Investoren lassen Vorsicht walten Dax schließt vor US-Kongresswahlen leicht im Minus

Nach anfänglichen Gewinnen drehte der Dax bis Börsenschluss knapp ins Minus. Zu groß ist die Unsicherheit der Märkte wegen der Zwischenwahlen in den USA. Gegen den Trend notieren die Aktien der Deutschen Post im Plus, der Gewinneinbruch des Bonner Konzerns fiel geringer aus als erwartet.
Kurstafel an der Frankfurter Börse

Kurstafel an der Frankfurter Börse

Foto: DPA

Vor den anstehenden Kongresswahlen in den USA haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt Vorsicht walten lassen. Der Dax (Kurswerte anzeigen) verlor bis Börsenschluss 0,1 Prozent auf 11.484,34 Punkte. Der MDax (Kurswerte anzeigen) sank um 0,2 Prozent auf 24.203 Zähler und auf europäischer Bühne verlor der Leitindex EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) 0,2 Prozent.

Es herrsche eine gewisse Nervosität vor den ersten Zwischenwahlen in der Ära Donald Trump, hieß es am Markt. Prognosen zufolge dürften Trumps Republikaner ihre knappe Mehrheit im Senat zwar behaupten, doch im Repräsentantenhaus könnte sie verloren gehen.

Trump würde dann in seiner bisherigen Politik stark gehemmt, was zu Unsicherheiten an den Märkten führen könnte, wie Fondsmanager Olivier de Berranger von La Financière de L'Echiquier sagte. Die Chancen auf eine Entspannung im Handelsstreit mit China stiegen dann zwar, doch zugleich nähmen die Gefahren einer Konfrontation zwischen einem demokratischen Repräsentantenhaus und einem republikanischen Senat zu.

An der Wall Street legte der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) am Montag um 0,8 Prozent auf 25.461 Punkte zu, der S&P-500-Index gewann 0,6 Prozent auf 2738 Zähler. Dagegen zogen Apple-Aktien den technologielastigen Nasdaq -Index  um knapp ein halbes Prozent ins Minus. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei (Kurswerte anzeigen) um rund ein Prozent zu.


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Unternehmensseitig standen am deutschen Markt vor allem Quartalsberichte im Fokus. Im Dax setzten sich die Papiere der Deutschen Post (Kurswerte anzeigen) an die Spitze mit plus 3,4 Prozent am späten Nachmittag. Zwar brockte die Sanierung des heimischen Brief- und Paketgeschäfts der Post im Sommer deutlich rückläufige Gewinne ein, doch Analysten hatten nach der Warnung im Juni mit einem noch etwas stärkeren Einbruch gerechnet.

Am Index-Ende hingegen litten die Aktien von Eon (Kurswerte anzeigen) mit minus 2,8 Prozent unter einer Abstufung der Bank Morgan Stanley. Steigende Renditen am Anleihemarkt und ein sich verschärfender Wettbewerb im Privatkundengeschäft könnten das Papier des Versorgers kurzfristig unter Druck setzen, befürchtet Analyst Nicholas Ashworth.

Im MDax waren die Anteilsscheine von Morphosys (Kurswerte anzeigen) nach Zahlen und einem nun noch etwas optimistischeren Blick auf den Jahresumsatz mit plus 7 Prozent Favorit.

Die Modeunternehmen Hugo Boss und Zalando konnten hingegen mit ihren Geschäftsberichten nicht begeistern. Der Online-Modehändler Zalando (Kurswerte anzeigen) rutschte im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen. Höhere Kosten für Logistik, Vertrieb und Service mussten gestemmt werden und zugleich schmälerte - wie bei Hugo Boss - der heiße Sommer die Nachfrage. Zalando verloren als MDax-Schlusslicht im Tagesverlauf bis zu 6 Prozent. Hugo Boss (Kurswerte anzeigen) hielten sich mit minus 0,2 Prozent recht stabil, was am Markt auf ein bekräftigtes Kaufurteil der Bank UBS zurückgeführt wurde.

Euro etwas höher

Der Euro (Kurswerte anzeigen) stieg am frühen Nachmittag leicht auf 1,1427 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1370 Dollar festgesetzt.

Etwas besser als erwartet ausgefallene Daten aus dem Dienstleistungssektor der Eurozone stützten den Euro. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex war im Oktober nicht so stark wie ursprünglich ermittelt gefallen. Trotzdem sank der Wert auf den niedrigsten Stand seit gut zwei Jahren. Dies gilt auch für den Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft. Besonders enttäuscht hat Italien, das derzeit wegen seiner umstrittenen Haushaltspolitik im Fokus steht.

Positiv überrascht hat auch die deutsche Industrie. Die Auftragseingänge sind im September den zweiten Monat in Folge gestiegen, während Volkswirte einen Rückgang erwartet hatten. Allerdings waren vor allem Großaufträge für den Anstieg verantwortlich.

Ölpreise trotz US-Sanktionen leichter

Die Ölpreise sind am Dienstag gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete am späten Nachmittag 71,48 US-Dollar. Das waren um 2,3 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2,4 Prozent auf 61,69 Dollar.

Fachleute begründeten die fallenden Preise mit Ausnahmeregelungen bei den US-Sanktionen gegen den Iran "Die USA wollen Südkorea, Japan, Indien, China, der Türkei, Taiwan, Italien und Griechenland für 180 Tage erlauben, weiterhin Öl aus dem Iran zu kaufen", erläuterten die Analysten der Commerzbank. Diese Länder hätten dem Iran bislang den Großteil seiner Ölexporte abgenommen. Es sei daher wahrscheinlich, dass sich die iranischen Ölexporte auf ihrem aktuellen Niveau stabilisierten und in den nächsten Monaten sogar wieder stiegen.

dpa-afx, rtr