Sonntag, 16. Juni 2019

Börse Dax leicht erholt, Öl und Goldpreis unter Druck

Wall Street in New York: Sitz der New York Stock Exchange
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Wall Street in New York: Sitz der New York Stock Exchange

Mit Rückenwind aus Asien und den USA ist der Dax höher in die neue Woche gestartet. Robuste Daten vom US-Arbeitsmarkt hatten für Zuversicht gesorgt. Doch Anleger bleiben vorsichtig.

Leichte Erholung: Nachdem sich der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen in der vergangenen Woche leicht erholt hatte, baute er seine Kursgewinne am Montag weiter aus und notierte zuletzt 0,3 Prozent im Plus bei 12.431 Punkten. Unterstützung kam von den Börsen aus Übersee, von starken deutschen Außenhandelsdaten sowie leichten Verlusten des Euro.

Dennoch ist der Dax Börsen-Chart zeigen weiterhin charttechnisch angeschlagen. In der letzten Juni-Woche war er um mehr als 3 Prozent abgesackt, hatte dann die erste Juli-Woche aber mit einem kleinen Plus beendet. Der MDax Börsen-Chart zeigen gewann am Montagmittag 0,47 Prozent auf 24.688 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen ging es um 0,61 Prozent auf 2233 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen stieg um 0,24 Prozent.

US-Jobdaten wirken nach

Die im Juni unerwartet starke Zunahme der Beschäftigung in den USA hatte am Freitagabend der Wall Street leichten Auftrieb gegeben, wovon zum Wochenstart auch die Börsen Asiens und Europas profitierten. Als gut für die Stimmung wertete ein Händler zudem den G20-Gipfel in Hamburg: "Das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi hat mit einem positiven Ton geendet", sagte er. Damit könne die Sorge um Handelsrestriktionen ein wenig aus den Märkten weichen.

Überdies nahm der deutsche Außenhandel überraschend stark an Fahrt auf. Im Mai waren die Exporte im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 1,4 Prozent gestiegen, während Volkswirte nur einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet hatten.

Wall Street kaum verändert

Nach der soliden Kursentwicklung vor dem Wochenende dürfte es den US-Börsen zu Wochenbeginn erst einmal an weiteren Impulsen mangeln. Zuletzt notierte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen nahe seines Standes vom Freitag bei 21.400 Punkten erwartet.

Neuer Aufschluss in puncto Geldpolitik ist ebenfalls erst zu erwarten, wenn Fed-Chefin Yellen am Mittwoch vor dem Kongress spricht. Eine dritte Zinserhöhung noch in diesem Jahr gilt am Markt weiter als wahrscheinlich, auch wenn vom jüngsten Arbeitsmarkt eher gemischte Signale für die US-Zinspolitik gesendet wurden. Auch wichtige Konjunkturdaten stehen derweil am Montag nicht auf der Agenda.

Die am Freitag verspürte Erholung bei Technologiewerten dürfte derweil am Montag branchenweit einmal mehr auf die Probe gestellt werden. Im Gegensatz zu Intel sind die Indikationen für einige Konkurrenten im Chipbereich aber positiv: Nvidia und Xilinx etwa liegen vorbörslich mit bis zu 2 Prozent im Plus, weil Jefferies die Intel-Konkurrenten bei wichtigen Zukunftstechnologien im Vorteil sieht.

Aktien von Abercrombie & Fitch sackten dagegen vorbörslich um fast 12 Prozent ab, weil die Textilhandelskette die zuletzt geführten Gespräche mit Übernahmeinteressenten für beendet erklärte. Die Aktie war zuletzt von Übernahmespekulation angetrieben worden.

Volkswagen wegen Abgasskandal im Fokus

Unter den Einzelwerten rückte als eines der schwächsten Papiere Volkswagen Börsen-Chart zeigen in den Blick. Die Aktie gab um 0,5 Prozent nach. Das Interesse drehte sich in erster Linie wieder um die Frage, was der frühere VW-Chef Martin Winterkorn wann von den Diesel-Manipulationen wusste. Die Lesart von Volkswagen, dass Winterkorn erst im September 2015 davon erfahren habe, wird angezweifelt. Laut "Bild am Sonntag" wusste er schon zwei Monate früher Bescheid. VW wollte sich dazu nicht äußern und Winterkorn war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sollte "Bild" Recht behalten, steigen Händlern zufolge die Chancen, dass Investoren ihre Schadenersatzforderungen wegen erlittener Kursverluste gegen VW erfolgreich durchsetzen können.

Im TecDax brachen die Anteile von GFT Technologies Börsen-Chart zeigen um etwas mehr als 12 Prozent ein. Der IT-Dienstleister für die Finanzbranche hatte seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2017 gesenkt, was die Anleger nach dem Kapitalmarkttag vor gerade einmal zwei Wochen kalt erwischte.

Die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA Börsen-Chart zeigen sowie der Reederei Hapag-Lloyd zogen wegen einer neuen Milliardenübernahme unter den weltgrößten Container-Reedereien Aufmerksamkeit auf sich. Die chinesische Reederei Cosco will ihre Rivalin Orient Overseas International aus Hongkong für umgerechnet 5,5 Milliarden Euro schlucken. Während die Hapag-Titel im SDax Börsen-Chart zeigen um knapp 4 Prozent stiegen, rückten die von HHLA um 1,4 Prozent vor. "Mehr Konzentration unter den Container-Reedereien dürfte helfen, dass sich die Frachtraten wieder erholen, dürfte aber zugleich die Häfen belasten", kommentierte ein Händler.

Eon und Brenntag nach Studien gefragt

Analystenurteile der britischen Bank HSBC gaben den Aktien von Eon Börsen-Chart zeigen und Brenntag Börsen-Chart zeigen spürbar Auftrieb. Eon-Papiere waren mit plus 2,4 Prozent Spitzenreiter im Dax, während die des Konkurrenten RWE Börsen-Chart zeigen im Schlepptau um 1,3 Prozent stiegen. Brenntag legten im Index der mittelgroßen Unternehmen um 1,8 Prozent zu. Die Erstattung der Atomsteuer bringe dem Versorger Eon zusätzlichen Spielraum, schrieb Analyst Adam Dickens und hob seine Bewertung gleich um zwei Stufen von "Reduce" auf "Buy" an. Nach dem jüngsten Kursrückschlag sieht er nun gute Einstiegschancen.

HSBC-Analyst Rajesh Kumar hob unterdessen seine Umsatzerwartungen für den Chemikalienhändler Brenntag für 2018 an und begründete dies mit einer besseren Preis- und Volumenentwicklung. Die Papiere des MDax-Unternehmens stufte er zugleich von "Hold" auf "Buy" hoch.

Im SDax wurde am Morgen darüber hinaus der Aktiensplit des Leasing-Spezialisten Grenke wirksam. Die Aktionäre erhielten für eine Aktie zwei zusätzliche. Entsprechend drittelt sich der Kurs.

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