Erholung an der Börse Dax und Dow starten Erholungsrally

Der Dax startet im späten Handel noch einmal durch. An der Wall Street legen Dow Jones und Nasdaq nach den Verlusten des Vortages zu - Anleger hoffen auf eine weitere Erholung. Unter Druck geraten im Dax vor allem Aktien der Deutschen Telekom.

Starke Schwankungen an der Börse: Das jüngste Protokoll der US-Notenbank Fed hat die Anleger an den weltweiten Aktienmärkten gehörig verunsichert und neue Ängste geschürt, dass die Zinsen in den USA rascher steigen werden als bislang angenommen.

Vor allem der Dax  geriet erneut unter Druck. Der deutsche Leitindex fiel am Donnerstag zeitweise unter die Marke von 12.300 Zählern, startete im späten Handel jedoch eine Erholungsrally, da die US-Börsen ihre Gewinne zuletzt ausbauten. Kurz vor Xetra-Handelsschluss notierte der Dax nur noch 0,1 Prozent im Minus bei 12.452 Punkten.

Die Aktien der Deutschen Telekom  rutschten dagegen bis auf 12,735 Euro ab, was den niedrigsten Stand seit Anfang 2015 bedeutete. Zuletzt büßten sie am Dax-Ende noch 3 Prozent auf 12,85 Euro ein. Bei Analysten stieß vor allem der Ausblick auf wenig Freude.

Dax-Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit 

Freundlicher wurden die Resultate von Henkel  aufgenommen: Die Papiere des Konsumgüterkonzerns gewannen 2,54 Prozent. Dank eines guten Klebstoffgeschäfts und der getätigten Zukäufe stieg der Jahresumsatz erstmals über 20 Milliarden Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,48 Prozent am Vortag auf 0,49 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 139,03 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,28 Prozent auf 158,68 Punkte.

Der Euro in Dollar  kostete zuletzt 1,2294 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2312 (Dienstag: 1,2340) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8122 (0,8104) gekostet.

Erholungsversuch an der Wall Street

Die US-Börsen haben am Donnerstag einen Erholungsversuch gestartet: Der Dow Jones  baute seine Gewinne aus und notierte zuletzt wieder klar über der Marke von 25.000 Punkten. Auch der Nasdaq Composite (Kurswerte anzeigen) legte deutlich zu. Tags zuvor hatte die Wall Street dem Protokoll der US-Notenbank Tribut gezollt.

"Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", hieß es im Protokoll der Sitzung der Notenbanker von Ende Januar. Die meisten Fed-Mitglieder verwiesen auf die wirtschaftliche Dynamik.

Nach der Veröffentlichung des Protokolls waren die Börsenindizes zunächst noch auf Tageshöchstkurse gestiegen. Als dann jedoch am US-Anleihemarkt die Renditen kräftig stiegen, büßten die Aktienkurse ihre Aufschläge wieder ein.

Telekom nach Zahlen schwächer

Schwächster Dax-Wert waren am Vormittag die Aktien der Deutschen Telekom , die sich trotz eines Gewinnsprungs zuletzt um 3,8 Prozent verbilligten. Der Ausblick der Bonner wurde am Markt unterschiedlich interpretiert. Ein Händler sagte, die Prognosen seien etwas optimistischer als erwartet. Vom Analysehaus Jefferies hieß es, der Ausblick sei etwas mau und das vierte Quartal des Dax-Konzerns habe die Erwartungen verfehlt.

Besser weg kamen die Aktien von Henkel. Sie setzten sich mit einem Plus von 0,7 Prozent an die Spitze des Leitindex, nachdem der Konzern eine Erhöhung der Dividende in Aussicht gestellt hatte.

Rendite zehnjähriger US-Bonds auf Vierjahreshoch

Die Rendite zehnjähriger US-Papiere erreichte den höchsten Stand seit Anfang 2014. Damit verlieren Aktien im Verhältnis zu Anleihen an Attraktivität. Zudem können steigende Kapitalmarktzinsen die Profitabilität der Unternehmen schmälern.

Die Fed steuert auf die erste Zinserhöhung in diesem Jahr zu. Sie setzte in den Mitschriften der geldpolitischen Sitzung von Ende Januar kräftige Signale für eine Anhebung im März. Die Währungshüter stehen angesichts rosiger Konjunkturperspektiven bereit, die Zügel weiter zu straffen. Dabei ist es ihrer Ansicht nach wahrscheinlich angebracht, die Zinsen "schrittweise weiter nach oben" zu setzen.

Euro unter 1,23 US-Dollar

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) hat sich am Mittwoch wenig verändert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2329 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend, gab dann jedoch leicht nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,2340 Dollar festgesetzt.

Am Vormittag könnten wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone für neue Impulse im Handel am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm stehen erste Hinweise auf die Stimmung der Einkaufsmanager führender Euro-Volkswirtschaften im Februar.

Im weiteren Tagesverlauf rückt dann die Geldpolitik in den USA stärker in den Fokus. Am Abend wird die US-Notenbank Fed das Protokoll der jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Am Markt werden Hinweise auf die Anzahl der Zinserhöhungen in diesem Jahr erwartet. Bisher hatten die Notenbanker drei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Am Markt wurde aber zuletzt darauf spekuliert, dass es in den USA vier Zinserhöhung gegeben könnte.

Mehr lesen über