Donnerstag, 5. Dezember 2019

Dax schließt kaum verändert Deutsche Bank dementiert Berichte über Kapitalerhöhung

Börse: Der Dax schwankt stark

Das Brexit-Chaos hält Anleger in Atem. Der Dax schließt am Donnerstat kaum verändert bei 11.450 Punkten. Die Aktie der Deutschen Bank gibt deutlich nach, obwohl das Bankhaus einen Bericht der "FT" über eine mögliche Kapitalerhöhung dementiert hat.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag einen neuen Erholungsversuch unternommen, diesen jedoch bis zum Schluss des Xetra-Handels wieder abgebrochen. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex kaum verändert bei 11.424 Punkten. Der Index der mittelgroßen Werte MDax Börsen-Chart zeigen sowie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gingen ebenfalls kaum verändert aus dem Handel.

In den USA starteten die wichtigsten Indizes unterdessen mit leichten Gewinnen. Sowohl Dow Jones Börsen-Chart zeigen als auch Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen legten im frühen US-Handel jeweils 0,3 Prozent zu. Anleger hoffen auf Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen China und den USA.

Nach Angaben amerikanischer Regierungsvertreter sind beide Seiten bei den Bemühungen für eine Lösung vorangekommen, unter anderem beim sensiblen Thema Technologietransfer. Im Vorfeld einer neuen Gesprächrunde in Peking sagte Finanzminister Steven Mnuchin, er und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer freuten sich auf "produktive Treffen". Eine schnelle Lösung sei aber nicht in Sicht, sagte Stratege Rick Meckler vom Vermögensverwalter Cherry Lane. "Wir sind in einer Situation, in der die Anleger Konkretes haben wollen, anstatt nur vom Fortschritt zu reden."

Brexit-Chaos wird noch größer

Das Brexit-Chaos hat sich noch vergrößert: Am Mittwochabend hatte das britische Parlament bei einer Testabstimmung alle acht vorgelegten Alternativen für den Deal, den Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hatte, abgelehnt. "Jetzt wissen wir genauso wenig wie vorher, was die britischen Abgeordneten tatsächlich wollen", kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets UK.

Bayer testet Siebenjahrestief - Konzern soll 80 Millionen Dollar an einzelnen Kläger zahlen

Am deutschen Aktienmarkt stand einmal mehr Bayer mit einem zeitweisen Rutsch auf ein Siebenjahrestief im Fokus - zuletzt drehten die Aktien aber ins Plus. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern erlitt in einem richtungweisenden US-Prozess um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Roundup der Tochter Monsanto eine herbe Schlappe und soll dem 70-jährigen Kläger Edwin Hardeman Schadenersatz in Gesamthöhe von 80,3 Millionen Dollar zahlen.

Deutsche Bank dementiert Gerüchte über Kapitalerhöhung

Die Papiere der Deutschen Bank büßten mehr als drei Prozent ein. Das Interesse der Fondsgesellschaft Amundi an der Fondstochter DWS der Frankfurter konnte zwei kritische Medienberichte nicht kompensieren. Laut "Handelsblatt" prüft das Geldhaus, ob die bisherigen Sparpläne angesichts der Geschäftsentwicklung im ersten Quartal ausreichen. Zudem werde für den Fall einer Fusion mit der Commerzbank eine bis zu zehn Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung erwogen, heißt es in der "Financial Times". Von der Deutschen Bank hieß es daraufhin, über dieses Thema gebe es keine Gespräche im Vorstand.

In Peking starten derweil neue hochrangige Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China - auf US-Seite vertreten durch den Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax, Dow und andere Indizes in Echtzeit


United Internet und Drillisch unter Druck

Die Aktien von United Internet Börsen-Chart zeigen und 1&1 Drillisch zählten mit Verlusten von viereinhalb und mehr als neun Prozent zu den schwächsten Werten im MDax. Der Telekommunikationsanbieter und Internetdienstleister will die eigene Dividende wie auch die von Drillisch Börsen-Chart zeigen drastisch zusammenstreichen, falls die Tochter bei der teuren Versteigerung von Frequenzen für den kommenden Mobilfunkstandard 5G zum Zuge kommt. Zudem stießen Aussagen beider Unternehmen zur Geschäftsentwicklung auf wenig Begeisterung. Die US-Investmentbank Goldman Sachs monierte enttäuschende Wachstumsziele.

Für Hochtief-Titel Börsen-Chart zeigen ging es um über sieben Prozent auf 130,50 Euro nach unten. Händler verwiesen darauf, dass sich der Großaktionär Atlantia von einem Drittel seiner Beteiligung trenne. Der Anteil des italienischen Autobahnbetreibers sinke dadurch von 24 auf 16 Prozent. Die US-Investmentbank Goldman Sachs habe im Auftrag von Atlantia 4,35 Millionen Hochtief-Aktien zu einem Preis von 131 Euro je Anteilsschein bei institutionellen Anlegern platziert.

Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown konnte die Anleger trotz eines operativen Ergebnissprungs im vergangenen Jahr nicht überzeugen: Die Aktien verloren mehr als viereinhalb Prozent und fielen damit weiter hinter ihr zwei Tage altes Rekordhoch zurück. Aroundtown habe habe schlechter abgeschnitten als von ihm erwartet, schrieb Goldman-Analyst Jonathan Kownator.

Dagegen eroberte Evotec Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von über viereinhalb Prozent die MDax-Spitze. Das Biotech-Unternehmen habe mit seinen Jahreszahlen positiv überrascht und auch einen besser als erwarteten Ausblick auf 2019 gegeben, lobte ein Händler.

Größter Verlierer im Nebenwerte-Index SDax Börsen-Chart zeigen war SMA Solar Börsen-Chart zeigenmit einem Kursrutsch von gut zwölf Prozent. Der Preisdruck durch die asiatische Konkurrent hatte dem Solarkonzern 2018 einen hohen Verlust eingebrockt, wie aus den endgültigen Jahreszahlen hervorgeht.

Euro steigt leicht

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Donnerstag mit leichten Kursgewinnen gestartet. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1258 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1261 Dollar festgesetzt.

Am Vortag konnten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi den Euro nicht stützen. Er kündigte weiterhin eine extrem lockere Geldpolitik an.

In Großbritannien haben die Abstimmungen im Parlament am Abend keine Klarheit zum Brexit gebracht. Nun wird mit Spannung erwartet, wann Premierministerin Theresa May ihr Brexit-Abkommen erneut zur Abstimmung stellen will. Das Pfund war in der Nacht unter Druck geraten, erholte sich am Morgen jedoch wieder etwas.

Der Fokus am Devisenmarkt ist auf Zahlen zur Geldmenge und Verbraucherpreisen in Deutschland und Spanien gerichtet. "Bei den Verbraucherpreisen zeichnet sich ein energiepreisbedingter Anstieg ab", schrieb Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Aufgrund eines Basiseffekts geht er davon aus, dass die Jahresteuerungsrate aber auf einem unverändert moderaten Niveau bleibt.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise sind am Donnerstag gefallen und haben somit die Kursverluste vom Vortag fortgesetzt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen 67,60 US-Dollar. Das waren 23 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 28 Cent auf 59,13 Dollar.

An den Märkten hatten sich zuletzt Konjunkturängste verstärkt. Dadurch werden riskantere Anlagen, zu denen auch Rohstoffe gehören, unter Druck gesetzt. Lagerdaten aus den USA hatten die Ölpreise am Vortag zudem belastet. Laut Energieministerium sind die Erdölvorräte in der vergangenen Woche spürbar gestiegen. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet.

Der russische Energieminister Alexander Novak will kommende Woche mit Venezuelas Energieminister Manuel Quevedo in Moskau zusammentreffen, wie die russische Agentur Interfax berichtete. In dem wichtigen südamerikanischen Förderland und Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) herrscht eine schwere politische und wirtschaftliche Krise. Strommausfälle sollen zuletzt auch wichtige Ölverladehäfen getroffen haben.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,13 Prozent am Vortag auf minus 0,14 Prozent Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 143,23 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,11 Prozent auf 166,34 Punkte. Der Eurokurs sank auf 1,1217 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1261 (Dienstag: 1,1291) Dollar festgesetzt.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung