Börse Coba-Aktien rücken an Dax-Spitze

Schwache Handelsvorgaben aus den USA bremsen den Dax. BASF hat zwar gute Zahlen vorgelegt, doch Anleger sind offenbar mit dem Ausblick nicht zufrieden. Die Commerzbank bereitet sich offenbar auf ein mögliche Übernahme vor - die Aktien steigen an die Spitze des Dax.
An der New York Stock Exchange schloss der Dow Jones am Montag im Minus - also nur mäßige Handelsvorgaben für den Dax

An der New York Stock Exchange schloss der Dow Jones am Montag im Minus - also nur mäßige Handelsvorgaben für den Dax

Foto: Mark Lennihan/ AP/dpa

Die Stimmung an der deutschen Börse bleibt verhalten. Der Dax  kämpfte am Dienstag wieder mit der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Punkten. Den Handel startete er kaum verändert bei 12.999 Zählern. "Angesichts der Flut von Unternehmenszahlen in den kommenden Tagen und der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag zeigen sich die Anleger weiterhin zurückhaltend", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Aktien der Commerzbank  setzten sich nach erneuten Übernahmegerüchten mit einem Plus von 2,4 Prozent an die Spitze des Dax. Nach einem Bericht der "FT" hat die Coba Berater von Goldman Sachs für den möglichen Übernahmefall enagiert.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien von BASF  mit einem Kursverlust von 1,2 Prozent. Der Chemiekonzern verdiente zwar im vergangenen Quartal mehr. Händlern zufolge waren Investoren aber enttäuscht, dass BASF die Jahresprognose nicht angehoben hat. BASF  hatte heute morgen die Zahlen für das dritte Quartal berichtet. Demnach kletterte der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten wie von Analysten erwartet um 16 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von gut 1,3 Milliarden Euro hängen. Das war ein Plus von 50 Prozentim Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Euro.

Die Musik spielte vor allem in den hinteren Börsenreihen. Im MDax  zogen die Aktien von Covestro um 5,4 Prozent an, nachdem der Kunststoffhersteller weitere Aktienrückkäufe in Aussicht gestellt hat. Eine Gewinnwarnung schlug die Aktionäre von Fuchs Petrolub in die Flucht, die Titel des Schmierstoff-Herstellers brachen um sieben Prozent ein.

Im TecDax  schossen die Titel von Morphosys  um 8 Prozent nach oben. Das Biotechunternehmen kommt in den USA mit einer Studie für Antikörper zur Behandlung von Blutkrebs voran.

Im Fokus dürften auch die Aktien der Deutschen Börse  stehen. Börsenchef Carsten Kengeter hat in der Affäre um mutmaßliche Insidergeschäfte einen juristischen Rückschlag erlitten. Das Frankfurter Amtsgericht will weiter gegen ihn ermitteln und lehnte eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldzahlung von 500.000 Euro ab, wie der Konzern am Montagabend mitteilte. Die weitergehenden Ermittlungen könnten von einer Einstellung des Verfahrens bis hin zur Anklageerhebung führen.

In Berlin treffen sich CDU, CSU, FDP und Grüne erstmals zu einer inhaltlichen Sondierung über eine Jamaika-Koalition. Nach der konstituierenden Sitzung des Bundestages kommt das Quartett am Abend (18 Uhr) in einer kleinen Runde zusammen, um über die Themen Finanzen und Steuern sowie Europa zu reden. Auf der Konjunkturseite stehen unter anderem die Einkaufsmanagerindizes des Markit-Insituts für Oktober in den Terminkalendern.

An der Wall Street beendete der Dow Jones  die Sitzung 0,2 Prozent tiefer bei 23.273 Zählern. Der breiter gefasste S&P500 fiel um 0,4 Prozent, während der Nasdaq 0,6 Prozent verlor. Vor allem ein Kurseinbruch des Siemens-Rivalen General Electric  schlug auf die Stimmung.

Der Euro in Dollar  hat sich am Dienstag von seinen Kursverlusten vom Wochenstart erholt. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1760 US-Dollar und damit etwas mehr als am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1740 Dollar festgesetzt.

In Tokio zog der Nikkei  am Dienstag um 0,2 Prozent auf 21.747 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,1 Prozent auf 3383 Punkte.

Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax, Dow und weitere Indizes in Echtzeit 

Rei/Reuters