Sonntag, 21. Juli 2019

Börse US-Börsen bremsen den Dax

Dax-Kurve an der Börse in Frankfurt

Atempause: Der Dax fällt wieder knapp unter die Marke von 12.000 Punkten. Vor allem die Verluste bei Thyssenkrupp, SAP und Continental belasten. Auch in den USA werden Anleger vorsichtig.

Den Dax Börsen-Chart zeigen hat am Montag nach seiner siebentägige Gewinnserie ein wenig die Kraft verlassen. Mit einer Rally um fast 500 Punkte oder gut vier Prozent war die letzte Börsenwoche die stärkste seit Ende 2016. Zuletzt notierte der Dax 0,4 Prozent leichter bei 11.955 Punkten. Er kehrte damit unter die Marke von 12.000 Punkten zurück, die er in der Vorwoche erstmals seit Oktober wieder erobert hatte. Auch in den USA ließen es Anleger ruhiger angehen: Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gaben am Montag Nachmittag im frühen US-Handel jeweils um 0,3 Prozent nach.

Die Postbank sieht den Markt zu Wochenbeginn nach dem jüngsten Lauf reif für Gewinnmitnahmen. Die weitere Luft nach oben könnte nun Experten zufolge vorerst etwas dünner werden: Chartexperte Andreas Büchler von Index Radar sprach in einem Kommentar von einer vorläufigen Überhitzung beim Dax, sodass geduldige Anleger wohl "bald zu etwas günstigeren Preisen in den deutschen Aktienindex investieren können".

Auch der MDax Börsen-Chart zeigen zollte seiner jüngsten Rally etwas Tribut, er fiel um 0,42 Prozent auf 25.438,49 Punkte. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Eurozone folgte dem mit einem Abschlag von 0,3 Prozent. In New York wird zudem der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Montag ebenfalls schwächer erwartet.

Im Blick bleibt die Brexit-Entwicklung. Im schier unendlichen Gezerre beginnt erneut eine entscheidende Woche, denn nach jetzigem Stand sollen die Briten die EU an diesem Freitag verlassen. Mit Spannung wird erwartet, ob die Gespräche zwischen der Regierung von Premierministerin Theresa May und der Labour-Opposition über einen Ausweg aus der Sackgasse an diesem Montag erste Ergebnisse bringen.


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Unter den Verlierern im Dax waren einige Autowerte, darunter BMW und Continental mit Abgaben von 0,5 und 2 Prozent. Bei BMW Börsen-Chart zeigen bremste eine Rückstellung von rund einer Milliarde Euro für mögliche Kartellstrafen den Kurs. Bei Continental Börsen-Chart zeigen wurden die Verluste mit einer Analystenstimme in Zusammenhang gebracht. Die Experten von Kepler Cheuvreux haben ihre Kaufempfehlung für die Aktien des Autozulieferers aufgegeben.

Ein großer Verlierer im Dax waren ferner die SAP-Aktien Börsen-Chart zeigen, die mit einem 1,8-prozentigen Abschlag an ihre Flaute vom Freitag anknüpften. Für Unsicherheit unter den Anlegern sorgte zu Wochenbeginn der Abschied des für die wichtigen Cloud-Angebote zuständigen Vorstandsmitglieds Robert Enslin. Damit nimmt binnen weniger Wochen das zweite Mitglied der obersten Führungsebene seinen Hut.

Für Henkel Börsen-Chart zeigen dagegen ging es an der Dax-Spitze in einem europaweit freundlichen Branchenumfeld um 1,5 Prozent nach oben. Auf der Aktionärsversammlung hatte der Konsumgüter- und Klebstoffkonzern seine Ziele für 2019 und die Folgejahre bekräftigt, Tags darauf wartet nun auf die Anleger die nächste Dividendenauszahlung.

Im MDax zeigten sich die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen mit Abgaben von etwa 2 Prozent besonders schwach. Hier liegt der der Fokus ungebrochen auf der Diskussion über eine Fusion mit der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, deren Papiere im Dax um 0,8 Prozent fielen. Ein Händler sah eine Belastung in einem Pressebericht, wonach der größere Wettbewerber für die Commerzbank nicht die in solchen Fällen übliche Prämie zahlen will.

Fraport Börsen-Chart zeigen waren im MDax mit einem 1,5-prozentigen Abschlag unter den Verlierern. Das kanadische Analysehaus RBC hatte sich skeptisch zu den Aussichten für Flughafenbetreiber geäußert und die Aktien des Frankfurter Unternehmens auf "Underperform" abgestuft.

Ansonsten gingen die stärker werdenden Protestbewegungen in deutschen Großstädten und die Debatte über mögliche Enteignungen nicht spurlos an Immobilienwerten vorbei. Unter den im MDax vertretenen Branchenaktien fielen Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen um 1,6 Prozent.

Im SDax Börsen-Chart zeigen ließen die Anleger von Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen einmal mehr das Bundesliga-Wochenende Revue passieren. Nach dem Fünf-Tore-Trauma im Spitzenspiel gegen Bayern München herrscht dieses Mal wieder Katerstimmung, die Aktien fielen um 2,8 Prozent.

Euro weiter über 1,12 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Montag weiter über der Marke von 1,12 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1230 Dollar und damit in etwa so viel wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1233 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenstart stehen nur wenige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, die für Kursbewegung sorgen könnten. In Europa dürften Zahlen vom deutschen Außenhandel von Bedeutung sein. In den USA stehen Auftragszahlen aus der Industrie auf dem Programm. Wie schon in den vergangenen Wochen werden die Zahlen daraufhin geprüft, ob bestehende Konjunktursorgen weiterhin angebracht sind.

Ölpreise wegen Libyen-Krise auf Fünfmonatshoch

Die Ölpreise haben am Montag angesichts hoher Angebotsrisiken neue fünfmonatige Höchststände erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 70,60 US-Dollar. Das waren 26 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 63,33 Dollar.

Marktteilnehmer nannten die drohende Eskalation der Krise in Libyen als einen Grund für die Preisaufschläge am Ölmarkt. In dem ölreichen Opec-Land sieht sich die international anerkannte Regierung einer militärischen Offensive des einflussreichen Generals Chalifa Haftar ausgesetzt.

Libyen hat im vergangenen Monat etwa 1,1 Millionen Barrel Rohöl am Tag gefördert und ist damit ein mittelgroßer Produzent im Ölkartell Opec. Hinzu kommen jedoch die US-Sanktionen gegen den Iran und die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela. Zusammen mit der Opec-Strategie eines knappen Angebots sorgen die Entwicklungen für steigende Ölpreise.

mit Nachrichtenagenturen

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