Börse Zinssorgen drücken Dax nach unten

Der Dax notiert schwächer, doch Banken- und Versicherungsaktien sind Donnerstagmittag gefragt.

Der Dax  hat nach am Donnerstag an seine jüngsten Verluste angeknüpft. Der deutsche Leitindex ging mit einem Minus von 0,35 Prozent auf 12 244,14 Punkte aus dem Handel. Vor allem Zinssorgen drückten auf die Kurse, die tags zuvor durch die gestiegenen US-Anleihenrenditen in den USA und Aussagen von US-Notenbank-Chef Jerome Powell ausgelöst worden waren. Dies kostete auch die Wall Street kräftig Punkte, die damit als möglicher Stimmungsaufheller ausfiel.

Für den Index der mittelgroßen Unternehmen MDax (Kurswerte anzeigen) ging es noch deutlicher bergab, er verlor 1,26 Prozent auf 25 629,10 Punkte.

Am deutschen Aktienmarkt profitierten Finanztitel von den Entwicklungen am Anleihenmarkt: Die Aktien des Rückversicherers Munich Re , der Allianz  und der Deutschen Bank  gewannen zwischen 2,4 und 1,7 Prozent hinzu und belegten damit die vorderen Plätze im Dax. Im MDax  eroberten Commerzbank  mit fast 3 Prozent Plus die Spitze - ihnen half zusätzlich eine gestrichene Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank Credit Suisse.

Beim Zahlungsdienstleister Wirecard  konnten sich die Anleger nach Aussagen von Unternehmenschef Markus Braun über einen Kursanstieg von gut 1,6 Prozent freuen. Nach dem Aufstieg in den Dax will Braun den Börsenwert in den kommenden Jahren mehr als vervierfachen, wie er dem "Handelsblatt" sagte.

Außerhalb der bekannten Indizes schossen die Aktien des kriselnden Modekonzerns Gerry Weber um knapp 30 Prozent hoch. Hier feierten die Anleger einen Vorstandsumbau.


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Für Evotec  ging es zuletzt noch um 1,4 Prozent bergauf, nachdem der Arzneimittelforscher seine Zusammenarbeit mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi erweitert hatte. Die neue Initiative sieht laut Evotec Forschungspartnerschaften mit akademischen Einrichtungen weltweit bei Krankheitsbereichen mit hohem ungedeckten medizinischen Bedarf vor.

Euro gibt weiter nach, Ölpreise halten Gewinne

Der Euro hat am Donnerstag weiter nachgegeben. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1475 US-Dollar und damit so wenig wie letztmalig Mitte August. Bereits am späten Vorabend war der Euro unter die Marke von 1,15 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch auf 1,1548 Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre am Vortag erzielten Gewinne weitgehend gehalten. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 86,14 US-Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Damit kostete Nordseeöl weiterhin so viel wie seit Ende 2014 nicht mehr. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung fiel um 14 Cent auf 76,26 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen
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