Erholung an der Börse Kursrally an der Wall Street - Dow und Nasdaq geben Dax Schub

Dax und Dow setzen ihre Erholung fort. Die Gewinnerliste wird wieder einmal angeführt von den Technologiewerten: Die US-Techwerte notieren überwiegend bereits wieder auf Rekordniveau.

Kursgewinne an der Börse: Der Dax hat am Freitag weiter zugelegt und nur knapp unter der Marke von 12.500 Punkten geschlossen. Da die US-Börsen im späten Handel ihre Gewinne jedoch deutlich ausbauten, dürfte der Dax am Montag ebenfalls mit klaren Gewinnen in die neue Woche starten und die Marke von 12.500 Punkten überwinden.

An der Wall Street sind die US-Indizes am Freitag in den Rally-Modus zurückgekehrt. Unterstützung erhielten die Aktienmärkte vor allem von Kursgewinnen bei den Hochtechnologiewerten. Der Dow Jones  schloss 1,4 Prozent höher auf 25.309 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 1,6 Prozent auf 2747 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Stock Market (Kurswerte anzeigen) verbesserte sich um 1,8 Prozent auf 7337 Punkte.

Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Plus von 0,4 Prozent, den S&P ein Aufschlag von 0,6 Prozent und den Nasdaq-Index ein Zugewinn von 1,4 Prozent.

Zur Beruhigung trug auch die US-Notenbank Fed bei. Sie rechnet derzeit mit keinen großen Gefahren für ihre Politik der behutsamen Zinserhöhungen. Der Wirtschaftsaufschwung werde weiterhin durch einen stetigen Zuwachs an Jobs, einen steigenden Wohlstand der Haushalte und eine günstige Stimmung bei den Verbrauchern unterstützt, schreibt die Notenbank in ihrem Halbjahresbericht an den US-Kongress zur Geldpolitik. Derzeit gehen die meisten Volkswirte davon aus, dass die Dollar-Wächter in diesem Jahr drei Mal ihre Leitzinsen anheben.

Big Tech marschiert vorweg: Amazon, Apple und Tesla im Rally-Modus

Zu den größten Gewinnern an den US-Börsen zählten wieder einmal die Technologiewerte: Aktien von Amazon , Facebook , Tesla , Alphabet  oder Apple  haben in dieser Woche deutliche Gewinne verbucht und zum Teil bereits wieder neue Rekordniveaus erzielt.

Die Papiere von Hewlett-Packard  waren mit 18 Dollar so teuer zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Der IT-Konzern verfünffachte den Quartalsgewinn auf 1,43 Milliarden Dollar.

Telekom und RWE Gewinner im Dax

Zu den größten Verlierern im Dax zählten am Freitag Continental  und Infineon , die jeweils rund 1,5 Prozent nachgaben. Zu den Gewinnern im Dax zählte dagegen die Aktie der Deutschen Telekom , die um rund 2 Prozent zulegte und damit einen Erholungsversuch startete. Am Vortag war die T-Aktie auf das tiefste Niveau seit drei Jahren abgestürzt.

Goldman Sachs stützt Deutsche Telekom

Mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent auf 13,30 Euro war die T-Aktie Spitzenreiter unter den 30 Dax-Werten. Am Vortag waren sie nach Vorlage der Jahreszahlen um mehr als 2 Prozent und zeitweise auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren abgerutscht, weil steigende Investitionen bei den Anleger für Unmut sorgten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für die T-Aktie nach Zahlen jedoch auf "Buy" mit einem Kursziel von 18,70 Euro belassen. Das Schlussquartal und die erwartungsgemäß ausgefallene Prognose für 2018 unterstrichen den sich verbessernden Trend im Heimatmarkt, schrieb Analyst Andrew Lee in einer am Freitag vorliegenden Studie. Allerdings stiegen auch die Investitionen. Die langfristigen Investitionsrisiken, eine der größten Sorgen der Anleger, könnten zum Kapitalmarkttag im Mai zur Sprache kommen

Inflation in Euroland geht zurück

Positive Signale gab es durch neue Inflationsdaten: In der Eurozone hat sich die Preisentwicklung Anfang des Jahres erneut abgeschwächt. Im Januar seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,3 Prozent gestiegen, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer zweiten Schätzung mit. Die Statistiker bestätigten damit wie erwartet eine erste Erhebung von Ende Januar. Die Inflation im Euroraum ist so niedrig wie seit dem vergangenen Juli nicht mehr.

Xing hebt Dividende an

Das Online-Karrierenetzwerk Xing berichtete für 2017 dank des ungebremst hohen Nutzerzulaufes ein überraschend deutliches Umsatzplus. Auch die Gewinne des im Technologiewerte-Index TecDax  gelisteten Unternehmens legten zu. Die Dividende will Xing deutlich anheben. Ein Händler sprach von erwartungsgemäß soliden Eckdaten, die kaum für deutliche Kursimpulse sorgen sollten. Auch die Aussagen zur Gewinnausschüttung seien keine Überraschung.

Asien mit Gewinnen

Asiens Aktienmärkte haben am Freitag Kursgewinne verzeichnet. Der Markt folgte damit den freundlichen Vorgaben aus den USA. Dort hatten die Ängste vor rasch steigenden Zinsen am Vortag wieder etwas abgenommen.

Japans Leitindex Nikkei  legte bis Handelsschluss um 0,72 Prozent auf 21 892,78 Punkte zu. Im bisherigen Jahresverlauf ergibt sich nach der jüngsten Talfahrt aber noch immer ein Verlust von fast 4 Prozent.

Auch Konjunkturdaten aus Japan trübten das Bild nicht nachhaltig. Der Preisindex, auf den die Währungshüter vor allem blicken, zog im Januar zwar etwas stärker an als Experten erwartet hatten, blieb aber immer noch ein gutes Stück unter dem Notenbank-Ziel eines Anstiegs um zwei Prozent.

Die Aktien in China tendierten ebenfalls im Plus. Der CSI 300 legte nach den deutlichen Kursgewinnen am Vortag nun um 0,5 Prozent zu und schloss bei 4071,09 Punkten. Erst am Donnerstag war dort der Handel nach den Neujahrsfeierlichkeiten wieder aufgenommen worden. Der Hongkonger Index Hang Seng  lag am Morgen im späten Handel gut 1 Prozent im Plus.

Ölpreise legen deutlich zu

Die Aussicht auf eine Abspaltung von Geschäftsfeldern trieb den Kurs von United Technologies um 3,34 Prozent nach oben an die Spitze des Dow. Der Vorstandschef Greg Hayes hatte am Vorabend auf einer Konferenz von Plänen für eine Abspaltung der Segmente Flugzeugtriebwerke, Aufzüge und Klimaanlagen berichtet. Bis Jahresende solle eine Entscheidung fallen. Bei Abspaltungen von Aktivitäten werden diese für sich oft höher bewertet als wenn sie Teile eines Konglomerats sind.

Im Gefolge von United Technologies legten General Electric (GE) um 0,90 Prozent zu. Auch GE gilt als komplexer Industriekonzern, so dass Anleger hier ebenfalls auf die Abtrennung von Sparten spekulieren dürften.

Die in den USA überraschend gesunkenen Rohöllagerbestände beflügelten die Ölpreise - und mit ihnen auch die Kurse großer US-Ölkonzerne. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,6 Prozent auf knapp 63 US-Dollar, das war der höchste Stand seit zwei Wochen. Gleichzeitig legten Aktien von Chevron um 0,76 Prozent zu und die von Exxon Mobil um 1,30 Prozent. ConocoPhilips gewannen 2,16 Prozent.

Euro kaum verändert

Der Euro in Dollar  hat am Freitag moderat nachgegeben. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung etwa 1,23 US-Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Der amerikanische Dollar legte demgegenüber zu vielen Währungen zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,2276 Dollar festgesetzt.