Mittwoch, 24. April 2019

Börse US-Börsen drücken Dax, Bayer-Aktie setzt Kursrutsch fort

Kursrutsch: Der Dax gibt deutlich nach

Die weltweiten Konjunktursorgen haben Dax und Dow Jones weiter im Griff. Dagegen konnten am Montag auch überraschend gute deutsche Konjunkturdaten wenig ausrichten. Bayer setzt seinen Kursrutsch fort.

Anleger bleiben nervös: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen gab am Montag Nachmittag weiter nach, nachdem er am Freitag bereits deutlich abgerutscht war. Zuletzt notierte der Dax 0,4 Prozent schwächer bei 11.321 Punkten. Mitte vergangener Woche hatte der Index noch bei 11.800 Punkten notiert.

An der Wall Street gab der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Montag um 0,4 Prozent auf 24.400 Zähler nach und markierte damit den tiefsten Stand seit zwei Wochen. Am Freitag war er wegen neu aufgeflammter Konjunktursorgen bereits um 1,8 Prozent gefallen. Auch der Technologieindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen setzte mit einem Verlust von 0,6 Prozent seine Talfahrt fort.

Biogen startet Erholungsversuch

Nach dem jüngsten Kursrutsch wegen einer gefloppten Studie mit einem Alzheimer-Mittel versucht der Pharmakonzern Biogen Börsen-Chart zeigen seine Anleger nun mit Aktienrückkäufen versöhnlich zu stimmen. Die Titel waren an den vergangenen beiden Handelstagen um fast ein Drittel eingebrochen, nun ging es um 1,7 Prozent nach oben. Bis zu 5 Milliarden Dollar sollen an die Aktionäre fließen.

Boeing etwas fester

Für die Aktien von Boeing Börsen-Chart zeigen ging es um 0,8 Prozent nach oben, obwohl der Druck bei dem Flugzeugbauer wegen der Krise mit dem Unglücksflieger 737 Max nicht abreißt. Die größte US-Fluggesellschaft American Airlines streicht wegen der Boeing-Krise weitere Flüge. Derweil musste ein Dreamliner-Jet wegen Rauchentwicklung außerplanmäßig auf einer Pazifik-Insel notlanden.

Apple will Streamingdienst präsentieren

Apple -Anleger blicken am Montag gespannt nach Cupertino, wo zu einem Pressetermin geladen wurde. Vermutet wird, dass der Technologiegigant in Zeiten stockender iPhone-Absätze als neue Erlösquellen einen eigenen Video-Streamingdienst und neue Abo-Angebote vorstellen wird. Die Aktien legten vorbörslich 0,6 Prozent zu. In diesem Jahr haben sie sich schon um mehr als ein Fünftel von ihrer Talfahrt im vierten Quartal.

Derweil senkten die Anlagestrategen der UBS nach der starken Kurserholung seit den Tiefs im Dezember den Aktienanteil in ihrem Modellportfolio und raten zu Gewinnmitnahmen. Globale Aktien hätten in US-Dollar gerechnet bereits fast wieder ihren Höchststand erreicht, schrieben die Experten um Jon Gordon in einer aktuellen Studie.


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Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Im MDax entwickelten sich die Aktien von Scout24 mit einem minimalen Plus etwas überdurchschnittlich. Der Betreiber von Online-Portalen, der vor einer möglichen Übernahme durch die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedman steht, legte detaillierte Jahreszahlen vor und will nach einem Gewinnplus eine höhere Dividende ausschütten. Dass der Unternehmenschef Interesse am Kleinanzeigengeschäft von Ebay Börsen-Chart zeigen äußerte, gab dem Kurs kaum Impulse. Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin "Capital" bereits über ein Kaufinteresse des Medienkonzerns Axel Springer berichtet.

Bei Vossloh Börsen-Chart zeigen konnten sich die Anleger über ein Kursplus von knapp einem Prozent und einen der vorderen Plätze im Nebenwerte-Index-SDax freuen. Laut Händlern profitierten die Titel des Bahninfrastrukturkonzerns von einem Bericht in der "Bild am Sonntag". Diesem zufolge will die Bundesregierung in der kommenden Dekade rund 50 Milliarden Euro in die Modernisierung des Schienennetzes investieren.

Für deutlichere Kursausschläge sorgten indes einige Analystenkommentare. Bayer-Aktien sackten am Dax-Ende um weitere fast 2 Prozent auf 58,20 Euro ab und erreichten damit den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012. Die US-Investmentbank Merrill Lynch strich nach einer Schlappe in einem Prozess rund um die Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup ihre Kaufempfehlung für die Titel des Pharma- und Agrarchemiekonzerns. Zuletzt hatten sich schon etliche Analysten wegen des jüngsten Roundup-Urteils negativ zu Bayer geäußert.

Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen war mit über zwei Prozent Minus einer der größten Verlierer im MDax. Die britische Investmentbank HSBC rät nicht mehr zum Kauf der Aktie. Die chinesische Billigkonkurrenz beim Solarindustrierohstoff Polysilizium mache dem Spezialchemiekonzern weiter zu schaffen, hieß es zur Begründung.

Derweil führte FMC mit einem Kursanstieg um über 2 Prozent die Gewinnerliste im Dax an. Die Anteilsscheine des Dialysespezialisten profitierten von einer Kaufempfehlung der Commerzbank. Analyst Oliver Metzger begründete die Hochstufung damit, dass die verbesserte Geschäftsdynamik und die guten Aussichten noch nicht ausreichend eingepreist seien.

Euro legt wieder zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Montag nach der Veröffentlichung von deutschen Konjunkturdaten gestiegen. Am Vormittag kletterte die Gemeinschaftswährung auf 1,1323 US-Dollar. Sie stand damit etwas höher als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1302 Dollar festgesetzt.

Schwung gab das Ifo-Geschäftsklima. Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich demnach etwas aufgehellt, wie die Befragung von etwa 9000 Unternehmen ergeben hat. Der Indikator wird als gute Schätzgröße für das künftige Wirtschaftswachstum angesehen.

Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer stand besonders nach schwachen Industriedaten aus Deutschland und Frankreich am Freitag im Fokus. Vor dem Wochenende hatte der Euro stark um etwa einen US-Cent an Wert verloren. Die Zahlen hatten weltweit eine Flucht der Anleger in Sicherheit zur Folge, von der auch der amerikanische Dollar profitierte.

Ölpreise begrenzen Verluste

Die Ölpreise sind am Montag leicht gefallen. Nach wie vor werden die Notierungen von Konjunktursorgen belastet. Allerdings konnten die Verluste aus dem frühen Handel ein Stück weit eingegrenzt werden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete gegen Mittag 66,84 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 14 Cent auf 58,90 Dollar.

Konjunktursorgen bleiben ein bestimmendes Thema am Ölmarkt. Vor allem eine Reihe schlechter Daten zur Entwicklung der Konjunktur in der Industrie hatte die Ölpreise belastet. Sollte sich die globale Konjunktur tatsächlich stark eintrüben, spräche dies für eine schwächere Rohölnachfrage und damit für fallende Erdölpreise.

Belastet wurde Rohöl darüber hinaus durch den starken US-Dollar. Dieser profitierte von der weltweiten Fluchtbewegung, die durch enttäuschende Industriedaten aus Europa ausgelöst wurde. Ein starker Dollar verteuert Erdöl für Investoren außerhalb des Dollarraums und lastet deshalb auf der Nachfrage.

Gestützt wurden die Ölpreise hingegen durch die Entwicklung der Förderanlagen in den USA. Am Freitagabend hatte die Ausrüsterfirma Baker Hughes gemeldet, dass die Zahl der aktiven Bohrlöcher in der vergangenen Woche auf 824 gefallen war. Das ist ein überraschend starker Rückgang und das niedrigste Niveau seit etwa einem Jahr.

mit Nachrichtenagenturen

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