon und RWE , von Konsumgüterherstellern wie Henkel oder von Immobilienunternehmen wie Vonovia gaben entweder nach oder bewegten sich kaum vom Fleck.

Merck mit Meilenstein in den USA

Die Aktien des Spezialchemie- und Pharmaunternehmens Merck rückten dagegen um 1,2 Prozent vor. Die Darmstädter, die an diesem Mittwoch zum Kapitalmarkttag eingeladen haben, nahmen in den USA eine wichtige Hürde für die Zulassung der Therapie mit dem Wirkstoff Tepotinib bei Lungenkrebs.

Hongkonger Börse bietet für LSE, Deutsche Börse nur knapp im Plus

Die Aktien der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen, die im Tagesverlauf zeitweise um mehr als 2 Prozent hochgesprungen waren, legten zuletzt nur noch um 0,4 Prozent zu. Die Hong Kong Exchanges and Clearing Limited als Dachgesellschaft der Hongkonger Aktienbörse will die Londoner Börse (LSE) übernehmen. Dies aber nur, sofern die LSE von ihrem Vorhaben ablässt, den Datenanbieter Refinitiv zu schlucken. Dazu sind die Londoner allerdings nicht bereit.

Wall Street: Dow Jones wieder bei 27.000 Punkten, Apple nahe Rekordhoch

An der Wall Street kletterte der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen zuletzt 0,4 Prozent ins Plus und notierte bei 27.001 Punkten. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen legte um 0,8 Prozent zu und setzte damit - auch wegen der Kursgewinne von Apple - zu einer Erholung an.

Bei den Aktienwerten behaupteten die Titel von Apple Börsen-Chart zeigen am Tag noch Vorstellung der jüngsten iPhone-Generation ihre Kursgewinne aus und gewannen weitere 1,6 Prozent. Seit Anfang August haben die Apple-Papiere mehr als 10 Prozent hinzugewonnen. Mit 220 US-Dollar notieren die Apple-Papiere nur noch knapp unter ihrem Rekordhoch von 228 Dollar aus dem Oktober 2018. Die Papiere von Walt Disney und Netflix verbilligten sich dagegen um bis zu 0,7 Prozent, da Apple Börsen-Chart zeigen dem Unterhaltungskonzern und der Online-Videothek mit einem Streaming-Angebot zu Kampfpreisen Kunden abjagen will.

Vorstellung des iPhone 11 am Dienstag in Cupertino: Die Grundversion des iPhone 11 kostet 799 Euro und ist damit günstiger als erwartet

US-Anleger hatten zuletzt zögerlicher agiert als in den beiden Vorwochen. Nun wird auf die geldpolitischen Entscheidungen in Europa am Donnerstag und in den USA in der kommenden Woche geblickt. Die Erwartungen an die Währungshüter gelten auf beiden Seiten des Atlantiks mittlerweile als recht hoch, was die Gefahr von Enttäuschungen mit sich bringt.

Amazon im Visier der US-Handelsaufsicht

Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Amazon Börsen-Chart zeigen im Fokus. Dessen Händler-Plattform Marketplace gerät nach Wettbewerbsermittlungen in Europa auch ins Blickfeld amerikanischer Regulierer. Die US-Handelsaufsicht FTC befrage teilnehmende Händler, um festzustellen, ob Amazon Wettbewerber benachteilige, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die FTC-Vertreter wollten dabei unter anderem wissen, welcher Anteil ihres Geschäfts auf Marketplace entfalle, verglichen mit anderen Plattformen wie Ebay . Das Interesse könnte auf die Vorbereitung offizieller Ermittlungen hinweisen.

Weiterhin einen Blick wert sind auch die Papiere von Apple , nachdem der Konzern bereits am Dienstag vor Handelsschluss unter anderem ein neues iPhone mit besseren Kameras vorgestellt hatte. Nun stehen die Kommentare der Analysten zu den Produktneuheiten im Fokus. Die Expertin Kathryn Huberty von der Investmentbank Morgan Stanley etwa rechnet jetzt für das Geschäftsjahr 2020 mit mehr Wachstumsdynamik. Neue Serviceangebote und der neue Mobilfunkstandard 5G sprächen für steigende Bewertungen.

Asiens Börsen steigen deutlich

In Asien haben sich die Aktienmärkte am Mittwoch überwiegend erholt. Signale für ein Maßnahmenbündel in China zur Stützung der Konjunktur stützten die Kurse.

Besonders deutlich fielen die Kursgewinne in Hongkong, Korea und Japan aus. So schloss in Tokio der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen 0,96 Prozent höher bei 21 597,76 Punkten. Der Hongkonger Hang Seng Börsen-Chart zeigen zog kurz vor Handelsschluss um 1,71 Prozent an.

An Chinas Festlandsbörsen drehten die Leitindizes moderat ins Minus und zollten damit etwas ihrer jüngsten Rally Tribut. So notierte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien vom chinesischen Festland zuletzt 0,73 Prozent tiefer.

China hatte zuvor bestimmte Beschränkungen für ausländische Aktien- und Anleihenanleger aufgehoben. Zudem legte Peking eine Liste von US-Produkten vor, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen. Es geht um 16 Arten von Produkten, darunter einige Medikamente, medizinische Ausrüstung und Chemikalien. Die staatliche Zeitung "Global Times" sprach von einer "Geste des guten Willens" im Handelsstreit, bevor beide Seiten Anfang Oktober wieder Verhandlungen aufnehmen.

Euro kaum verändert, Ölpreise erholen sich

Der Euro hat sich am Mittwoch nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1053 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1040 Dollar festgesetzt.

Daneben richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Opec. Saudi-Arabien werde die übrigen Exportländer sicher zu einer anhaltend restriktiven Förderpolitik drängen, prognostizierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Das Königreich sei wegen des geplanten Börsengangs des staatlichen Ölförderers Saudi Aramco an einem möglichst hohen Ölpreis interessiert. Im Rahmen der laufenden Energie-Konferenz in Abu Dhabi will sich das gemeinsame Kontroll-Komitee der Opec-Staaten und ihrer Verbündeten treffen.

Die Ölpreise haben am Mittwoch einen Teil des Kursrutsches vom Vortag wettgemacht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 62,70 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 36 Cent auf 57,76 Dollar.

Meldungen über einen Rückgang der Ölreserven in den USA sorgten am Morgen für Preisauftrieb. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute in der vergangenen Woche einen Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl um 7,23 Millionen Barrel verzeichnet hat.

Am Nachmittag stehen die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung auf dem Programm. Hier wird am Markt zwar auch mit einem Rückgang gerechnet, aber nur um 2,9 Millionen Barrel. Sinkende Ölreserven können ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage oder ein zu geringes Angebot sein und stützen in der Regel die Ölpreise.

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