Börse Euro und Dow-Erholung stützen Dax

Der Dax verringert seine Verluste. In den USA setzt der Dow Jones zur Erholung an. Außerdem gibt der Euro zum Dollar wieder etwas nach.
Starke Schwankungen: Der Dax ringt mit der Marke von 12.000 Punkten

Starke Schwankungen: Der Dax ringt mit der Marke von 12.000 Punkten

Foto: © Ralph Orlowski / Reuters/ REUTERS

Der von Donald Trump losgetretene Handelsstreit mit China und die Sorge vor einem Ausverkauf bei Technologiewerten haben am Dienstag den Dax  erneut belastet. Der Dax  verringerte im späten Handel jedoch seine Verluste auf 0,4 Prozent und kletterte wieder über die Marke von 12.000 Punkten.

Zu den Verlierern im Dax zählte erneut die Aktie der Deutschen Bank , die um knapp 2 Prozent nachgab und unter die Marke von 11 Euro zu fallen droht.

Grund sind die starken Schwankungen und die Nervosität in den USA. Nach ihrem Kursrutsch am Ostermontag hatten Dow Jones  und Nasdaq Composite  zunächst einen Erholungsversuch gestartet. Während der Dow Jones seine Gewinne verteidigen konnte, notierte der Nasdaq Composite  zuletzt 0,3 Prozent im Minus.

Anleger hoffen darauf, dass der Streamingdienst Spotify mit seinem heutigen Börsengang den aktuellen Blues in der Tech-Branche zumindest unterbricht. Allerdings sei der Zeitpunkt des Börsengangs, der kein Börsengang im eigentlichen Sinne sei, denkbar schlecht für Verkäufer der Aktie, wenn man auf die jüngste Kursentwicklung des US-Videostreaming-Dienstes Netflix  schaue.

Direktplatzierung von Spotify-Aktien birgt Risiken

Börsianer verwiesen damit auf die für ein Unternehmen in dieser Größenordnung ungewöhnliche Entscheidung, den kostensparenden Weg einer sogenannten Direktplatzierung zu wählen. Spotify lässt sich dabei zwar von Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley beraten, beauftragt sie aber nicht wie üblich mit einer Aktienausgabe und dem dazugehörigen Preisbildungsverfahren. Das spart Geld, birgt aber auch das Risiko einer chaotischen Handelspremiere.

Analysten trauen Spotify eine Bewertung von rund 20 Milliarden US-Dollar zu, obwohl das Unternehmen seit der Gründung 2006 rote Zahlen schreibt. Um Anleger vor dem Börsendebüt zu überzeugen, vergleicht sich Spotify gerne mit Netflix. Auch der heutige Marktführer im Video-Streaming erwirtschaftete lange keine Gewinne, ist inzwischen aber profitabel und an der Börse über 130 Milliarden Dollar wert.

Handelsstreit mit China schwelt weiter

Unterdessen droht weiterhin eine Verschärfung des Handelsstreits. China konterte am Oster-Wochenende US-Schutzzölle für Stahl und Aluminium mit neuen Abgaben auf US-Importe. Allerdings liegt das Volumen, auf das sich die Strafzölle addieren, bei lediglich 3 Milliarden Dollar. Trump dagegen hat Zölle im Gesamtvolumen von 60 Milliarden Dollar erhoben. China kann also noch deutlich nachlegen, zumal Donald Trump offenbar neue Strafzölle erarbeiten lässt, die diesmal Technolgieprodukte aus China treffen sollen.

Trump setzt Kampagne gegen Amazon fort

"Die Kommentare des US-Präsidenten Trump bezüglich Amazon waren auch alles andere als hilfreich", fügte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader hinzu. "Ein bedeutender Anteil der Aktien-Rally in den vergangenen Jahren ist auf die Technologiewerte zurückzuführen. Sollte es hier zu einer Panik kommen, hätte dies einen spürbaren Effekt auf die Märkte weltweit."

Trump, der schon in der vorigen Woche die Steuerpraxis des weltgrößten Online-Händlers kritisiert hatte, warf Amazon  nun vor, der US-Post zu geringe Versandgebühren zu zahlen. Amazon-Aktien hatten daraufhin am Ostermontag gut fünf Prozent verloren und zum Kursrutsch der Wall Street beigetragen.

Apple will künftig auf Intel-Chips verzichten

Eine weitere Hiobsbotschaft sei, dass Apple bei seinen Mac-Rechnern zukünftig auf Intel-Chips verzichten wolle, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Die Apple-Ankündigung hatte Intel am Montag einen Kursrutsch von etwa sechs Prozent eingebrockt. Die Aktien des im deutschen TecDax  gelisteten Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor fielen am Dienstag um 4,7 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 18,40 Euro. Im Dax  verloren Infineon  bis zu drei Prozent an Wert, AMSL büßten im EuroStoxx50 bis zu zwei Prozent ein.

Euro gibt zum Dollar wieder nach

Der Kurs des Euro in Dollar (Kurswerte anzeigen) ist am Dienstag im späten Handel wieder gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,2310 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte sie noch unter der Marke von 1,23 Dollar notiert. Am Ostermontag war der Euro trotz schwacher US-Konjunkturdaten etwas unter Druck geraten.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Zahlen zu den deutschen Einzelhandelsumsätzen den Markt bewegen. In der Eurozone stehen die endgültigen Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie an. Aus den USA werden keine wichtigen Konjunkturdaten erwartet.