Dax nahe 13.000 Punkten Dax rutscht nach Rekordhoch wieder ab

Dax und MDax erreichen am Dienstag jeweils ein Rekordhoch. Anschließend machen Anleger jedoch Kasse und nehmen Gewinne mit. Auch der weltweite Index MSCI World notiert so hoch wie nie zuvor.
Börse in Frankfurt

Börse in Frankfurt

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Gewinnmitnahmen nach dem Rekordhoch: Der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) erreichte am Dienstag Vormittag ein Rekordhoch bei 12.960 Zählern. Anschließend setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein: Anleger machten Kasse, der Dax fiel bis zum Xetra-Schluss um 0,6 Prozent und schloss bei 12.814 Zählern. Zwar bleibt die Stimmung an der Börse gut, die Jagd auf die nächste runde Marke von 13.000 Zählern dürfte sich jedoch angesichts der gestiegenen Nervosität jedoch weiter hinziehen.

Seit Jahresbeginn hat der Leitindex Dax  rund 12 Prozent an Wert gewonnen. Beim MDax  sind es sogar knapp 15 Prozent. Zu den Gewinnern in Dax  und MDax zählten am Morgen ProSiebenSat.1 , Eon , Osram  und Evonik.

Auch global bleibt die Stimmung unter Investoren gut. Der MSCI -Weltindex notierte mit 469,75 Zählern ebenfalls so hoch wie noch nie. Der EuroStoxx50 legte 0,2 Prozent auf 3586 Stellen zu.

"Die Weltwirtschaft befindet sich erstmals seit der Finanzkrise auf einem robusten, synchronen Wachstumspfad", sagte Christian Heger, Chef-Anleger der HSBC-Vermögensverwaltung. "Allerdings wachsen die Bäume nicht in den Himmel." Nach der Rally der vergangenen Monate sei das Risiko von Rückschlägen gestiegen.

Unsicherheitsfaktoren seien die wirtschaftliche Entwicklung in China, die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump und der Brexit.

Brexit: Erster Schritt auf einem langen Weg

Letzterer beschäftigt Börsianer derzeit besonders, nachdem am Montag die Gespräche über die Bedingungen für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU aufgenommen wurden. "Der Verlauf des ersten Verhandlungstages deutet auf einen weichen Brexit hin", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Das sorgt bei den Nerven vieler Investoren zunächst einmal für Beruhigung. Dennoch werden wir lange auf konkrete Ergebnisse warten müssen." Bei einem "weichen" Brexit behält Großbritannien den Zugang zum EU-Binnenmarkt. Dies würde die Belastungen für die Wirtschaft des Landes begrenzen.

Ölpreis fällt zweiten Tag in Folge

Erneut bergab ging es dagegen mit dem Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Öl WTI büßten jeweils mehr als zwei Prozent ein. Mit 45,85 und 43,22 Dollar je Barrel (159 Liter) waren beide so billig wie zuletzt vor etwa sieben Monaten. Börsianer verwiesen auf das anhaltende Überangebot, obwohl das Exportkartell Opec und einige andere Staaten ihre Förderbremse im Mai verlängert hatten.

Börsengang von Delivery Hero stützt Rocket Internet

Am deutschen Aktienmarkt gehörten Rocket Internet  mit einem Kursplus von 4,5 Prozent zu den Favoriten. Anleger hoffen auf einen erfolgreichen Börsengang der Beteiligung Delivery Hero. Gut eine Stunde nach dem Beginn der Zeichnungsfrist gab es Investmentbankern zufolge bereits genügend Gebote für alle angebotenen bis zu 39 Millionen Aktien des Lieferdienstes. Interessenten können die Papiere bis zum 28. Juni zu einem Preis von 22 bis 25,50 Euro zeichnen.

Auch Wall Street auf Rekordhoch

"Allein das Ausbleiben schlechter Nachrichten reicht aktuell, um Investoren zum Kaufen zu bewegen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Börsianer warnten aber deshalb vor einem Rückschlag. "Vor dem wichtigen Widerstand bei 13.000 Punkten könnten viele Anleger den Wunsch nach Gewinnmitnahmen erliegen, was die Rally entsprechend bremsen würde", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Berliner Brokerhaus AxiTrader.

Am Montag waren sowohl der US-Leitindex Dow Jones  , als auch der marktbreite S&P-500-Index so hoch gestiegen wie niemals zuvor. Ebenfalls wichtig für die Anlegerstimmung ist aber, dass die zuletzt unter Druck geratenen Technologiewerte eine deutliche Erholung schafften.

Einer der größten Gewinner im Dax waren die Aktien von ProSiebenSat.1  mit einem Kursplus von 2 Prozent. Der Medienkonzern verkaufte das Online-Reisebüro Etraveli an den Finanzinvestor CVC

Höhere Zinsen in USA: Dollar steigt zum Euro auf Drei-Wochen-Hoch

Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben dem Dollar am Dienstag weiter Auftrieb gegeben. Der Dollar-Index, der den Wert des "Greenback" im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen misst, stieg um 0,1 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 97,62 Punkten. Bereits am Montag hatte der Dollar zugelegt, nachdem der einflussreiche Fed-Banker William Dudley sich positiv über die amerikanische Wirtschaft geäußert hat. Der robuste Arbeitsmarkt werde zu Lohnwachstum und einer anziehenden Inflation führen und dies erlaube der Fed ihre Geldpolitik allmählich weiter zu straffen.

Die US-Notenbank hatte vergangene Woche die Zinsen auf eine Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent erhöht und für dieses Jahr einen weiteren Schritt nach oben angekündigt. Die Wirtschaft in den USA brummt, die Arbeitslosigkeit lag zuletzt bei 4,8 Prozent - für die Fed ist damit das Ziel der Vollbeschäftigung erreicht.

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