Börse RWE setzt Kurssturz fort, Dax fällt ab

Die EZB lässt die Zinsen unverändert auf Rekordtief. Der Dax gibt nach, die Aktie von RWE bricht weiter ein.
Mario Draghi: Der EZB-Chef lässt die Zinsen auf Rekordtief. In den USA hat die Fed hingegen die Zinsen erhöht

Mario Draghi: Der EZB-Chef lässt die Zinsen auf Rekordtief. In den USA hat die Fed hingegen die Zinsen erhöht

Foto: Arne Dedert/ dpa

Höhere Zinsen in den USA, Niedrigzins in der Euro-Zone, Verkaufsstimmung an den Börsen: Nach der wie erwartet ausgefallenen Zinserhöhung in den USA um 25 Basispunkte hat der Dax  am Donnerstag weiter nachgegeben. Er beendete den Xetra-Handel mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 13.068 Punkten.

Auch der MDax  schloss am Donnerstag im Minus, während der TecDax gegen den Trend um 0,7 Prozent zulegte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) macht Sparern unterdessen keine Hoffnung auf eine baldige Zinswende. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Ökonomen hatten auch nicht mit Änderungen der Geldpolitik bei der letzten Zinssitzung des EZB-Rates in diesem Jahr gerechnet.

Volumen der EZB-Anleihekäufe wird ab Januar halbiert

Im Oktober hatten Europas Währungshüter ihre milliardenschweren Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Das monatliche Volumen wird von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Beobachter werteten dies als Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.

Sparer, die kaum noch Zinsen bekommen, müssen sich also weiter gedulden. Den Leitzins will die EZB erst dann anheben, wenn die Anleihekäufe schon längere Zeit beendet sind. Volkswirte rechnen gegen Ende 2019, möglicherweise sogar erst 2020, mit einem ersten Zinsschritt. Kreditinstitute, die Geld bei der Notenbank parken, müssen zunächst weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.


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US-Notenbank Federal Reserve hebt wie erwartet die Zinsen an

Die Zinserhöhung der Federal Reservevom Vorabend war erwartet worden. Die US-Notenbank hob den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 1,25 bis 1,5 Prozent an und will die Zügel weiter straffen. Im kommenden Jahr sollen drei weitere Schritte nach oben folgen. Damit reagieren die Währungshüter auf den konjunkturellen Aufschwung in den USA.

Goldman Sachs rät zum Kauf von RWE, RWE-Aktie stürzt weiter ab

Im Dax steht nach dem Ausverkauf vom Vortag vor allem die Aktie des Energieversorgers RWE im Blick. Die Aktie hatte am Mittwoch knapp 15 Prozent an Wert verloren, weil die Ökostrom-Tochter Innogy wegen ihrer massiven Probleme in England ihre Prognose gesenkt hatte. Am Donnerstag verlor sie zeitweise weitere 5 Prozent und fiel unter die Marke von 17,50 Euro.

Innerhalb von 36 Stunden hat RWE ein Fünftel seines Börsenwertes verloren - obwohl der Konzern nach der Innogy-Gewinnwarnung an seinen eigenen Gewinnzielen festhielt. Analysten sind entsprechend uneins über die Bewertung der Aktie.

Die Societe Generale stufte die RWE-Papiere am Donnerstag von "Buy" auf "Hold" ab. Die sinkende Bewertung der Ökostrom-Tochter schlage direkt auf RWE  durch, fügte die SG hinzu.

Dem entgegen stand unter anderem Goldman-Sachs-Analyst Alberto Gandolfi, der den RWE-Aktien mit einem Platz auf der "Conviction Buy List" die Stange hält. Eines seiner Argumente: Die Ökostrom- und Netztochter Innogy bleibe trotz der Enttäuschung ein Übernahmekandidat. Zuletzt hatte es etwa Spekulationen gegeben, wonach RWE bereits mit dem italienischen Energiekonzern Enel über einen Anteilsverkauf gesprochen haben könnte.

Ein Händler schloss jedoch nicht aus, dass beide Aktien unter Druck bleiben: "Vor allem die Gewinnprognose von Innogy für das kommende Jahr war sehr schlecht, sie lag um 15 Prozent unter der Konsensschätzung". Auf dieser Gewinnkennziffer basiere zudem die Dividende, die RWE  von ihrer Tochter Innogy erhalte.

Die Societe Generale stufte derweil RWE (Kurswerte anzeigen) von "Buy" auf "Hold" ab und senkte das Kursziel von 22,90 auf 18,80 Euro. Gleichzeitig bestätigte die französische Bank die Innogy-Aktien mit "Hold", reduzierte das Kursziel aber von 38 auf 32,70 Euro.

Verfallstag am Freitag

Vor dem großen Verfall an der Termin- und Optionsbörse Eurex an diesem Freitag dürfte sich am deutschen Kassamarkt nicht mehr viel tun. "Der bevorstehende große Verfall lässt kaum Spielraum für größere Schwankungen", schrieb Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel am Donnerstag. Die technischen Indikatoren für den Dax seien unter dem Strich gegenwärtig neutral.

Dow Jones schließt auf Rekordhoch

Nach der Zinserhöhung schlossen die New Yorker Börsen nur wenig verändert. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 24.585 Punkten auf Rekordniveau. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2662 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite legte 0,2 Prozent auf 6875 Punkte vor.

In Tokio lag der 225 Werte umfassende Nikkei am Donnerstag 0,3 Prozent im Minus. Der MSCI Asia Pacific legte dagegen 0,2 Prozent zu.

Steinhoff-Aktie weiterhin Spielball der Spekulanten

Die im MDax  notierten Aktien von Steinhoff (Kurswerte anzeigen) schwanken nach ihrem jüngsten Erholungsversuch weiter stark. Im Zuge des Bilanzskandals samt Abgang des Chefs und Abstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's hatte die Aktie binnen einer Woche zwischenzeitlich fast 82 Prozent an Wert verloren, sich zuletzt aber leicht erholt.

Inzwischen prüft die südafrikanische Finanzaufsicht mögliche Fälle von Insiderhandel und auch die Börse in Johannesburg nimmt den Kursverlauf unter die Lupe.

In der vergangenen Woche hatte der nach Ikea weltweit zweitgrößte Möbelkonzern mehr als 80 Prozent an Börsenwert eingebüßt. Steinhoff steht unter dem Verdacht der Bilanzfälschung.

Bitcoin bei rund 16.000 US-Dollar - Yellen warnt

Die Digitalwährung Bitcoin  schwankt weiterhin um die Marke von 16.000 US-Dollar. Nach der Kursrally der vergangenen Wochen hat die Kryptowährung in den vergangenen zwei Tagen minimal nachgegeben.

Die Vorsitzende der US-Notenbank, Janet Yellen, hat Anleger unterdessen vor der Digitalwährung Bitcoin  gewarnt. Der Bitcoin sei eine "hoch spekulative Anlageform", sagte Janet Yellen am Mittwoch auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung der Fed. Ihrer Einschätzung nach ist der Bitcoin keine stabile Wertanlage. Daran ändert auch die Einführung von Bitcoin-Futures an den Terminbörsen nichts.

Investoren können mit Futures auf steigende oder fallende Bitcoin-Kurse setzen. Mit dem Future macht die einst nur von Computerexperten genutzte Digitalwährung einen großen Schritt in Richtung des klassischen Finanzmarkts machte - weitere Produkte folgen bald. So gibt es bald auch einen Terminkontrakt an der Chicago Mercantile Exchange (CME), der größten Terminbörse der Welt.

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Mynd

Euro weiter über 1,18 Dollar - Zinserhöhung war erwartet worden

Der Euro  hat am Donnerstag im frühen Handel seine Vortagesgewinne infolge der Zinsentscheidung in den USA weitgehend gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1825 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1736 (Dienstag: 1,1766) Dollar festgesetzt.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch ihren Leitzins wie erwartet zum dritten Mal im laufenden Jahr angehoben und auch im kommenden Jahr drei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Zinserhöhungen in den USA stützen normalerweise den Dollar. Da der Zinsschritt aber weithin erwartet worden war, hatte der Dollar bereits in den vergangenen Tagen deutlich gegenüber dem Euro zugelegt.

Die scheidende Notenbankchefin Janet Yellen sieht unter ihrem künftigen Nachfolger Jerome Powell eine Kontinuität bei der Fortsetzung der langsamen Zinserhöhungen. Hinweise auf ein schnelleres Straffungstempo gab es nicht.

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