Kursrutsch an der Börse Dax, Dow und Nasdaq unter Druck

Im Handelsstreit zwischen den USA und China geht es jetzt Schlag auf Schlag. Der Dax taumelt abwärts. In den USA tauchen Dow Jones und Nasdaq Composite erst einmal ab.
Der Dax bricht erneut ein: Der Handelsstreit zwischen USA und China drückt auch die US-Börsen

Der Dax bricht erneut ein: Der Handelsstreit zwischen USA und China drückt auch die US-Börsen

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

Die Zuspitzung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hat Europas Aktienmärkte am Mittwoch weiter belastet. Der zunehmende US-Protektionismus bleibe das größte Risiko für die Finanzmärkte und dürfte zunehmende Kursschwankungen nach sich ziehen, warnte Richard Turnill, globaler Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter BlackRock.

Doch auch in den USA gingen die Aktienmärkte zu Handelbeginn gegen 15.30 Uhr (MESZ) zunächst in die Knie. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial  rutschte zu Handelsbeginn um 1,84 Prozent oder 440 Punkte ab. 2 Prozent ab. Auch die Technologiewerte rutschte der Nasdaq Composite  ebenfalls deutlich ab.

Der Dax  hatte seine Verluste am Mittwoch auf 1,6 Prozent ausbaut und drohte zwischenzeitlich unter die Marke von 11.800 Punkten zu fallen. Zu Handelsbeginn in den USA notierte der deutsch Leitindex noch rund 1 Prozent leichter bei. Zu den größten Verlierern im Dax zählten zuletzt Infineon , Lufthansa  und die Papiere von Volkswagen mit Verlusten zwischen 2 und 3,7 Prozent. Die Aktie der Deutschen Bank,  die zwischenzeitlich unter die Marke von 11 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit 18 Monaten gefallen war, notierte zuletzt 1 Prozent leichter und damit wieder knapp über 11 Euro.

Handelsstreit zwischen USA und China eskaliert

Grund für die Flucht aus Aktien: Nach der Ankündigung von 25-prozentigen Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar durch die Vereinigten Staaten konterte Peking mit eigenen Sonderabgaben. Wie das Staatsfernsehen berichtete, sollen zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf amerikanische Einfuhren in gleicher Höhe erhoben werden.

Am besten schlugen sich in Europa noch die Aktien von Konsumgüterherstellern: Deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 schaffte als einziger Gewinner ein minimales Plus. Ganz unten im Branchentableau fanden sich dagegen die Rohstoffwerte wieder, deren Index um 2,10 Prozent absackte.

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Hatten am Morgen nach guten US-Absatzzahlen deutsche Autowerte noch zu den gefragtesten Werten am deutschen Aktienmarkt gezählt, notierten Aktien von BMW (Kurswerte anzeigen), Daimler (Kurswerte anzeigen) und Volkswagen (Kurswerte anzeigen) am Nachmittag zwischen 1,4 und 2,1 Prozent leichter.

Euro kaum verändert

Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat sich am Mittwoch nur wenig verändert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2276 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag etwas höher auf 1,2308 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einem zunächst impulsarmen Handel am Devisenmarkt. Im weiteren Tagesverlauf könnten neue Konjunkturdaten für mehr Bewegung sorgen. Am späten Vormittag stehen Kennzahlen zur Preisentwicklung in der Eurozone auf dem Programm. Es wird damit gerechnet, dass die Inflation im März wieder etwas gestiegen ist.

Damit dürfte sich die Teuerung im Währungsraum wieder ein Stück weit der Zielmarke der EZB von knapp 2 Prozent annähern, bei der die Notenbank die Stabilität der Preise als gewährleistet ansieht. Außerdem stehen am Nachmittag Daten vom US-Arbeitsmarkt auf dem Programm. Veröffentlicht wird die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft. Diese liefert Hinweise für den Arbeitsmarktbericht für März insgesamt, der am Freitag veröffentlicht wird.

Ölpreise schwächer

Die Ölpreise sind am Mittwoch leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Juni wurde am Morgen bei 67,90 US-Dollar gehandelt. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Mai fiel um 18 Cent auf 63,33 Dollar.

Am Ölmarkt zeigte die jüngste Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China vorerst keine größeren Auswirkungen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte mit neuen Strafzöllen auf importierte Waren aus China den Handelskonflikt verschärft. Zuvor hatte die Sorge von den Folgen eines Handelskriegs für die Weltwirtschaft die Ölpreise zeitweise belastet.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden die Ölpreise durch einen Rückgang der Fördermenge der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gestützt. Im März war die Produktion des Ölkartells auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg lag die Opec-Fördermenge im März bei durchschnittlich 32,04 Millionen Barrel pro Tag. Dies ist das niedrigste Volumen seit vergangenen April.

mg/dpa-afx