Dienstag, 10. Dezember 2019

Kursrutsch an der Börse Dax taucht ab, Dow Jones wankt

Ausverkauf im Dax: Der deutsche Leitindex taumelt Richtung 11.000 Punkte

Der Kurssturz an der Börse geht weiter: Der Dax taumelt weiter abwärts. Amazon, die Google-Mutter Alphabet und BASF enttäuschen mit ihren Quartalszahlen. Dow Jones und Nasdaq geben nach ihrer Kursrally vom Vortag am Freitag wieder deutlich nach. Vor allem Tech-Aktien stürzen.

Erneut Abwärts: Eine neue Verkaufswelle hat am Freitag den deutschen Aktienmarkt und den Dax Börsen-Chart zeigen erfasst. Der Dax baute am Freitag seine Verluste zeitweise auf 2,1 Prozent aus und näherte sich der Marke von 11.000 Punkten. Die erneute Verkaufswelle in Asien sowie die verhaltenen Ausblicke der Tech-Riesen Amazon Börsen-Chart zeigen und Alphabet Börsen-Chart zeigen drücken auf die Stimmung.

Im späten Handel startete der Dax einen zarten Erholungsversuch. Da die US-Börsen ihre Verluste begrenzen konnten, verringerte auch der Dax im späten Handel seine Verluste und schloss auf Xetra (18.30 Uhr) mit einem Verlust von 0,9 Prozent bei 11.200 Zählern.

Zu den Verlierern im Dax zählten die Aktien von BASF Börsen-Chart zeigen, Covestro Börsen-Chart zeigen und Infineon Börsen-Chart zeigen, die zwischen 3 und 5 Prozent nachgaben. Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen gab erneut deutlich nach und fiel zeitweise auf ein Rekordtief von 8,50 Euro je Aktie.

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Dow Jones und Nasdaq mit Verlusten - Amazon, Snap und Alphabet schwach

An der Wall Street gaben die Indizes wieder nach. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab zuletzt 1,1 Prozent nach. Im Wochenverlauf stünde damit ein Verlust von knapp 3 Prozent zu Buche.

Der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gab zuletzt 2,1 Prozent nach. Zeitweise hatte der Index sogar 3,3 Prozent im Minus notiert.

Am Vorabend hatten sowohl der Online-Händler Amazon als auch die Google-Mutter Alphabet mit ihrem Quartalsumsatz enttäuscht. Amazon meldete sogar den zweiten Wachstumsrückgang in Folge. Zahlreiche Analysten reagierten mit Kurszielsenkungen.

Während die Anteilsscheine von Amazon Börsen-Chart zeigen vorbörslich 7,5 Prozent einbüßten, gaben die A-Aktien von Alphabet um 4,5 Prozent nach.

Um etwas mehr als 13 Prozent ging es vorbörslich abwärts für die Papiere von Snap . Die Foto-App Snapchat verlor im Sommerquartal weiter Nutzer und rechnet auch nicht mit einer raschen Trendwende.

Der Chipriese Intel Börsen-Chart zeigen konnte dagegen die Anleger überzeugen, was sich vorbörslich in Kursgewinnen von knapp 1,5 Prozent widerspiegelte. Der Umsatz des weltweit zweitgrößten Chipkonzerns im dritten Quartal übertraf selbst die höchste Analystenerwartung. Zudem blickt der Dow-Konzern nun auch optimistischer in die Zukunft.

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In Italien dürfte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des Landes ebenfalls herunterstufen - eine Woche nach den Kollegen von Moody's.

BASF-Zahlen schwächer als erwartet, Aktie fällt

Die jüngsten Quartalszahlen der BASF Börsen-Chart zeigen haben die Sorgen der Anleger am Freitagmorgen verstärkt. Händler stellten in ersten Reaktionen auf die Resultate vor allem auf das schwach gelaufene Kerngeschäft des Ludwigshafener Chemieriesen ab. Analyst Markus Mayer von der Baader Bank bemängelte die schlechte Ergebnisqualität. Er sieht die Jahresziele in Gefahr.

Die Aktie von BASF gab im frühen Handel um knapp 3 Prozent nach. Seit ihrer zwischenzeitlichen Erholung im September bis auf knapp 82 Euro haben die BASF-Anteile nun schon wieder fast 20 Prozent verloren. Sie kosten derzeit so wenig wie zuletzt im Sommer 2016.

Valeo-Gewinnwarnung belastet Continental

Noch größer waren die Verluste bei Covestro mit 4 Prozent. Bei dem Spezialchemiekonzern häuften sich nach den einen Tag zuvor vorgelegten Zahlen skeptische Analystenkommentare. Der Autozulieferer Continental litt außerdem mit einem Abschlag von 2,5 Prozent unter einer branchenweit angeschlagenen Stimmung. Als Grund dafür galt eine Gewinnwarnung des französischen Konkurrenten Valeo.

Ein weiterer Dax-Verlierer war Wirecard Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von rund 3 Prozent. Hier hieß es am Markt, die Aktie werde vom Amazon-Ausblick belastet - genauso wie jene von Zalando, die im MDax um fast 2 Prozent fiel. Händlern zufolge dämpft dies die Hoffnungen auf das wichtige Weihnachtsgeschäft.

Wirecard und Infineon schwach

Technologiewerte allgemein standen denn auch oben auf den Verkaufslisten. Dies zeigte sich vor allem im Chipsektor: Aktien von Infineon und Siltronic büßten zwischen 3 und 6 Prozent ein.

Die Papiere von FMC dagegen waren mit einem leichten Anstieg um 0,1 Prozent eine der wenigen positiven Ausnahmen im Dax. Analyst Ian Douglas-Pennant von der UBS sieht eine gute Kaufchance. Die Aktie preise mit ihrer tiefsten Bewertung der vergangenen Jahre ein zu niedriges Margenniveau ein.

Asiens Börsen fallen auf tiefsten Stand seit 20 Monaten

Aus Angst vor einer weltweiten Konjunkturabschwächung haben Anleger in Asien am Freitag das Weite gesucht. Der Handelsstreit zwischen den USA und China, die Unsicherheiten rund um den Brexit und schwächer als erwartet ausgefallene Quartalszahlen von großen Unternehmen drückten auf die Stimmung an der Börse, sagte Marktstratege James McGlew vom Handelshaus Argonaut. "Ich glaube nicht, dass Anleger jetzt versuchen sollten, das fallende Messer zu greifen."

Besonders Technologiewerte standen unter Druck, nachdem Amazon und der Google-Mutterkonzern Alphabet mit ihrem Zahlenwerk Anleger an der Wall Street bereits herb enttäuscht hatten. Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen verlor ein halbes Prozent auf 21.164 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,3 Prozent nach. In China sackten die Indizes in Shanghai und Shenzen ebenfalls deutlich ab. Der chinesische Yuan schwächte sich ab auf 6,9647 Dollar.

Gefragt war dagegen der japanische Yen, der in Zeiten von Krisen gerne als sicherer Hafen gesucht wird. Ein Dollar verbilligte sich im Gegenzug um 0,3 Prozent auf 112,05 Yen. Bei den Einzelwerten an der Tokioter Börse standen die Technologiewerte besonders unter Druck. So verloren etwa die Aktien von Softbank und Fanuc je zwei Prozent. Die Papiere von Canon rutschten um 5,5 Prozent ab, nachdem der Kamerahersteller wegen rückläufiger Verkäufe seine Prognosen gesenkt hat.

Euro weiter unter 1,14 US-Dollar

Der Euro hat am Freitag weiter unter der Marke von 1,14 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1360 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Damit kostet der Euro so wenig wie sei gut zwei Monaten nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1416 Dollarfestgesetzt.

Vor dem Wochenende stehen am Devisenmarkt amerikanische Wachstumsdaten im Mittelpunkt. Analysten rechnen für das dritte Quartal mit einem anhaltend robusten Wirtschaftswachstum, das aber etwas schwächer als das starke Ergebnis aus dem zweiten Quartal erwartet wird. Die Zahlen dürften wegen der aktuell grassierenden Konjunkturangst und der damit verbundenen Börsenschwäche auf großes Interesse stoßen.

mit dpa und Reuters

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