Freitag, 19. April 2019

Börse Dax erholt sich, Wirecard haussiert

Börse: Der Dax schließt am Dienstag knapp im Plus

Der Dax steigt wieder über die Marke von 11.400 Punkten. In den USA legen Dow Jones und Nasdaq leicht zu. Die Aktie von Wirecard steigt nach Veröffentlichung des externen Untersuchungsberichtes um mehr als 20 Prozent.

Kurserholung: Nach den Kursverlusten zum Wochenstart hat der deutsche Aktienmarkt zu einer Erholung angesetzt. Der Dax Börsen-Chart zeigen schwankte zunächst um den Vortagesschluss von 11.351 Punkten, drehte dann aber ins Plus und notierte zum Handelsschluss auf Xetra um 0,6 Prozent fester bei 11.419 Zählern. Zuvor hatte der Dax vom Hoch am Dienstag vergangener Woche fast 4 Prozent verloren. Auch die Nebenwerte-Indizes TecDax und MDax Börsen-Chart zeigen schlossen am Dienstag knapp im Plus.

Wirecard steigt zweistellig: Untersuchungsbericht veröffentlicht

Größter Gewinner im Dax war die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard. Die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen setzte sich mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent auf 124 Euro an die Spitze des Dax. Laut Wirecard habe es bei der externen Untersuchung des Unternehmens durch die Rechtsanwalts-Kanzlei Rajah & Tann keine Feststellungen zum so genannten "Round Tripping" gegeben . Auch der Korruptionsverdacht habe sich nicht erhärtet. Die Papiere sprangen zeitweise um rund 30 Prozent zeitweise auf 129,70 Euro nach oben, gaben dann aber einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Die Untersuchung der Kanzlei Rajah & Tann LL.P. Singapore habe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernabschlüsse festgestellt, teilte Wirecard mit. Unter anderem sei im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatz von 2,5 Millionen Euro fälschlicherweise verbucht worden, was rückwirkend für 2017 korrigiert werde und durch andere identifizierte positive Korrekturen kompensiert werde. Ende Januar waren die Wirecard-Aktien nach einem Bericht der "Financial Times" über angebliche bilanzielle Unregelmäßigkeiten eingebrochen. Von 167,40 Euro zuvor ging es bis in den Februar hinein um fast die Hälfte auf 86 Euro nach unten, bevor der Kurs sich fing.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq legen wieder zu

Börsianer in den USA haben ihre Rezessionsängste am Dienstag hinten angestellt und sich wieder aus der Deckung getraut. Die Leitindizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen , Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen und S&P 500 stiegen zur Eröffnung jeweils etwa ein Prozent, gaben dann aber einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab. "Die Panik hat sich wieder gelegt", sagte Scott Brown, Chefvolkswirt vom Handelshaus Raymond James. "Die Rezessionsängste von vergangener Woche lassen nach, aber sie werden wohl noch eine Weile lang in den Hinterköpfen der Anleger schlummern."

In diese Richtung wiesen auch die Renditen dreimonatiger US-Bonds, die erneut über denen zehnjähriger Anleihen lagen. Allerdings rechnen immer mehr Börsianer mit einer Zinssenkung der US-Notenbank Fed in den kommenden Monaten, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln.

Zu den Favoriten an der New Yorker Börse gehörten Apple Börsen-Chart zeigen mit einem Kursplus von 1,9 Prozent. Der Konzern hatte am Montag den Einstieg in den von Netflix Börsen-Chart zeigen dominierten Videostreaming-Markt angekündigt, um vom iPhone unabhängiger zu werden. Dessen Verkäufe hatten zuletzt vor allem in China geschwächelt.

Boeing Börsen-Chart zeigen setzten ihre Erholung vom Vortag fort und stiegen um weitere 1,3 Prozent. Der Flugzeugbauer stellt eine Software-Update für den nach zwei Abstürzen in die Kritik geratenen Typ 737 MAX zur Verfügung.

Bayer-Aktie gibt weiter nach

Zu den Verlierern im Dax zählten dagegen erneut die Aktien von Bayer, die um weitere 1,5 Prozent nachgaben und mit 56,45 Euro auf den tiefsten Stand der vergangenen sieben Jahre fielen.

"Die Richtungssuche an der Börse geht weiter", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Einerseits suchten Schnäppchenjäger ihre Chance, andererseits sicherten sich Investoren aber auch gegen Kursverluste ab. "Es ist offensichtlich, dass mehr und mehr Anleger dem aktuellen Kursniveau misstrauen. Gleichzeitig haben viele Angst, ihre Aktienbestände zu früh zu reduzieren."

Das Brexit-Chaos sorgt derweil jedenfalls nicht für Beruhigung: Nach einer weiteren Schlappe für Premierministerin Theresa May wird das Unterhaus nun gegen den Willen der Regierung über Alternativen zum Brexit-Abkommen beraten.

An der Wall Street setzt am Vorabend eine Stabilisierung ein, die am Morgen vor allem der japanische Nikkei Börsen-Chart zeigen fortsetzte. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 2,5 Prozent höher, nachdem er zum Wochenstart noch um 3 Prozent eingebrochen war. Gemeinsam mit den Aktien japanischer Exportunternehmen profitierte er von einer Abkühlung beim zuletzt erstarkten Yen.

Daten zum Immobilienmarkt in den USA im Februar und zum Verbrauchervertrauen im März können am Nachmittag neue Rückschlüsse auf den Zustand der US-Konjunktur geben und auch die Börsen bewegen.


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Airbus profitiert von Großauftrag aus China

Im Fokus standen die im Nebenwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen notierten Aktien von Airbus Börsen-Chart zeigenmit einem Plus von 1,5 Prozent zu. Der Flugzeugbauer erhielt aus China Aufträge über 30 Milliarden Euro.

Um 6,5 Prozent nach oben ging es für die Titel von Nordex Börsen-Chart zeigen. Der Windturbinenbauer ist dank prall gefüllter Auftragsbücher zuversichtlich, die Erlöse in diesem Jahr auf 3,2 bis 3,5 (Vorjahr: 2,5) Milliarden Euro zu steigern.

Euro fällt leicht

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag etwas nachgegeben. Am Vormittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1306 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1325 Dollar festgesetzt.

Im Euroraum stehen am Dienstag nur wenige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Französische Wachstumsdaten bewegten die Märkte kaum. Am Nachmittag werden in den USA zahlreiche Zahlen vom Immobilienmarkt veröffentlicht. Außerdem stehen Daten zur Verbraucherstimmung im Kalender. Zudem wollen sich einige hochrangige Vertreter der amerikanischen Notenbank Fed äußern.

mit Agenturen

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