Börse Ifo-Index und US-Mexiko-Deal treiben Börsen

Die gute Stimmung in den deutschen Chef-Etagen und die Einigung der USA und Mexiko auf ein Handelsabkommen haben für gute Stimmung an den Aktienmärkten gesorgt. Der Dax schließt mit dem höchsten Tagesgewinn seit gut einem Monat. Aktien des Zulieferers Continental und der Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler sind gefragt.
Netflix-Produktion "The Crown": Kursrally des Streaming-Dienstes treibt Nasdaq auf Rekordhoch

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Foto: DPA/ Netflix

Eine überraschend gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft und eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und Mexiko haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenbeginn Auftrieb gegeben. Der Dax  stieg am Montag um 1,16 Prozent auf 12.538 und holte damit den höchsten Tagesgewinn seit gut einem Monat. Der Leitindex setzte damit die Erholung aus der vergangenen Woche fort.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Sommerhoch", kommentierte Ifo-Chef Clemens Fuest den unerwartet starken Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex im August. Ökonomen äußerten sich durchweg zuversichtlich zum Ifo-Index. "Das war eine faustdicke positive Überraschung aus München", kommentierte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Nach seinen Worten hat es einen derart starken Anstieg im Monatsvergleich zuletzt im Dezember 2014 gegeben.

Am Nachmittag bauten die Kurse die Gewinne aus. Die Nachbarn USA und Mexiko haben ihre Streitigkeiten zum nordamerikanischen Handelsabkommen Nafta weitgehend beigelegt und wollen damit auch Kanada eine Brücke zum Wiedereintritt in die Gespräche bauen. Das ließ den Dow Jones Industrial auf den höchsten Stand seit Anfang Februar steigen und zog auch den Dax weiter mit nach oben.

Der MDax  gewann zum Handelsschluss rund 1 Prozent auf 27.102 und der Technologiewerteindex TecDax  ebenfalls rund 1 Prozent auf 3028 Zähler hinzu. Der TecDax stieg damit erstmals seit Ende 2000 über die Marke von 3000 Punkten. Der Technologie-Index existiert in der jetzigen Form zwar erst seit 2003, wurde aber auf Basis des mittlerweile eingestellten Nemax50 bis Ende 1997 zurück gerechnet.

Im Dax gewannen die Papiere der Autobauer BMW  , Volkswagen  und Daimler  jeweils mehr als 2 Prozent. Dax-Spitzenreiter waren Continental  mit einem Plus von rund 3 Prozent. Nach einer neuerlichen Gewinnwarnung waren sie jüngst eingebrochen. Im MDax  waren die Aktien der Autozulieferer Schaeffler (Kurswerte anzeigen) , Hella und Leoni (Kurswerte anzeigen) ebenfalls stark gefragt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  legte am Montag um 0,83 Prozent auf 3456,01 Punkte zu. In Paris schloss der Cac 40 0,86 Prozent höher, während in London wegen eines Feiertages nicht gehandelt wurde. Zum Xetra-Handelsschluss in Deutschland notierte Dow Jones und Nasdaq Composite  jeweils mit rund 0,9 Prozent im grünen Bereich. Hier stützten vor allem die kräftigen Kursgewinne beim Streaming-Anbieter Netflix  den Tech-Index.

Netflix (Kurswerte anzeigen), eine der großen Börsen-Erfolgsgeschichte des vergangenen Jahres, scheint zurück in der Spur. Nachdem der Videodienst in den vergangenen Wochen nach enttäuschenden Quartalszahlen ordentlich Federn lassen musste, hatte der Titel am Freitag fast 6 Prozent gewonnen und baute am Montag zum Xetra-Schluss die Zugewinne um weitere 2,2 Prozent aus. Suntrust-Analyst Matthew Thornton  hatte das Unternehmen zuvor zum Kauf empfohlen: Eine Auswertung des Suchverhaltens von Internet-Nutzern deute auf starke Abonnentenzuwächse im dritten Quartal hin. Vor allem in Übersee-Märkten kämen offenbar die Eigenproduktionen des Unternehmens (etwa "The Crown") gut an.


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An US-Börse konnten Tesla  konnten ihre Verluste auf zuletzt 2 Prozent reduzieren. Unternehmenschef Elon Musk hat seinen Plant aufgegeben, den Elektroauto-Hersteller von der Börse zu nehmen. Keine drei Wochen nach der aufsehenerregenden Ankündigung erklärte er, negative Reaktionen von Anlegern hätten ihn zum Rückzieher bewogen. Der Zick-Zack-Kurs dürfte die bereits laufenden Ermittlungen der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC zu Musks Aktionen noch befeuern. Musk räumte bereits ein, dass eine Finanzierungszusage aus Saudi-Arabien noch nicht ganz in trockenen Tüchern sei - obwohl er diesen Eindruck Ende Juli gewonnen habe.


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Ifo-Index steigt: Stimmung in deutscher Wirtschaft hellt sich wieder auf

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist erstmals seit neun Monaten wieder gestiegen, und das unerwartet stark. "Das war eine faustdicke positive Überraschung aus München", kommentierte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Nach seinen Worten hat es einen derart starken Anstieg im Monatsvergleich zuletzt im Dezember 2014 gegeben.

Auf Unternehmensseite standen die Aktien von Metro und Ceconomy (Kurswerte anzeigen) mit hohen Kursgewinnen im Fokus. Für die Papiere des Handelskonzerns ging es um mehr als 12 Prozent aufwärts, die Titel des Elektronikhändlers und Metro-Großaktionärs legten um gut 4 Prozent zu. Der Duisburger Familienkonzern Haniel steht womöglich vor dem Ausstieg bei Metro. In einem ersten Schritt werden 7,3 Prozent an die EP Global Commerce (EPGC) verkauft, hinter der zwei Investoren aus Tschechien und der Slowakei stehen. Für seine restlichen 15,2 Prozent hat Haniel EPGC eine Kaufoption eingeräumt. Auch die aus der Aufspaltung des alten Metro-Konzerns hervorgegangene Ceconomy verhandelt mit den beiden Investoren über einen Verkauf ihres 10-prozentigen Metro-Anteils. Analysten halten nun eine Komplettübernahme von Metro durch EPGC für möglich.

Aktien von K+S legten um 1,26 Prozent zu. Commerzbank-Analyst Michael Schäfer wertete eine Vereinbarung zwischen der Belarusian Potash Company und der Indian Potash über deutliche Preissteigerungen positiv auch für den Kasseler Düngemittelproduzenten.

Die BVB-Aktien profitierten vom starken Saisonauftakt des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund  und rückten um rund 4 Prozent auf den höchsten Stand seit November 2017 vor. Die Dortmunder gewannen am Sonntag gegen RB Leipzig.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Freitag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,12 Prozent auf 141,21 Punkte nach. Der Bund-Future verlor 0,32 Prozent auf 162,61 Punkte. Der Kurs des Euro stieg und notierte zuletzt bei 1,1675 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1633 (Freitag: 1,1588) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8596 (0,8630) Euro gekostet.

mit dpa und reuters
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