Börse Dax steigt, Fusionsgerüchte treiben Deutsche Bank Aktie

Trotz des am Mittwochabend anstehenden Misstrauensvotums gegen die britische Regierungschefin Theresa May baut der Dax seine Gewinne aus und steigt über die Marke von 10.900 Punkten. Auch an der Wall Street legen Dow Jones und Nasdaq zu. Gute Nachrichten aus China, USA und im Fall Huawei locken Käufer hervor. Die Aktien von Fresenius und Deutsche Bank legen kräftig zu.
Kurstafel an der Frankfurter Börse: Der Dax ist auf Erholungskurs

Kurstafel an der Frankfurter Börse: Der Dax ist auf Erholungskurs

Foto: DPA

Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte an seine Vortageserholung angeknüpft und ist erneut deutlich fester aus dem Handel gegangen. Neue Hinweise einer Annäherung im US-Handelsstreit mit China sowie Hoffnungen auf ein politisches Überleben der britischen Premierministerin Theresa May stützten europaweit die Kurse. Der Dax  baute seinen Gewinn im Tagesverlauf aus und schloss 1,38 Prozent höher bei 10 929,43 Punkten. Der MDax  stieg am Mittwoch um 1,81 Prozent auf 22 622,15 Punkte. Der EuroStoxx 50 rückte um 1,72 Prozent auf 3107,97 Punkte vor. Für den Pariser Leitindex Cac 40 und den Londoner FTSE 100 ging es um 2,2 beziehungsweise 1,1 Prozent nach oben. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) stand zum europäischen Handelsschluss mit etwa 1,2 Prozent im Plus.

Am Markt wirkte weiter positiv, dass in den Handelskonflikt zwischen China und den USA Bewegung zu kommen scheint. China habe sich in Richtung einer Senkung von Zöllen von importierten Autos aus den USA bewegt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Ein Vorschlag, der die Reduzierung von Zöllen auf US-Autos von derzeit 40 Prozent auf nur noch 15 Prozent vorsehe, werde von der chinesischen Regierung in den kommenden Tagen geprüft, hieß es.

Deutsche Bank und Commerzbank: Neue Gerüchte um Fusion

Unter den Einzelwerten standen am Mittwochnachmittag die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank mit Kursgewinnen von 5,8 beziehungsweise 5,6 Prozent im Anlegerfokus. Grund dafür waren erneute Spekulationen um einen möglichen Zusammenschluss beider Geldhäuser. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtete, hat die Bundesregierung ihre Bemühungen intensiviert, eine Fusion beider Institute zu erleichtern.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass die deutsche Bundesregierung ihre Bemühungen forciere, einer Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank den Weg zu ebnen. Die Aktien beider Institute legten um je knapp sechs Prozent zu. Zudem sollen die spanischen Branchenvertreter Unicaja und Liberbank ein Zusammengehen prüfen, was deren Anteilsscheinen Kurssprünge von knapp 15 beziehungsweise 14 bescherte.

Fresenius startet Erholungsversuch

An der Spitze des Dax  lagen Fresenius mit einem Kursgewinn von fast 7 Prozent. Nach Gewinnwarnungen des Betreibers von Krankenhäusern hatten die Papiere in nicht einmal zwei Monaten mehr als 40 Prozent eingebüßt. Auf dem niedrigen Kursniveau sah Analyst Tom Jones von der Berenberg Bank die Sorgen der Investoren "nun vollständig eingepreist".

Die Diskussion über die strategische Ausrichtung von Axel Springer hat die Papiere des Medienkonzerns um 1,5 Prozent ins Minus befördert. Konzernchef Mathias Döpfner hatte auf einer Investorenveranstaltung über eine stetige Überprüfung der Konzernstruktur gesprochen. In Medienberichten wurde dies dahingehend ausgelegt, dass damit das lukrative Digitalgeschäft abgespalten werden könnte.

Misstrauensvotum gegen Theresa May - Pfund schwankt stark

Im Ringen um einen EU-Austritt Großbritanniens bleibt die Lage unübersichtlich. Nach der Absage des Brexit-Votums im Unterhaus muss sich Premierministerin Theresa May am Mittwoch Abend ab 19 Uhr einem parteiinternen Misstrauensvotum stellen. Doch ob die May-Kritiker die nötige Mehrheit zustande bekommen, um May zu stürzen, ist zweifelhaft.

An den Devisenmärkten stand das Pfund Sterling im Mittelpunkt. Es ging auf Berg- und Talfahrt, nachdem sich May am Abend einem Misstrauensvotum ihrer Partei stellen muss. Sie rechnet im Falle ihrer Niederlage bei der Vertrauensabstimmung mit einem verzögerten Brexit. Das britische Pfund legte am Nachmittag wieder zu. Nach den Kursverlusten vom Vortag stieg sein Wert bis zum Mittwochmittag auf 1,2579 Dollar. Hintergrund war eine BBC-Erhebung, wonach May aus der Abstimmung am Mittwochabend als Siegerin hervorgehen wird.

Energiewerte RWE und Eon im Dax gefragt

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Auf den vorderen Plätzen im Dax lagen die Versorger Eon  und RWE  mit Kursgewinnen von rund 3 Prozent. Beobachtern zufolge könnten sie von einem neuerlichen Hinweis aus der Politik auf einen nicht ganz so raschen und drastischen Schwenk in der deutschen Energie- und Klimapolitik profitieren. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte auf der UN-Klimakonferenz im Polen, man könne Maßnahmen zum Klimaschutz nicht "einfach so durchdrücken, ohne Rücksicht auf Verluste".


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Die Aktien des Vermögensverwalters DWS gerieten dagegen nach einem skeptischen Kommentar der Bank JPMorgan unter Druck und büßten knapp 3 Prozent ein. Anteile von Norma litten mit einem Abschlag von 3,3 Prozent unter einer Verkaufsempfehlung der Bank Societe Generale.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,13 Prozent am Vortag auf 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,11 Prozent auf 141,74 Punkte zu. Der Bund-Future gab um 0,08 Prozent auf 163,20 Punkte nach. Der Eurokurs notierte zuletzt mit 1,1350 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1379 Dollar festgesetzt.

Mit Nachrichtenagenturen
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