Kursrutsch an der Börse Dax und Dow Jones taumeln abwärts - Trump vertreibt Anleger

Kursverluste an der Wall Street belasten den Handel an der Frankfurter Börse am Mittwoch. Das Treffen zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim steht ebenso in Frage wie eine Einigung im Handelsstreit mit China. Zugleich beunruhigt Italien die Börsianer.

Rückschlag nach der Erholungsrally: Der Dax  baute am Mittwoch seine Verluste auf 1,7 Prozent aus und fiel wieder deutlich unter die Marke von 13.000 Zählern. Die Sorgen um die künftige Regierung in Italien vertreiben Investoren. Zu den größten Verlierern zählten Bayer , BASF  und Infineon , die jeweils rund 2 Prozent an Wert verloren.

Der Leitindex Dax schloss am Mittwoch 1,5 Prozent tiefer bei 12.976 Punkten. Für den MDax , der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, ging es um 1,07 Prozent auf 26 699,10 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,78 Prozent auf 2796,27 Punkte.

Zudem verunsicherten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Verhandlungen mit China wegen des Handelskonflikts erst am Anfang stünden. Damit ruderte Trump nach ersten Erfolgsmeldungen von Montag wieder zurück. Ferner wird das geplante Gipfeltreffen zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wieder in Frage gestellt.

"Vielleicht waren die Märkte am Montag zu optimistisch", sagte Analyst Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Bei zahlreichen Fragen gebe es noch keine Fortschritte, etwa beim Schutz geistigen Eigentums.

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Gewinnmitnahmen nach der Rally - Dow Jones setzt Talfahrt fort

Die Gewinnmitnahmen an der Wall Street setzten sich auch am Mittwoch fort. Unsicherheit um das Mitte Juni geplante Treffen der Spitzen von USA und Nordkorea, schwache Wirtschaftsdaten aus Europa und die Währungskrise in der Türkei boten den Anlegern Argumente, in die Defensive zu gehen.

Der Leitindex Dow Jones  notierte zuletzt 0,5 Prozent tiefer bei 24.696 Punkten. Tags zuvor hatte er noch über der Marke von 25.000 Zählern notiert. Der Nasdaq Composite  verlor zuletzt 0,5 Prozent an Wert.

Fed-Protokoll im Blick

Im späteren Handel folgt dann das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, von dem sich die Anleger Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung erhoffen. In den letzten Wochen sind die Leitzinserwartungen laut den Experten der Helaba sukzessive gestiegen, ein dritter zusätzlicher Zinsschritt bis zum Jahresende sei aber damit noch nicht vollständig eingepreist.

Unter den Einzelwerten zeigten Target und Tiffany deutliche Ausschläge. Papiere des Juweliers schossen um über 14 Prozent nach oben. Das Unternehmen überzeugte nicht nur im ersten Quartal mit seinem Umsatzwachstum, sondern stockte auch sein Gewinnziel für das Gesamtjahr auf. Als Sahnehäubchen wurden zudem Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe angekündigt.

ThyssenKrupp gibt nach Vortagesrally wieder nach

Thyssenkrupp  gaben zuletzt rund 1,4 Prozent nach. Am Dienstag hatten Insider den geplanten Einstieg des US-Hegdefonds Elliott bekanntgemacht, was die Aktien auf Höhenflug geschickt hatte.

"Mit Italien, Korea und der Türkei haben wir drei Brennpunkte gleichzeitig. Bis jetzt haben die Anleger recht entspannt reagiert, doch die Nervosität nimmt zu", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Wenn das Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un wirklich scheitern sollte, stünde wieder alles auf Anfang. Da aus Italien weiterhin Neuigkeiten zur Finanzierung der hohen Ausgaben fehlten, reagierten die Investoren zu Recht nervös. "Italien ist groß genug und verschuldet genug, um eine Eurokrise 2.0 im Alleingang auszulösen. Andere Länder wie Portugal und Griechenland werden bereits mitbestraft und müssen ebenfalls wieder höhere Zinsen bezahlen", so Altmann.

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Aktien der Deutschen Bank  gaben rund 1,4 Prozent nach. Wie die "Börsen-Zeitung" berichtet, will das Geldhaus Ergebnisbelastungen im Zuge der Integration ihrer Tochter Deutsche Postbank durch Sondererträge aus dem Verkauf von Immobilien abfedern. Deshalb habe sie rund 70 frühere Postgiroämter auf den Prüfstand gestellt.

Im TecDax  rutschten die Titel des Automatisierungsspezialisten und TecDax-Neulings Isra Vision am Mittwoch um fast 80 Prozent ab. Der zentrale Grund ist ein am Mittwoch vollzogener Aktiensplitt. Die Aktionäre erhalten für jedes Papier vier weitere Anteile. Am Dienstag hatten die Isra-Aktien das Xetra-Hauptgeschäft mit 217,50 Euro beendet, was nach dem Split einem Kurs von 43,50 Euro entspräche. Zuletzt notierten die Papiere bei 44,40 Euro und verbuchten damit ein rechnerisches Plus von mehr als 2 Prozent. Unternehmen führen Aktiensplits oftmals durch, wenn die Anteilsscheine optisch teuer erscheinen, um sie - vor allem für Privatanleger - wieder interessanter zu machen.

Euro-Kurs und Ölpreise geben nach

Der Kurs des Euro in Dollar  ist am Mittwoch leicht gesunken. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1765 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1794 Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug am Mittwoch vorerst nicht fortgesetzt. Am Morgen ging es mit den Notierungen nach unten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  mit Lieferung im Juli kostete zuletzt 79,02 US-Dollar. Das waren 55 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 32 Cent auf 71,88 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem der US-Ölpreis am Vortag noch bei 72,83 Dollar den höchsten Stand seit November 2014 erreicht hatte. Der Brent-Preis war zeitgleich bis auf 80,49 Dollar gestiegen und hatte damit ein neues Hoch seit Ende 2014 nur knapp verfehlt.

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