Mittwoch, 13. November 2019

Börse Dax nahe 12.000 Punkten, Deutsche Bank klar im Plus

Dividenden-Könige: Die stärksten Dividenden-Aktien im Dax
DPA

Der Brexit wird aufgeschoben - spätestens bis Ende Oktober. Der Dax nähert sich wieder der Marke von 12.000 Punkten. Die Aktie der Deutschen Bank baut ihre Gewinne im späten Handel aus.

Der Brexit ist erneut aufgeschoben, Aktien-Käufer wagen sich zaghaft wieder vor. Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen notierte am Nachmittag mit 11.947 Punkten nur noch knapp unter der Marke von 12.000 Punkten, über der seine jüngste Rally vor wenigen Tagen zu Ende gegangen war. Zu den größten Gewinnern im Daz zählten die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, von Lufthansa Börsen-Chart zeigen und Continental Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 2 und 4 Prozent. Der MDax Börsen-Chart zeigenstand zuletzt mit 0,2 Prozent im Plus. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx Börsen-Chart zeigen schaffte ein Plus von 0,2 Prozent.

Anleger zeigten sich ernüchtert davon, dass Großbritannien deutlich mehr Zeit für den Brexit erhält. Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets sprach von einer "Irrfahrt der britischen Politik, auf die sich die Finanzmärkte nicht einstellen können". Ein Börsianer befürchtet, dass der neue Zeithorizont bis zum 31. Oktober die Tür für endlose Verhandlungen öffnet, sofern die Europawahl am 22. Mai noch mit Großbritannien ist. So richtig glaubt am Markt keiner an eine Lösung noch vor dem Wahltag.

Charttechnisch sieht Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel den Dax im grünen Bereich. Als positives Zeichen wertet er, dass der Leitindex mit 11.800 Punkten eine wichtige Marke bis zuletzt für sich behaupten kann. Einen neuen Test hält der Experte zwar wegen der latenten Brexit-Unsicherheit für nicht ausgeschlossen.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax, Dow und andere Indizes in Echtzeit


Wall Street: Dow Jones kaum verändert, Tesla unter Druck

US-Anleger haben Aktien am Donnerstag aus Furcht vor einer Konjunkturabkühlung nur mit spitzen Fingern angefasst. "Das Wachstum in den USA ist in diesem Jahr nicht so ausgeprägt wie im vergangenen Jahr und wird wohl im weiteren Verlauf weiter an Geschwindigkeit verlieren", sagte Chef-Anlagestratege Chris Scicluna vom Handelshaus Daiwa Capital Markets. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen und der S&P 500 notierten kaum verändert. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gab 0,1 Prozent nach.

Gedämpft wurde die Stimmung an der Börse unter anderem davon, dass die US-Unternehmen in der vergangenen Woche weniger Arbeitsplätze geschaffen haben als erwartet. Außerdem wollten sich die Investoren Händlern zufolge wegen der für Freitag erwarteten Quartalszahlen von JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen und Wells Fargo Börsen-Chart zeigen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Aus den Depots flogen die Aktien von Tesla Börsen-Chart zeigen , sie gaben knapp 4 Prozent nach. Der Elektroautobauer und der japanische Panasonic-Konzern wollen einem Zeitungsbericht zufolge ihre Pläne zum Ausbau der Batteriefabrik Gigafactory auf Eis legen.

Dax: Lufthansa Aktien legen wieder zu

Im Dax setzten sich die Lufthansa-Aktien Börsen-Chart zeigen mit einem Anstieg um 2,7 Prozent an die Spitze. Hier merkten Börsianer an, dass es die Papiere nach einigen Wochen Abstinenz wieder über die 200-Tage-Linie schafften, die bei Investoren als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Papiere europäischer Fluggesellschaften waren am Donnerstag allgemein gefragt. Wie es hieß, sorgte hier der verschobene Brexit für etwas Entspannung.

Im MDax standen einige Zahlenvorlagen im Blick. Die Aktien von Gerresheimer Börsen-Chart zeigen entschieden sich nach durchwachsenen Quartalszahlen und einem schwankenden Auftakt für die positive Richtung. Zuletzt rückten sie um 1,7 Prozent auf 71,50 Euro vor. Die Papiere des Verpackungsherstellers schafften es damit, sich über der zuletzt umkämpften Marke von 70 Euro festzusetzen.

Hella entwickelten sich mit einem Abschlag von 0,2 Prozent nach Zahlen weniger gut. Aussagen zur Schwäche des Automobilmarktes setzen die Titel des Licht- und Elektronikspezialisten nach ihrem zuletzt guten Lauf ein Stück weit unter Druck.

Weitere größere Kursbewegungen im MDax waren durch Analysen getrieben. Für Siltronic ging es um 1,6 Prozent bergab. Bei den Titeln des Waferherstellers zog eine Gewinnwarnung vom Vortag weitere Kreise, indem sich nun zahlreiche Analysten negativer zur Aktie äußerten.

Aurubis Börsen-Chart zeigen rutschten sogar um etwa 4 Prozent ab. Die Aktie des Kupferkonzerns wird nun von Goldman Sachs zum Verkauf empfohlen. Analyst Eugene King begründete seine negativere Einschätzung der Aktie mit gestiegenen Gewinnrisiken im laufenden Jahr.

Euro und Pfund stabil

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag im frühen Handel stabil präsentiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1280 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1279 Dollar festgesetzt.

Wenig verändert tendierte auch das britische Pfund. In der Nacht auf Donnerstag einigten sich Großbritannien und Vertreter der Europäischen Union auf eine Verschiebung des Brexit bis Ende Oktober. Ein chaotischer Brexit ohne Austrittsabkommen ist damit vorerst abgewendet. Auch der Euro reagierte kaum auf die Einigung.

Am Donnerstag stehen in Europa und den USA einige Konjunkturdaten auf dem Programm, die allerdings nicht aus der ersten Reihe mit starker Marktrelevanz stammen. In den Vereinigten Staaten äußern sich einige hochrangige Notenbanker, darunter der Vize-Chef der Fed, Richard Clarida, und der einflussreiche Chef der New Yorker Notenbank, John Williams.

Ölpreise geben etwas nach

Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gefallen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 71,44 US-Dollar. Das waren 29 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 32 Cent auf 64,29 Dollar.

Druck auf die Rohölpreise lösten neue Lagerdaten aus. Nach Angaben des US-Energieministeriums vom Mittwochnachmittag sind die Rohölvorräte der USA in der vergangenen Woche kräftig auf den höchsten Stand seit Ende 2017 gestiegen. Das höhere Angebot in den USA steht im Gegensatz zu der knappen Versorgung des Ölmarkts durch das Erdölkartell Opec.

Hinzu kommen zahlreiche Risiken auf der Angebotsseite wie die Krise im ölreichen Libyen oder der wirtschaftliche Niedergang Venezuelas. Das insgesamt knappe Angebot hatte die Rohölpreise am Mittwoch auf neue fünfmonatige Höchststände steigen lassen

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung