Dax fällt weiter Dow auf Rekordhoch, Euro steigt weiter, Tesla rutscht ab

Der Dax gibt zu Beginn der neuen Woche weiter nach. In den USA markiert der Dow Jones ein neues Rekordhoch. Die Aktie von Tesla gerät nach der Vorstellung des Model 3 dagegen unter Druck.

Der Dax  hat seine Talfahrt zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt. Der deutsche Leitindex fiel am Montag bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) um 0,37 Prozent auf 12.118 Punkte. In der vergangenen Woche war der Dax  bereits auf den tiefsten Stand seit April gefallen. Vor allem der starke Eurokurs hatte zuletzt belastet. Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von BASF , RWE  und Eon. Dagegen gaben Deutsche Bank, VW und Continental weiter nach.

Die anderen deutschen Aktienindizes gerieten ebenfalls unter Druck: Der MDax , in dem mittelgroße Unternehmen abgebildet sind, verlor zuletzt 0,5 Prozent. Der Technologiewerte-Index TecDax  notierte dagegen zum Vorwochenschluss kaum verändert.

Dow Jones erreicht Rekordhoch, Tesla rutscht ins Minus

Der Wall-Street-Index Dow Jones  hat am Montag erneut Rekordhöhen erreicht. Zuletzt notierte der Index 0,3 Prozent höher bei 21.900 Punkten. Der Dow war vor dem Wochenende der einzige wichtige Index, der bei 21 841 Punkten ein neues Hoch erreichte. Auf Wochensicht verbuchte er letztlich dann ein Plus von etwas mehr als einem Prozent.

Dagegen gab die Aktie des US-Eltektroautobauers Tesla (Kurswerte anzeigen) am Montag im frühen Handel um rund 2 Prozent nach. Tesla hatte am Wochenende die ersten 30 Exemplare des Model 3 an Mitarbeiter ausgeliefert - nun erwartet Tesla-Chef Elon Musk in den kommenden Monaten eine "Höllentour" bei der Produktion. Auch die Papiere von Google  , Amazon  und Apple  rutschten zuletzt ins Minus.

Ölpreis wieder über 50 US-Dollar

Während es nur wenig Impulse seitens einzelner US-Konzerne durch die Vorlage von Geschäftsberichten geben dürfte, könnten eher der Ölpreis sowie die Stimmung unter den Einkaufsmanagern der Region Chicago im Juli und Daten vom Häusermarkt aus dem Monat Juni in den Blick rücken.

Nachdem der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI zur Lieferung im September zeitweise erstmals wieder seit Mai über die Marke von 50 Dollar gestiegen war, kam es zuletzt wieder zu einer leichten Gegenbewegung. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und andere wichtige Ölstaaten, die gemeinsam eine Reduzierung der Fördermenge beschlossen hatten, wollen sich wohl am 7. und 8. August in Abu Dhabi erneut zusammensetzen. Dabei soll es um die Frage gehen, warum einige Förderländer die vereinbarte Produktionskürzung nicht vollständig umsetzen. Das trug laut Händlern zum Anstieg der Ölpreise bei.

Spannungen zwischen USA und Russland

Nach den Kursverlusten der vergangenen Woche haben einige Anleger am Montag die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in die europäischen Börsen genutzt. Die wachsenden Spannungen zwischen Russland und den USA sowie die Nordkorea-Krise schlugen ihnen jedoch etwas auf die Stimmung.

Euro auf 30-Monats-Hoch

Der Euro in Dollar  stieg am Nachmittag zeitweise auf bis zu 1,1791 Dollar und blieb damit auf Tuchfühlung mit seinem Zweieinhalb-Jahres-Hoch aus der Vorwoche. Die Kursentwicklung sei aber eher der Schwäche der US-Währung geschuldet, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Viele Investoren seien enttäuscht, dass US-Präsident Donald Trump wegen der Querelen innerhalb der Regierung bislang keines seiner Wahlversprechen eingelöst habe. "Der siebte Monat der Trump-Präsidentschaft fühlt sich an wie das verflixte siebte Jahr in der Ehe." Trump hatte am Freitag seinen Stabschef Reince Priebus entlassen und durch den bisherigen Heimatschutzminister John Kelly ersetzt.

US-Jets überfliegen Nordkorea

Kopfschmerzen bereitet Anlegern auch die Lage auf der koreanischen Halbinsel. Nordkorea hatte am Freitag eine Interkontinentalrakete getestet, die Experten zufolge die US-Westküste erreichen kann. Die USA verstärken daher den Druck auf China, den letzten Verbündeten des isolierten kommunistischen Landes.

Am Rohstoffmarkt kletterte der Preis für Kupfer um bis zu 1,7 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 6430 Dollar je Tonne. Börsianern zufolge profitierte das Industriemetall von ermutigenden chinesischen Konjunkturdaten, die auf einen anhaltenden Boom des dortigen Bausektors hindeuten. China ist der weltgrößte Abnehmer für Kupfer.

US-Zukauf beflügelt Evotec

Bei den Aktien von HSBC griffen Investoren ebenfalls zu und hievten diese auf ein Vier-Jahres-Hoch von 772 Pence. Die britisch-asiatische Großbank verdiente im ersten Halbjahr vor Steuern mit 10,2 Milliarden Dollar überraschend viel. "Aber mehr als alles andere bejubelt der Markt die zusätzlichen Aktienrückkaufe im Volumen von zwei Milliarden Dollar", betonte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital.

Gefragt waren auch Evotec, die sich um bis zu sieben Prozent verteuerten. Analystin Klara Fernandes von der Berenberg Bank bezeichnete die etwa 256 Millionen Euro schwere Übernahme des US-Dienstleisters Aptuit als sinnvoll. Sie werde sich vom ersten Tag an positiv auf Umsatz und Gewinn auswirken.

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