Börse Dax steigt, Dow Jones nahe Rekordhoch

Der Dax legt wieder zu. Die Einigung zwischen USA und Kanada auf ein Freihandelsabkommen stützt die Börsen weltweit. Die Aktien von Fresenius und Linde legen kräftig zu. In den USA haussieren Tesla und General Electric.

Durchatmen an der Börse: Nach dem schwachen Abschluss des Vormonats ist der deutsche Leitindex Dax  am Montag mit Gewinnen in den Oktober und damit in das letzte Quartal des Jahres gestartet. Der Dax legte bis zum Mittag um 0,7 Prozent auf 12.330 Punkte zu, nachdem er am Freitag um 1,5 Prozent nachgegeben hatte. Die Einigung zwischen USA und Kanada auf ein Freihandelsabkommen wirkte weltweit als ein Kurstreiber.

Kurssprünge von 6 und 10 Prozent verzeichneten im Dax die Aktien von Linde  und von Fresenius : Der Gesundheitskonzern Fresenius  muss laut einem Gerichtsurteil den US-Konzern Akorn nicht übernehmen und ist damit ein Milliardenrisiko los. Bei Linde gehen die Anleger davon aus, dass nach dem Placet der chinesischen Aufsichtsbehörden die Fusion mit Praxair bald unter Dach und Fach ist.

Zu den Gewinnern im Dax zählten außerdem die Autowerte Volkswagen  und BMW : Investoren wetten darauf, dass nach der Einigung zwischen USA und Kanada in Kürze auch der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und der EU beigelegt wird. Dies würde den deutschen Autobauern mehr Planungssicherheit geben.

US-Börsen mit bestem Quartal seit 5 Jahren

Die Neuauflage des nordamerikanischen Freihandelsaufkommens Nafta hat der Wall Street am Montag unterdessen am Montag erneut Schwung geben. Im frühen Handel rückte der US-Leitindex Dow Jones  um 1 Prozent auf 26 721 Punkte vor - und machte so einen Haken an seine dürftige Entwicklung aus der Vorwoche. Er nimmt nun wieder Kurs auf sein jüngst erreichtes Rekordhoch von 26 769 Punkten.

Den USA und Kanada war in letzter Minute ein Durchbruch bei ihrem Streit um die Neuauflage von Nafta gelungen: Nach zähen Verhandlungen einigten sich beide Länder auf eine Nachfolgevereinbarung. Mit Mexiko hatten die USA schon Ende August eine vorläufige Einigung erzielt. Konjunkturseitig hatte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe im September im Rahmen der Erwartungen verschlechtert.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,71 Prozent auf 2934,71 Punkte nach oben, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,86 Prozent auf 7693,146 Punkte stieg.

Die beiden Krisenaktien von General Electric und Tesla machten in den beiden Indizes jeweils mit deutlichen Kurserholungen von sich reden: Tesla  legte 15 Prozent zu, da Tesla-Chef Musk nach einem Vergleich mit der SEC CEO von Tesla bleiben darf. Er muss lediglich sein Amt als Chairman für 3 Jahre abgeben.

Die US-Börsen haben den Dax inzwischen weit hinter sich gelassen. Auf Quartalssicht (Juli bis September) büßte der Dax rund ein halbes Prozent ein. Weitaus besser erging es derweil dem marktbreiten US-Index S&P 500 , der mit plus 7 Prozent das beste Quartal seit 2013 schaffte.

General Electric: Lawrence Culp ersetzt CEO John Flannery

Bei General Electric Zwei muss CEO John Flannery nach nur etwas mehr als einem Jahr im Amt gehen, der 55-jährige Lawrence Culp übernimmt, wie GE am Montag mitteilte. Zudem senkte der Konzern seine Gewinnerwartung. Beim Arzneimittelhersteller Pfizer geht der Chef Ian Read nach acht erfolgreichen Jahren im Amt Ende des Jahres.

Der neue GE-Chef Culp war von 2000 bis 2014 Chef des US-Mischkonzerns Danaher und formte ihn zu einem "führenden Wissenschafts- und Technologieunternehmen", wie GE am Montag mitteilte. Nach Bekanntwerden des Führungswechsels bei GE legte der Börsenkurs des Unternehmens an der Wall Street zu Handelsbeginn kräftig zu.

Conti und Bayer flop, Wirecard und Adidas top

Die schwächste Quartalsbilanz im Dax weisen Continental  und Bayer  mit Verlusten von gut 23 und knapp 19 Prozent auf. Dax-Neuling Wirecard gewann derweil 35 Prozent und Adidas knapp 13 Prozent.

Weiterhin waren die Aktien von Thyssenkrupp  krupp im Fokus. Nach langer Suche setzt der kriselnde Industriekonzern mit Guido Kerkhoff doch auf einen Vorstandschef aus dem eigenen Haus. Nach seinen Plänen soll das Unternehmen in zwei selbstständige Gesellschaften aufgespalten werden. Beide Firmen sollen ihren Sitz in Essen haben und an der Börse notiert sein. Auf der Plattform Tradegate legten die Papiere etwas zu.

Ryanair-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab

Ryanair erwischte die Anleger mit einer Prognosesenkung auf dem falschen Fuß, die Titel des irischen Billigfliegers stürzten um bis zu 12,3 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren ab. Der Airline machten nach eigenen Angaben die jüngsten Streiks sowie höhere Treibstoffkosten zu schaffen. In den Abwärtsstrudel gerieten auch die Lufthansa-Aktien, die bis zu 2,9 Prozent nachgaben. Die Titel von Air France KLM verloren in Paris 1,8 Prozent, Wizz Air und Easyjet gaben je knapp vier Prozent nach.

Ölpreise klettern weiter

Die Ölpreise setzten ihren seit Wochen anhaltenden Höhenflug fort. Ein Fass (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostet mit rund 83 Dollar so viel wie seit vier Jahren nicht mehr.

UBS stützt Hugo Boss Aktie

Zudem dürften Analystenumstufungen für Gesprächsstoff sorgen. So empfahl die Schweizer Großbank UBS die Anteilsscheine von Hugo Boss zum Kauf. Hugo Boss komme wieder in Mode, schrieb Analyst Fred Speirs. Vor dem Kapitalmarkttag des Modekonzerns im November habe sich das Chance/Risiko-Verhältnis der Aktie verbessert. Das Online-Geschäft nehme Fahrt auf und die chinesischen Kunden nähmen die Marke besser wahr. Auf Tradegate zogen die Papiere um mehr als 3 Prozent an.

Nikkei auf 27-Jahres-Hoch

Hoffnungen auf ein Ende der globalen Handelsstreitigkeiten und eine schwächere Landeswährung haben Börsianer in Japan am Montag zuversichtlich gestimmt. Der 225 Aktienwerte umfassende Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent fester bei 24.245 Punkten. Im Handelsverlauf war der Leitindex zeitweise sogar auf den höchsten Stand seit 27 Jahren gestiegen.

Hintergrund für den Optimismus der Anleger war nach Meinung von Experten die Einigung zwischen den USA und Kanada zur Rettung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta). Investoren sähen dies als ein positives Zeichen dafür, dass sich womöglich auch der Handelsstreit zwischen China und den USA bald kläre, sagte Investmentstratege Norihiro Fujito vom Brokerhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Trump braucht vor den Midterm-Wahlen Anfang November dringend positive Nachrichten, die seinen Ruf als "Dealmaker" festigen.

Anleger in China konnten zunächst nicht auf die Nachrichten aus Amerika reagieren, die Börsen in Shanghai und Shenzen bleiben wegen eines Feiertags die ganze Woche geschlossen. Gefragt waren in Japan vor allem Exportwerte, da sich der Yen abschwächte und die Waren aus dem Land auf dem Welthandel damit günstiger werden. Ein Dollar verteuerte sich im Gegenzug um 0,2 Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 113,96 Yen.

Euro bei 1,16 US-Dollar, kanadischer Dollar wertet auf

Der Euro in Dollar  hat sich am Montag an der Marke von 1,16 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1595 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Freitagabend.

Auftrieb erhielt zum Wochenstart der kanadische Dollar. Auslöser war die Einigung zwischen den USA und Kanada auf eine Neuauflage des Handelsabkommens Nafta. Mit Mexiko hatten die USA schon vor einiger Zeit eine Einigung über das Dreierabkommen erzielt. Das Abkommen war auf Initiative der USA neu verhandelt worden, weil es aus Sicht von US-Präsident Donald Trump die Vereinigten Staaten benachteiligte.

mit dpa und Reuters
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