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Dividenden-Könige: Die stärksten Dividenden-Aktien im Dax

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Börse Facebook und Zinsspekulationen verunsichern Anleger

Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte am Mittwoch die Zinsen anheben. Der Dax bleibt zu Wochenbeginn unter Druck - US-Präsident Trump und ein drohender Handelskrieg sind derzeit die größten Risiken für die Börse. Die Aktie von Henkel bricht nach Zahlen ein. Auch Facebook gerät stark unter Druck.

Anleger gehen in Deckung: Der deutsche Leitindex Dax  ist mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Bis zum Handelsschluss gab der Dax um 1,39 Prozent auf 12.217 Punkte nach. Die Talfahrt an der US-Technologiebörse Nasdaq hinterließ zu Wochenbeginn auch beim deutschen Technologiewerte-Index TecDax  Spuren: Er büßte 1,08 Prozent auf 2650 Zähler ein. Etwas besser hielt sich der MDax  der mittelgroßen deutschen Unternehmen, der lediglich um 0,19 Prozent auf 25.577 Punkte nachgab.

Deutliche Kursverluste der Aktie von Facebook  sowie Unsicherheit über den Kurs der US-Notenbank hatten die Wall Street zu Handelsbeginn am Montag ins Minus gedrückt. Besonders Technologiewerte standen unter Druck. Auslöser war die Affäre um die missbräuchliche Nutzung von Facebook-Daten.

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Facebook-Kurseinbruch schickt Nasdaq in die Tiefe

Der Dow Jones  notierte zum Handelsschluss in Europa 1,3 Prozent tiefer und der S&P 500 1,5 Prozent im Minus. Der Index der Technologiebörse Nasdaq, der Nasdaq Composite  notierte 2,26 Prozent leichter.

Alle Augen richteten sich auf die Titel von Facebook , die in der Spitze um mehr als 8 Prozent abstürzten. Der Konzern hatte am Freitagabend eingeräumt, dass die Datenanalysefirma Cambridge Analytica und einige Forscher die Auflagen des weltgrößten Internet-Netzwerks verletzt hätten. Medienberichten zufolge wertete Cambridge Analytica private Informationen von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern aus und unterstützte mit den Ergebnissen den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump. US-Senatoren machen sich nun für eine stärkere Regulierung von Facebook stark, was Anleger am Montag in die Flucht trieb.

Rocket Internet steigt in den MDax auf

Im Dax gibt es neue Aufsteiger und Absteiger: In den Auswahlindizes der Deutschen Börse werden zu Wochenbeginn die jüngst beschlossenen Änderungen wirksam. Der Kunststoffhersteller Covestro steigt in den Dax  auf und ersetzt dort den Fernsehkonzern ProSiebenSat.1, der in den MDax  absteigt.

Im MDax  muss der Möbelkonzern Steinhoff seinen Platz für die Immobilienfirma Aroundtown räumen. Südzucker wird im MDax durch den Startup-Finanzierer Rocket Internet (Kurswerte anzeigen) ersetzt. Die Aktie von Rocket Internet setzte daraufhin ihren Erholungskurs fort.

Warten auf Fed-Entscheidung

An der Wall Street eröffneten die wichtigsten Indizes mit Verlusten. Anleger gehen davon aus, dass die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Leitinsen auf 1,5 Prozent erhöhen wird. Im Anschluss wird der neue Fed-Chef Jerome Powell seine erste Pressekonferenz in diesem Amt geben.

Unklar ist, ob Powell Hinweise darauf geben wird, ob es die Fed in diesem Jahr bei drei Zinserhöhungen belassen wird oder ob eventuell ein vierter Zinsschritt geplant ist. Auch bei Analysten herrscht Uneinigkeit in dieser Frage. Ein vierter Zinsschritt könnte die Aktienmärkte belasten, da steigende Zinsen Anleihen für Investoren attraktiver machen.

Siemens bringt Healthineers erfolgreich an die Börse - deutliche Gewinne

Zumindest Siemens konnte durchatmen. Der Börsengang der Siemens-Gesundheitssparte Healthineers war ein Erfolg. Die Aktie, die zu 28 Euro ausgegeben wurde, legte am Freitag mehr als 4 Prozent zu, die Emission war mehrfach überzeichnet. Siemens nimmt durch den Börsengang mehr als 4 Milliarden Euro ein.

Auch am Montag deuteten sich trotz eines schwachen Gesamtmarktes weitere Kursgewinne für die Aktie von Siemens Healthineers  an - das Papier stieg im frühen Handel über die Marke von 31 Euro. Der Kursgewinn seit Erstnotiz am vergangenen Freitag beträgt damit mehr als 10 Prozent.

Henkel bricht nach Quartalszahlen ein

Wegen Lieferschwierigkeiten im nordamerikanischen Konsumgütergeschäft ist der Düsseldorfer Konzern Henkel (Kurswerte anzeigen) nur verhalten in das erste Quartal 2018 gestartet. Die Probleme seien auf eine Umstellung in den Transport- und Logistiksystemen in Nordamerika zurückzuführen, teilte Henkel am Montag in Düsseldorf mit. Betroffen seien vor allem das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln (Laundry & Home Care) sowie das Beauty-Geschäft.

Das Klebstoffgeschäft, das rund die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet, zeige dagegen weiterhin eine starke Entwicklung. Den Jahresausblick für den Gesamtkonzern bestätigte die Dax-Gesellschaft . Demnach soll das Wachstum aus eigener Kraft in diesem Jahr weiter in der Bandbreite von 2 bis 4 Prozent liegen. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktien sackten zuletzt um mehr als 5 Prozent zum Xetra-Schluss ab.

Trump bremst die Börsen aus

US-Präsident Trump bleibt derzeit der größte Belastungsfaktor für die Börsen. Berechenbar scheint derzeit nur die Unberechenbarkeit zu sein. "Donald Trump ist derzeit das größte politische Risiko für die Finanzmärkte", urteilte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck.

"Während in Trumps erstem Amtsjahr entgegen vieler Befürchtungen zumindest wirtschaftspolitisch nichts angebrannt ist, könnte nun das böse Erwachen kommen", sagte Christian Apelt von der Helaba. Die Wechsel in der US-Regierung sorgten für Unruhe an den Finanzmärkten. Weitere personelle Veränderungen könnten folgen. Sie dürften "kaum zu Gunsten von Pragmatikern ausfallen", warnte der Volkswirt.

Republikaner warnen Trump vor Entlassung Robert Muellers

Am Wochenende folgte bereits der nächste Schlag: Der frühere Vizedirektor des FBI, Andrew McCabe, wurde gefeuert. Dieser gehörte zu den ersten in den Reihen des FBI, die mögliche Verbindungen Trumps zu einer russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 untersuchten. Nun bleibt abzuwarten ob der Schuss vielleicht nach hinten losgeht, denn McCabe will sich Notizen über Gespräche mit Trump gemacht haben, die jetzt angeblich Sonderermittler Robert Mueller vorliegen.

Was die in dieser Woche anstehenden Wirtschaftsdaten angeht, dürfte die Aussicht auf US-Strafzölle und die damit einhergehende Verunsicherung der Unternehmen sich negativ niederschlagen. Veröffentlicht werden neben dem deutschen ifo-Index im März zahlreiche Einkaufsmanager-Indizes aus der Eurozone. Auf eine schärfere Handelspolitik der USA würde die Europäische Union "mit Sicherheit" mit Gegenmaßnahmen antworten, sagte Helaba-Experte Stefan Mütze. "Letztendlich gingen alle Beteiligten als Verlierer vom Platz".

Fed dürfte am Mittwoch die Zinsen erhöhen

Am Mittwoch dürfte auch die Sitzung der US-Notenbank Fed einen Blick wert sein. Als ausgemacht gilt, dass die Fed den Leitzins zum sechsten Mal in Folge erhöht. "Die Märkte schauen eher darauf, wohin die Fed nach diesem Zinsschritt steuert", merkte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank an. Bislang gehen Beobachter von nur drei Zinsschritten im Jahr 2018 aus.

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Die Schlüsselrolle wird aus Sicht der Notenbanker der Arbeitsmarkt spielen. Bei Anzeichen einer Überhitzung könnte die Fed die Zinsen in diesem Jahr vier Mal anziehen - und damit einmal mehr als gegenwärtig prognostiziert. Steigende Zinsen machen Anleihen attraktiver im Vergleich zu Aktien. Zudem steigen mit anziehenden Zinsen auch die Finanzierungskosten von Unternehmen, was wiederum die Gewinne schmälern kann.

Die Anhebung des Schlüsselsatzes um einen Viertelprozentpunkt gilt als sicher. Wichtiger seien daher Äußerungen zur Entwicklung von Konjunktur und Inflation, betont Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. "Der Zinsausblick für 2018 könnte dabei von drei auf vier Zinsschritte angepasst werden." Spannend sei außerdem, ob Powell auf die Gefahren eines Handelskrieges eingehen werde, sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Politskandal in Japan bremst Nikkei aus

In Tokio gab der Nikkei (Kurswerte anzeigen)am Montag dagegen um 0,9 Prozent auf 21.481 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,3 Prozent auf 3279 Punkte.

Der schwindende Rückhalt des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in der Bevölkerung macht Anleger nervös. Der Nikkei-Index fiel am Montag um 0,9 Prozent auf 21.481 Punkte. Einer Umfrage vom Wochenende zufolge sind Abes Zustimmungswerte wegen einer Affäre um angebliche Vetternwirtschaft auf den niedrigsten Wert seit seinem Amtsantritt 2012 gefallen.

Zwei Drittel der Befragten gaben dem Ministerpräsidenten sowie Finanzminister Taro Aso eine Mitverantwortung an einem Vertuschungsversuch. Auslöser des Skandals ist der Verkauf staatlicher Grundstücke an den Schul-Betreiber Moritomo Gakuen, der Verbindungen zu Abes Frau Akie hat. In den Verkaufsdokumenten des Finanzministeriums wurden sämtliche Verweise auf Abe, seine Frau und Finanzminister Aso getilgt. Abe und Aso wiesen den Vorwurf des Fehlverhaltens zurück.

In Südkorea verlor die Börse 0,8 Prozent. Ihr setzte ein Kursrutsch von jeweils etwa 3,5 Prozent bei Kia und Hyundai  zu. Auslöser des Ausverkaufs sind US-Ermittlungen wegen möglicherweise fehlerhafter Airbags in Fahrzeugen der Autobauer. Hyundai hatte im Januar wegen technischer Probleme mit diesem Bauteil in den USA bereits 150.000 in die Werkstätten gerufen.

Euro zum Dollar kaum verändert

Der Euro  ist am Montag leicht gesunken. Im Vormittagshandel wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2273 US-Dollar gehandelt und damit etwas niedriger als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,2301 Dollar festgesetzt.

Gestützt wird die US-Währung von der Aussicht auf eine weitere Leitzinserhöhung. Am Markt wird fest damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch den nächsten Zinsschritt beschließen und den Leitzins in eine Spanne zwischen 1,50 und 1,75 Prozent anheben wird.

Da ein weiterer Zinsschritt auf der Sitzung eine ausgemachte Sache ist, richtet sich der Fokus der Anleger zunehmend auf neue Zinsprognosen der Fed-Mitglieder, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht werden. "Wir halten eine Anhebung der Zinsprognosen für wahrscheinlich", kommentierte Experte Manuel Andersch von der BayernLB.

Dagegen gibt es zu Wochenbeginn kaum Impulse durch neue Konjunkturdaten. Ein unerwartet starker Dämpfer der Industrieproduktion in Italien konnte den Euro  nicht nennenswert bewegen. In den USA ist der Datenkalender leer. Marktbeobachter rechnen mit einem eher ruhigen Wochenauftakt am Devisenmarkt

mit Material von dpa und Reuters
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