Börse Dow Jones zittert, Dax knickt ein

Der Dax bricht einen Erholungsversuch ab und fällt zurück ins Minus. Schon geringe Verluste an der Wall Street sorgen hierzulande für hohe Nervosität.

Rauf und wieder runter: Der Dax  hat am Mittwoch einen Erholungsversuch abgebrochen und ist wieder in Richtung 12.400 Punkte zurückgefallen. Da der Dow Jones seine Anfangsgewinne nicht halten konnte, setzte auch in Europa eine Verkaufswelle ein.

Neue Daten zum Wirtschaftswachstum hatten der Wall Street am Mittwoch zunächst noch zu Kursgewinnen verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA legte im Schlussquartal 2017 nach revidierten Berechnungen etwas weniger deutlich zu als zunächst geschätzt. Dies dämpfte am Markt Sorgen, dass die Notenbank (Fed) unter dem Eindruck der starken Konjunktur die Zinsen rascher anheben wird als bislang erwartet.

Der Dow Jones  notierte im frühen Handel 0,4 Prozent höher mit 25.520 Punkten, gab im Anschluss aber seine Gewinne komplett wieder ab. Der breiter gefasste S&P 500 kam ebenfalls nicht von der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  verteidigte kurz vor Handelsschluss in Europa noch ein hauchzartes Plus von 0,1 Prozent.

Februar wird schwacher Börsenmonat

Den Februar dürften die US-Börsen mit Kursverlusten abschließen. Zuletzt hatte es im März vergangenen Jahres ein Minus gegeben. Das Thema Zinsen werde den Handel wohl weiter dominieren, sagte Peter Cardillo, Marktanalyst beim Broker First Standard Financial. Daher sei es gut möglich, dass sich die jüngsten Kursschwankungen im März fortsetzen werden.

Anleger beschäftigten sich hauptsächlich mit der Nachlese der Kongress-Anhörung von Fed-Chef Jerome Powell vom Dienstag. "Obwohl dieser nicht viel neues an Informationen lieferte, interpretierte der Markt seine optimistischen Aussagen als Signal für vier Zinserhöhungen in diesem Jahr", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Konjunktur in China und Japan schwächelt

Ein weiterer Belastungsfaktor war der überraschend starke Rückgang der japanischen Industrieproduktion. Das Barometer für die Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager fiel zudem auf 50,3 Punkte und lag damit nur noch knapp über der Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. "Es besteht das Risiko, dass sich die Wirtschaft dieses Jahr schlechter entwickelt als insgesamt erwartet", sagte Julian Evans-Pritchard, Volkswirt für China beim Research-Haus Capital Economics.

Die schwachen Konjunkturdaten machten auch den Rohstoffen zu schaffen. Kupfer verbilligte sich um bis zu 0,7 Prozent auf 6975 Dollar je Tonne. China ist der weltgrößte Abnehmer dieses Industriemetalls.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit 

Bayer enttäuscht mit Zahlen und Ausblick

Am deutschen Aktienmarkt fielen die Titel von Bayer zeitweise um 3,7 Prozent und waren mit 94,43 Euro so billig wie seit mehr als einem Jahr nicht. Der Betriebsgewinn 2017 lag ähnlich wie im Vorjahr bei etwa 9,3 Milliarden Euro - das Ziel einer Verbesserung verfehlte das Unternehmen. "Die Schätzungen für das vierte Quartal waren offensichtlich zu optimistisch", hieß es in einer Analyse des Bankhaus Lampe. Analyst Alistair Campbell von der Berenberg Bank bezeichnete den Bayer-Ausblick eines weiterhin stagnierenden Umsatzes und operativen Ergebnisses als enttäuschend.

Aktie von Dürr bricht ein

Auch der Maschinenbauer Dürr blieb mit seinen Geschäftszielen hinter den Markterwartungen zurück. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Helvea Bank monierte vor allem die angepeilte operative Gewinnmarge von sieben bis 7,5 Prozent. Die Aktien des Maschinenbauers fielen daraufhin trotz eines Rekordgewinns um bis zu 7,1 Prozent. Damit steuern sie auf den größten Tagesverlust seit zwei Jahren zu.

"Die Mehrzahl der Anleger agiert im Moment mit kurzem Zeithorizont", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Sie steuerten ihre Portfolios "auf Sicht", weshalb Aktien beim ersten Anzeichen einer neuen Abwärtsbewegung rasch wieder verkauft würden.

Eurokurs kaum verändert

Der Euro in Dollar  hat am Mittwoch weiter nachgegeben. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung unter 1,23 US-Dollar.

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Konjunktur haben sich Anleger am Mittwoch aus den asiatischen Aktienmärkten zurückgezogen. Der japanische Nikkei  verlor am Mittwoch 1,4 Prozent auf 22.068,24 Punkte.

Die chinesische Börse in Shanghai büßte ein Prozent auf 3259,50 Zähler ein. Genährt wurden diese Spekulationen unter anderem vom überraschend starken Rückgang der japanischen Industrieproduktion. Zudem fiel das Barometer für die Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager auf 50,3 Punkte und lag damit nur noch knapp über der Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. "

Mehr lesen über