Donnerstag, 19. September 2019

Börse Conti, VW und Deutsche Bank halten Dax im Plus

Kursgewinne: Der Dax hat im September bislang deutlich zugelegt

Der Dax klettert weiter. Vor allem Autowerte und Continental sind gefragt. Auch in den USA behält der Dow Jones die Marke von 27.000 Punkten im Blick.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag an seine Gewinne aus der vergangenen Woche angeknüpft. Überraschend starke Exportdaten stützten, denn statt eines erwarteten Rückgangs waren die Ausfuhren deutscher Waren im Vergleich zum Juni gestiegen. Im späten Handel schmolzen die Gewinne jedoch ab: Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) gewann der Dax Börsen-Chart zeigen 0,24 Prozent auf 12.220 Punkte. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Continental Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 2 und 3 Prozent. Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen starteten unterdessen jeweils mit leichten Gewinnen in den Handel.

Vor allem Autoaktien waren gefragt. "Autoaktien sind heute die Zugpferde unter den deutschen Standardwerten, während defensive Werte aus dem Immobilien- oder auch Pharmasektor sowie der Dax-Absteiger Thyssenkrupp Federn lassen", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Echte Euphorie sehe aber anders aus, ergänzte er. Denn der Dax bewege sich nur in einer engen Handelsspanne und kämpfe aktuell eher darum, die Marke von 12.200 Punkten zu halten.

EZB dürfte Geldschleusen am Donnerstag noch weiter öffnen

Der Fokus der Anleger liegt bereits auf den Notenbanken, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. "Die Hoffnung ist groß, dass sie die Aktienrally weiter antreiben und aus dem traditionell schlechten September einen starken Börsenmonat machen." Am Donnerstag etwa dürfte die EZB gleich Verschiedenes beschließen, um die Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln. In der folgenden Woche dann könnte die US-Notenbank eine weitere Zinssenkung vornehmen.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq kaum verändert

Die Hoffnung auf sinkende Leitzinsen nach schwachen Konjunkturdaten hat die Kurse an der Wall Street am Montag nur minimal gestützt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen tendierte im frühen Handel 0,1 Prozent höher, und auch an der Nasdaq legte der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen um 0,1 Prozent zu. Oberhalb von 27.000 Zählern winkt im Dow Jones das Rekordhoch von Mitte Juli bei knapp 27 400 Punkten.

"An der Wall Street herrscht noch immer die Hoffnung auf eine Zinssenkung", sagte Chefanalyst James Hughes vom Broker Axitrader. Diese sei am Freitag von unerwartet schwachen Arbeitsmarktdaten im August befeuert worden. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen hatte die Erwartungen verfehlt.

AT&T im Plus: Elliott macht Druck

Bei den Einzeltiteln dürften AT&T zum Wochenbeginn einen Blick wert sein. Der aktivistische Investor Elliott fordert vom Telekomkonzern den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft zählenden Aktiva. Elliott verwaltet nach eigener Aussage über Fonds AT&T-Aktien im Wert von 3,2 Milliarden US-Dollar. Vorbörslich zog der Kurs um 7,5 Prozent auf knapp 39 Dollar an und damit auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Die Verkäufe und weitere Maßnahmen könnten den Wert der Aktien bis 2021 auf über 60 Dollar steigen lassen, argumentierte Elliott.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Aktien von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen gaben nach ihrer jüngsten Erholung in der Spitze um 3 Prozent nach, konnten ihre Verluste zuletzt aber auf 1,3 Prozent reduzieren. Ein Händler verwies darauf, dass Vorstandschef Guido Kerkhoff Finanzinvestoren signalisiert habe, nur einen Minderheitsanteil an der Aufzugsparte zu verkaufen. Dies wirke negativ, da noch am Freitag Meldungen über ein Interesse des finnischen Kone-Konzerns an der Sparte die Aktien weiter angetrieben hatte.

Vonovia Börsen-Chart zeigen gaben als zweitschwächster Wert nach Thyssenkrupp um 1,3 Prozent nach, während etwa RWE Börsen-Chart zeigen und Merck KGaA Börsen-Chart zeigen um jeweils 0,9 Prozent sanken.

Die Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Continental Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen gewannen zuletzt zwischen 2,47 Prozent und 1,47 Prozent hinzu. Sie erholten sich und profitierten dabei unter anderem von jüngst guten Absatzzahlen, der Hoffnung auf eine leichte Verbesserung des Autoabsatzes in China sowie vom Optimismus im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Verzögerungen bei einem Großauftrag aus China veranlassten den Maschinenbauer Singulus Börsen-Chart zeigen seine Jahresprognose zu streichen. Die Papiere des in den vergangenen Jahren krisengeschüttelten Unternehmens büßten außerhalb der Dax-Familie etwas mehr als 4 Prozent ein.

Darüber hinaus bewegten Analystenurteile. So gewannen die ProSiebenSat.1-Aktien Börsen-Chart zeigen im Index der mittelgroßen Werte, dem MDax, fast 5 Prozent, nachdem die UBS eine Kaufempfehlung aussprach. Für Nordex Börsen-Chart zeigen ging es im SDax Börsen-Chart zeigen um etwas mehr als 3 Prozent hoch. Hier strich die australische Investmentbank Macquarie ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie des Windparkanlagenherstellers und erwartet nun eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

Vom Analysehaus Jefferies gleich um zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform" gesenkt, büßten die Aktien der Reederei Hapag-Lloyd etwas mehr als 7 Prozent ein. Nicht zuletzt Insider-Käufe des Großaktionärs Klaus-Michael Kühne hätten den Kurs in diesem Jahr hochgetrieben, schrieb Analyst David Kerstens. Das fundamentale Umfeld rechtfertige allerdings die inzwischen hohe Bewertung nicht.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich zum Wochenbeginn nur wenig bewegt. Am Montagmorgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1028 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1027 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel. Damit dürfte sich der Euro weiter über der Marke von 1,10 Dollar stabilisieren, nachdem er in der vergangenen Woche zeitweise bis auf 1,0926 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen war.

Ölpreise legen weiter zu

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 62,07 US-Dollar. Das waren 53 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 58 Cent auf 57,10 Dollar.

Am Ölmarkt rückt die Förderpolitik der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und verbündeter Förderländer stärker in den Fokus. Vertreter der in der sogenannten Opec+ zusammengefassten Ölstaaten treffen sich ab Mittwoch zu einem zweitägigen Treffen, um über die Fördermenge zu beraten. Marktbeobachter rechnen aber nicht mit einer Empfehlung für eine weitergehende Förderkürzung.

Im Fokus stand außerdem die Absetzung von Saudi-Arabiens Energieminister Chalid al-Falih. Am Wochenende war eine entsprechende Anordnung von König Salman veröffentlicht worden. Nachfolger wird demnach Prinz Abdulasis. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied des Königshauses die Verantwortung für die wichtige Ölpolitik des Landes bekommt.

mit dpa und reuters

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