Mittwoch, 27. Mai 2020

Börse und US-Steuerreform Kursrutsch im Dax - Anleger haken Steuerreform ab

Kursrutsch im Dax: Der Dax baut seine Verluste deutlich aus. Die Steuerreform von Donald Trump kann in Deutschland keine Käufer mehr hervorlocken. Trotz steigender Kurse an der Wall Street droht dem Dax erneut der Sturz unter die Marke von 13.000 Punkten. Der Euro zieht an.

Aktienkäufe in USA, Verkäufe in Europa: Nach dem Rücksetzer vom Vortag hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Mittwoch weiter nachgegeben. Zuletzt notierte der Index 1,1 Prozent schwächer und droht erneut unter die Marke von 13.000 Punkten zu fallen. Anleger nehmen Geld vom Tisch, zudem zieht der Euro Börsen-Chart zeigen wieder deutlich an und nimmt die Marke von 1,19 US-Dollar wieder ins Visier.

Alle Dax-30-Aktien bis auf ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen beendeten den Xetra-Handel im Minus. Zu den größten Verlierern zählten am Mittwoch die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen, Henkel Börsen-Chart zeigen und Merck, die jeweils rund 2 Prozent nachgaben. Henkel fiel auf das tiefste Niveau seit 12 Monaten. Auch die Aktie von RWE Börsen-Chart zeigen, die in den vergangenen 8 Handelstagen rund ein Drittel ihrer Marktkapitalisierung verloren hat, setzte am Mittwoch ihre Talfahrt fort.

"Die Stimmung ist gekippt", konstatierte Christoph Geyer von der Commerzbank am Mittwochmorgen. Der Anlagestratege verwies darauf, dass der Dax Börsen-Chart zeigen nur einen Tag nach dem Ausbruch aus der Handelsspanne am Dienstag schon wieder Schwäche gezeigt habe. Sollte der Index nun unter die Tiefstkurse der vergangenen beiden Tage 13.206 Punkte rutschen, "geht es wieder nach unten". Für dieses Szenario sprächen auch die sinkenden Börsenumsätze.

Dow Jones kaum verändert, Steuerreform abgehakt

An der Wall Street legten die US-Indizes dagegen weiter zu. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt 0,1 Prozent fester, und auch der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen legte zu. Noch immer kommen die US-Indizes damit aber nicht an die jüngsten Rekordhochs vom Wochenbeginn heran.

Auf die US-Steuerreform hätten die Märkte bereits ausreichend reagiert, erklärte eine Goldman-Sachs-Analystin. CMC-Markets-Analyst Michael Hewson widerum geht davon aus, dass angesichts des Gesetzespakets und der zwei Jahre andauernden Rally noch kein Ende bei den Kurszuwächsen abzusehen ist.

Mit einer knappen Mehrheit hat der Senat die umstrittene Steuerreform von Donald Trump verabschiedet. Am Mittwoch muss das Repräsentantenhaus wegen Formfehlern seine Abstimmung nochmals wiederholen, dies gilt aber nur als Formsache.


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RWE: Innogy-Chef Peter Terium muss gehen

Die Trennung von Vorstandschef Peter Terium als Konsequenz auf die jüngste Gewinnwarnung hat dem Erholungsversuch bei den Aktien von Innogy am Mittwochmorgen einen neuen Anstoß gegeben. Die im MDax Börsen-Chart zeigennotierten Titel des Ökostrom-Unternehmens kletterten um etwa 1 Prozent. "Die nächste Überraschung von Innogy", sagte ein Händler nach der jüngsten Gewinnwarnung des Erzeugers erneuerbarer Energien. Die Maßnahme zeige, dass das Aufsichtsgremium Konsequenzen aus der jüngsten Entwicklung ziehe. Nach der Gewinnwarnung von Innogy am Mittwoch vergangener Woche waren die Papiere in nur zwei Tagen um rund 18 Prozent eingebrochen. Auch die Aktien von RWE waren eingebrochen.

Steinhoff im freien Fall

Wegen möglicher Bilanzfälschungen gerät der Poco-Mutterkonzern Steinhoff unterdessen immer mehr in die Bredouille. Zuletzt zogen Gläubiger zunehmend Kreditlinien zurück. Die Aktie des zweitgrößten europäischen Möbelkonzerns nach Ikea hat in den vergangenen Wochen mehr als 90 Prozent ihres Wertes verloren und ist inzwischen ein Penny-Stock.

Bei den Steinhoff-Aktien gehen die Turbulenzen wegen der Nachwehen des Bilanzskandals weiter. Nach einem erneuten Kurssturz um 20 Prozent am Vortag brachen sie nun nochmals um 33 Prozent ein. Die Titel des Möbelkonzerns unterboten ihren tiefsten Stand zwischenzeitlich auf nur noch 0,30 Euro.

Bitcoin gibt wieder nach

Die Kurskapriolen beim Bitcoin Börsen-Chart zeigen halten die Anleger weiter in Atem. In der Nacht zum Mittwoch gab die Kryptowährung weiter nach, nachdem sie am Wochenende noch auf die Marke von 20.000 Dollar zugesteuert war. Bis Mittwoch Abend belief sich das Minus dann auf rund 7 Prozent, der Kurs schwankte knapp über der Marke von 16.000 US-Dollar.

Bereits am Dienstag war an der Börse CME die Referenzrate abgerutscht, zur Wochenmitte mussten sich Anleger zuletzt im Handel mit rund 16.500 Dollar zufrieden geben. Dies ist der größte Einbruch seit Beginn des Futurehandels am 10. Dezember. Die Schwankungen des Bitcoin-Kurses hatten in den vergangenen Wochen stark zugenommen.

Stada legt zu - neue Offerte von Bain und Cinven

Für Gesprächsstoff sorgt wieder der Übernahmekampf um Stada. Die Haupteigner des Generikaherstellers, die Finanzinvestoren Bain und Cinven, ködern die restlichen Aktionäre mit einer neuen Offerte von 74,40 Euro je Anteilsschein. Dies entspricht genau dem Preis, den Aktionär Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott gefordert hatte. Am Morgen jedoch wurde die Aktie deutlich höher zu 88,53 Euro gehandelt - ein Plus von knapp 10 Prozent.

Positiv für Stada Börsen-Chart zeigenwar auch, dass sich der Pharmakonzern mit dem neuen Eigner auf einen Gewinnabführungsvertrag geeinigt hat. Besonders gefiel Anlegern dabei die garantierte Dividende in Höhe von 3,81 Euro je Aktie, sagte ein Händler. Im späten Handel reduzierten die Aktien jedoch mit einem schwächeren Gesamtmarkt ihre Gewinne.

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Euro legt wieder zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch wieder deutlich zugelegt und hat Kurs auf die Marke von 1,19 US-Dollar genommen. Damit hat sich der Dollar von seiner jüngsten Schwäche wieder erholt. Ein starker Euro belastet tendenziell exportierende Unternehmen aus Europa.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Vortag auf 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,30 Prozent auf 140,96 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,38 Prozent auf 161,88 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1845 (Dienstag: 1,1823) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8442 (0,8458) Euro.

Mit Nachrichtenagenturen

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