Mittwoch, 11. Dezember 2019

Börse Dax baut Verluste aus, SAP rutscht ab

Dax-Kurve an der Börse in Frankfurt

Das Brexit-Chaos treibt Anleger aus dem Markt. Zudem droht der Subventions- und Zollstreit zwischen EU und USA zu eskalieren. Der Dax fällt am Nachmittag zeitweise unter die Marke von 11.900 Zählern.

Anleger werden vorsichtig: Angesichts der bleibenden Brexit-Unsicherheit ist der Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag zeitweise wieder unter die Marke von 11.900 Zählern gerutscht. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,6 Prozent schwächer bei 11.895 Punkten. Zu den größten Verlierern im Index zählten die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen, Henkel Börsen-Chart zeigen und Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen. Auch die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard Börsen-Chart zeigen baute am Nachmittag ihre Verluste auf knapp 2 Prozent aus und fiel wieder unter die Marke von 107 Euro.

Investmentanalyst Uwe Streich von der LBBW sprach in einem Kommentar zur Brexit-Frage von einer "Brextension". Einen Tag vor dem EU-Sondergipfel am Mittwoch will die britische Regierungschefin Theresa May mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron Lösungswege ausloten. Zur Wochenmitte will sie in Brüssel um eine Verlängerung der Austrittsfrist bitten.

US-Börsen mit Verlusten erwartet

Die US-Börsen dürften am Dienstag ihre Verluste vom Wochenbeginn noch etwas ausweiten. Angesichts fehlender Neuigkeiten über den aktuellen Stand oder Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China fehlen die Impulse. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Börsen-Chart zeigen rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart 0,30 Prozent tiefer bei 26 262 Punkten.

Unter den Einzelwerten im US-Leitindex Dow könnten die Aktien der Ölkonzerne Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen Chevron Börsen-Chart zeigen angesichts der hohen Ölpreise weiter zulegen. Nach ihrem Anstieg auf neue fünfmonatige Höchststände zeigen sie sich aktuell stabil. Hohe Angebotsrisiken stützen die Preise. So wird einerseits eine Eskalation der Lage in Libyen befürchtet und dazu kommen neue Spannungen zwischen den USA und Iran. Die US-Regierung hat die iranischen Revolutionsgarden des Ölförderlandes als Terrororganisation eingestuft.


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Sonst hatte die Agenda an diesem Dienstag recht wenig zu bieten, bevor im späteren Wochenverlauf in den USA die nächste Runde der Unternehmensberichte eingeläutet wird. Nachrichtlich im Mittelpunkt stand am Morgen die Airbus-Aktie Börsen-Chart zeigen mit einem 1,5-prozentigen Abschlag, weil die USA im Subventionsstreit mit Vergeltungszöllen drohen. Davon betroffen sollen unter anderem auch Lieferanten der Luftfahrtindustrie sein: Aktien des Turbinenherstellers MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen büßten 2,4 Prozent ein.

Eine positive Branchenausnahme waren die Chipwerte, die Händlern zufolge von einer Steilvorlage aus Asien profitierten. In Taiwan hatte Globalwafers mit einer zuletzt starken Umsatzentwicklung überzeugt. Die gute Stimmung schwappte nach Europa herüber: Die Chiptitel von Infineon Börsen-Chart zeigen kletterten im Dax um 1,3 Prozent und jene des Waferherstellers Siltronic im MDax um 1,4 Prozent hoch.

Ansonsten war der Nachrichtenfluss auf Unternehmensseite eher studiengetrieben. SAP-Aktien Börsen-Chart zeigen litten im Dax mit rund 2 Prozent Minus unter gestrichenen Kaufempfehlungen gleich zweier Banken. Sowohl die britische HSBC als auch die schweizerische UBS gaben vor den bald erwarteten Zahlen zum ersten Quartal ihr bisheriges Votum mit "Buy" auf und begründeten dies nach einem guten Lauf mit nur noch begrenztem Aufwärtspotenzial.

Bei Cancom Börsen-Chart zeigen war die Tendenz positiver, die Papiere zogen im SDax Börsen-Chart zeigen um 5 Prozent an. Der IT-Dienstleister wurde von der Privatbank Berenberg zum Kauf empfohlen - im Gegensatz zum abgestuften Branchenkollegen Bechtle Börsen-Chart zeigen, dessen Papiere im MDax um 1,2 Prozent abrutschten. Analyst Gustav Froberg attestierte Bechtle eine stärkere Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen.

Auch bei Xing Börsen-Chart zeigen und Leoni Börsen-Chart zeigen sorgten Analysten für Gesprächsstoff, die beiden Aktien sackten am SDax-Ende um mehr als 3,5 Prozent ab. Für das Karrierenetzwerk zeigt sich die Deutsche Bank weniger optimistisch, weil die Aktienbewertung den Wachstumspfad bereits abbilde. Der Autozulieferer wird von der Quirin Bank nicht mehr zum Kauf empfohlen.

Ölpreise auf Fünfmonatshoch

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt und sind auf neue fünfmonatige Höchststände gestiegen. Nach wie vor sorgen hohe Angebotsrisiken für Preisauftrieb. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 71,13 US-Dollar. Das waren drei Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um neun Cent auf 64,49 Dollar. In der Nacht war der Preisauftrieb stärker gewesen.

Marktteilnehmer verweisen auf eine lange Liste mit Risiken für das ohnehin knappe Rohölangebot. Die Krise im erdölreichen Libyen droht sich eher zu verschärfen als zu beruhigen. Hinzu treten neue Spannungen zwischen den USA und dem Opec-Land Iran, nachdem die US-Regierung die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft hat.

Die Angebotsrisiken treffen auf einen Rohölmarkt, der bereits knapp versorgt ist. Dafür sorgt zum einen die Förderstrategie des Ölkartells Opec, die ihr Angebot knapp hält. Zudem hat die Wirtschaftskrise in Venezuela, das die weltweit größten Ölreserven besitzen soll, einen Einbruch der dortigen Förderung zur Folge.

Euro hält Vortagsgewinne

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag seine Gewinne vom Wochenauftakt zunächst halten können. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1260 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1246 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag ist zumindest durch Konjunkturdaten mit wenig Einfluss auf die Devisenkurse zu rechnen. Sowohl in Europa als auch in den USA werden nur wenige Wirtschaftszahlen veröffentlicht. Auch Reden hochrangiger Notenbanker stehen so gut wie keine an.

Damit dürfte einmal mehr der Brexit die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen. Einen Tag vor dem EU-Sondergipfel am Mittwoch will die britische Regierungschefin Theresa May mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron Lösungswege ausloten. Nach wie vor ist nicht absehbar, ob Großbritannien mit oder ohne Austrittsvertrag aus der Europäischen Union ausscheidet.

mit Nachrichtenagenturen

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