Börse Dow auf Rekordhoch, Dax nimmt neuen Anlauf

Der Dax nimmt einmal mehr die Marke von 13.000 Punkten in Angriff. Die Versorger-Aktien RWE und Eon legen deutlich zu. An der Wall Street erreicht der Dow Jones ein neues Rekordhoch.
Neuer Anlauf: Der Dax notiert knapp unter 13.000 Zählern

Neuer Anlauf: Der Dax notiert knapp unter 13.000 Zählern

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Und noch ein Anlauf auf 13.000 Punkte: Der Dax  kletterte am Mittwoch Nachmittag nach verhaltenem Start um 0,2 Prozent auf 12.970 Punkte und nimmt damit einmal mehr die nächste runde Rekordmarke ins Visier, die bereits am Donnerstag im frühen Handel fallen könnte. Zu den größten Gewinnern gehörten am Nachmittag die Aktien von Eon und RWE , die jeweils rund 3 Prozent zulegten. Für Unterstützung sorgte am Nachmittag der fortgesetzte Rekordlauf an der Wall Street.

Der feste Euro , der wieder über 1,18 US-Dollar notiert, bremste den Dax jedoch etwas. Ein hoher Wechselkurs verschlechtert die Absatzchancen der Exportbranche.

Katalonien-Knall bleibt aus - Spaniens Börse im Plus

Die De-Eskalation in der Krise um Katalonien hat Börsianer am Mittwoch aufatmen lassen. "Anleger gehen davon aus, dass Spanien zwar schwierige politische Zeiten bevor stehen, aber das sich das Land irgendwie durchwurstelt", sagte Analyst Laith Khalaf vom Broker Hargreaves Lansdown. Der in den vergangenen Tagen gebeutelte spanische Leitindex legte 1,3 Prozent zu, vor allem Finanztitel waren gefragt.

Der katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont verzichtete darauf, die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region von Spanien auszurufen und schlug stattdessen Verhandlungen mit der Zentralregierung vor. Diese bereitete dagegen eine mögliche Absetzung der separatistischen Regionalregierung in Barcelona vor.

Dow Jones und Nasdaq jeweils auf Rekordniveau

Die Wall Street hat am Mittwoch ihren Rekordlauf fortgesetzt. Vom später anstehenden Protokoll der US-Notenbank (Fed Minutes) zur September-Sitzung könnten die Anleger kaum Hinweise mit Blick auf die künftige Geldpolitik erwarten, schrieb Marktexperte Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Eine Zinserhöhung im Dezember erscheine sehr wahrscheinlich, aber schon weitgehend eingepreist.

Zuletzt notierte der Dow Jones  0,1 Prozent im Plus bei 22.840 Punkten. Bereits am Vortag hatte der US-Leitindex ebenso wie der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 mit einem Rekordstand seine Klettertour fortgesetzt.

Warten auf Zahlen der US-Banken

Potenziell kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es zunächst nicht. Spannender dürfte es am Donnerstag werden, wenn mit JPMorgan und Citigroup  zwei große US-Banken über ihre Geschäftsentwicklung im dritten Quartal berichten.

Die Aktien des Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson gewannen nach einer positiven Studie vorbörslich rund ein halbes Prozent. Die Pharmasparte sei unterbewertet, begründete Jeffrey Holford vom Analysehaus Jefferies seine neue Kaufempfehlung. Seine mittelfristigen Schätzungen für den Konzernumsatz und den Gewinn je Aktie lägen klar über den durchschnittlichen Marktprognosen.

Lufthansa fällt von Rekordhoch zurück

Unter den Einzelwerten im Dax stehen auch die Aktien der Lufthansa  weiter im Blick, nachdem sich die Fluggesellschaft und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nach jahrelangen Auseinandersetzungen und 14 Streikrunden am Dienstagabend auf neue Tarifverträge geeinigthatten. Nun müssen noch die VC-Mitglieder in einer erneuten Urabstimmung zustimmen. Die Aktie testete am Mittag ein Rekordhoch, fiel im späten Handel jedoch etwas zurück.

BASF im Dax unter Druck

Die Aktien von BASF  waren Schlusslicht im Dax mit minus 0,52 Prozent. Der Chemiekonzern hat über einen Monat hinweg ein belastetes Kunststoffgrundprodukt für Möbel und Matratzen ausgeliefert. Inzwischen wurden die Verkäufe gestoppt und die Kunden informiert.

Unterdessen hob die Südzucker-Tochter Cropenergies ihre Jahresprognose leicht an. Cropenergies, dessen Entwicklung sich auch immer an den zuletzt stark schwankenden Ethanolpreisen orientiert, hatte zuletzt im Juni den Ausblick hochgesetzt. Auf Tradegate zogen Cropenergies um 3,7 Prozent an und Südzucker  stiegen um 1,2 Prozent.

Euro steigt auf Monatshoch

Der Euro  hat am Mittwoch mit Kursgewinnen auf die jüngste politische Entwicklung in der spanischen Region Katalonien reagiert. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1858 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand in diesem Monat. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1830 (Dienstag: 1,1797) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8453 (0,8477) Euro.

Der katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont hatte den Abspaltungsprozess der Region von Spanien "für einige Wochen" auf Eis gelegt, um einen Dialog mit der Zentralregierung in Madrid zu ermöglichen. Marktbeobachter sprachen von Hinweisen auf eine Entschärfung des Katalonien-Konflikts. "Wäre die Situation eskaliert, wären weitgehendere Konsequenzen für den Euroraum nicht auszuschließen gewesen", sagte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.

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