Börse VW, Daimler und BMW drücken Dax

Die Laune der Anleger am deutschen Aktienmarkt ist angesichts der internationalen Handelskonflikte und der Währungsturbulenzen in Schwellenländern weiter getrübt. Der Leitindex beendete den Handel am Montag im Minus. Zu den größten Verlierern zählten vor allem Aktien der Autobauer.
Kursrutsch: Der Dax ist erneut unter Druck geraten

Kursrutsch: Der Dax ist erneut unter Druck geraten

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

Der Dax  hat am Montag an seine Schwäche der vergangenen Woche angeknüpft, verringerte jedoch bis zum Handelsschluss sein Minus. Mit einem Abschlag von 0,14 Prozent auf 12.346 Punkte ging er letztlich aus dem Tag. Der Index der mittelgroßen Werte MDax  büßte 0,30 Prozent auf 26.820 Punkte ein, wogegen Technologiewerte gefragt waren. Der TecDax  rückte um 0,39 Prozent auf 3024,47 Zähler vor.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  zeigte sich mit plus 0,06 Prozent auf 3394 Punkte kaum verändert, ähnlich wie der Pariser Leitindex Cac-40. In London hingegen verhalf unter anderem das schwache Pfund zu Gewinnen von fast einem Prozent im FTSE 100 (Kurswerte anzeigen).

Marktexperte: Es steht auf Messers Schneide

"Durch den US-Feiertag gab es kaum dynamische Bewegungen", meinte Marktexperte Jens Klatt. Gefährlich bleibe es für den deutschen Leitindex aber. Es stehe "auf Messers Schneide", ob der Dax in den kommenden Handelstagen unter die 12.100-Punkte-Marke fallen könnte.

Klatt hob den anhaltenden Zollstreit hervor. Sollte US-Präsident Donald Trump nicht nur China, sondern weiterhin auch die EU herausfordern, dürfte sich der Druck auf die Aktien der deutschen Autobauer verschärfen - was auch den Dax insgesamt herunterzöge.

Trump will im Laufe der Woche zusätzliche Strafzölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängen. Börsianer rechnen mit Gegenmaßnahmen der Volksrepublik. Der US-Präsident hatte am Wochenende zudem via Twitter gedroht, das geplante Handelsabkommen mit Kanada platzen zu lassen.

Autowerte gehörten zu den Verlierern

Zollsorgen belasten die Autobranche europaweit bereits seit geraumer Zeit. Allein im August ging es um bald 6 Prozent abwärts, zum September-Auftakt verlor sie ein weiteres Prozent. Im Dax zählten die deutschen Autobauer am Montag wieder zu den größten Verlierern. Die Vorzugsaktien von Volkswagen  hielten die rote Laterne mit minus 2,1 Prozent. Daimler  und BMW  folgten mit Verlusten von 1,3 und 0,7 Prozent. Die Anteilsscheine von Continental  gaben um 0,9 Prozent nach.

Im TecDax  stiegen die Anteile von Wirecard  zeitweise auf ein neues Rekordhoch von 197,20 Euro und schlossen dann mit plus 2,3 Prozent rund eineinhalb Euro tiefer. Dem Zahlungsabwickler ist Index-Experten zufolge die Aufnahme in den Dax zum 24. September sicher. Die Deutsche Börse dürfte dies am Mittwochabend bekanntgeben.


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Die Aktien des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus gaben dagegen ihre Gewinne aus der Vorwoche ab. Ein negativer Analystenkommentar der Commerzbank drückte sie im SDax um 14,6 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Freitag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,10 Prozent auf 141,37 Punkte. Der Bund Future legte um 0,04 Prozent auf 163,20 Punkte zu. Der Euro (Kurswerte anzeigen) bewegte sich nur wenig und wurde am frühen Abend mit 1,1617 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1609 (Freitag: 1,1651) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8614 (0,8583) Euro.

Türkische Lira erneut unter Verkaufsdruck

Die Sorge um die Schwellenländer ließ die Anleger ebenfalls nicht los. Zeitweise geriet die türkische Lira nach Inflationsdaten erneut unter Druck. Die Teuerung erreichte im August mit 17,9 Prozent den höchsten Stand seit Ende 2003. Die Ankündigung von Gegenmaßnahmen durch die türkische Zentralbank verschaffte der Lira nur kurz Luft nach oben. Der Dollar, der zwischenzeitlich um über drei Prozent auf 6,7304 Lira kletterte, notierte am Abend noch 1,8 Prozent höher.

mit Nachrichtenagenturen
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