Börsenschluss WPP schockt Medien-Aktionäre

Gut war gestern - Dax-Anleger hielten sich am Mittwoch wieder zurück. Der starke Euro und das nahende Notenbanker-Treffen ließen die Investoren vorsichtig agieren. Medienwerte rutschten nach einer schlechten Marktprognose der Werbeagentur WPP deutlich ab. WPP-Aktien selbst brachen zweistellig ein.

Der feste Euro  hat zur Wochenmitte die Kurse am deutschen Aktienmarkt gebremst. Nach kräftigen Zugewinnen am Vortag gab der Dax  um 0,45 Prozent auf 12.174 Punkte nach. Der Eurokurs stieg am Mittwochnachmittag erneut über die Marke von 1,18 US-Dollar.

Zudem überwog vor dem Beginn der Notenbankkonferenz an diesem Donnerstag in Jackson Hole in den USA die Zurückhaltung an den Aktienbörsen. "Die Zentralbanker werden dort untersuchen, ob die niedrige Inflation ein Problem darstellt und wie darauf reagiert werden kann", schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets in einem Marktkommentar.

Der MDax  gab um 0,11 Prozent auf 24918 Punkte nach, der Technologiewerte-Index TecDax  verlor 0,31 Prozent auf 2267 Zähler. Der EuroStoxx50 schloss 0,49 Prozent niedriger bei 3438 Punkten.

Düsterer WPP-Ausblick zieht Medienaktien nach unten

Ein verdüsterter Umsatzausblick des britischen Werbekonzerns WPP (Kurswerte anzeigen) ließ bei den Medientiteln wieder Ängste vor einem schwachen Branchenumfeld hochkochen. So knickten die Papiere von ProSiebenSat.1 (Kurswerte anzeigen) als Dax-Schlusslicht um 3,7 Prozent ein. Die Aktien des Konkurrenten RTL  fielen um 1,6 Prozent und von Axel Springer (Kurswerte anzeigen)um 1,4 Prozent. Papiere des Werbedienstleisters Ströer rutschten um 2,7 Prozent an das MDax-Ende.

Die Aktien von WPP (Kurswerte anzeigen) selbst brachen in der Spitze um bis zu 11 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seit 19 Jahren. Im Sog von WPP rutschten Titel des Rivalen Publicis in Paris um 3,2 Prozent ab.

Aktien von K+S profitierten von abermaligen Spekulationen über ein Interesse eines Finanzinvestors und gewannen an der MDax-Spitze 4,4 Prozent. Händler verwiesen auf einen Pressebericht, wonach der aktivistische Hedgefonds Elliott ein Auge auf den Dünger- und Salzkonzern geworfen haben soll.

Die Aktien von TAG Immobilien  reagierten mit einem Minus von 1 Prozent auf die Kapitalpläne des Unternehmens. Die Immobiliengesellschaft hat sich mit einer fünf Jahre laufenden Wandelanleihe im Volumen von 277 Millionen Euro frisches Geld beschafft.

Spanische Medienspekulationen um einen baldigen Wechsel des Offensivspielers Ousmane Dembele von Borussia Dortmund  zum FC Barcelona für 130 Millionen Euro trieben den BVB-Kurs um 2,6 Prozent auf den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Vortag auf 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 141,48 Punkte. Der Bund-Future stieg am frühen Abend um 0,4 Prozent auf 164,77 Punkte. Für einen Euro wurden 1,1805 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1799 (Dienstag: 1,1771) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8475 (0,8495) Euro.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.