Börse Amazon-Aktie erstmals über 1000 Dollar

Der Dax pendelt um seinen Vortagesschluss. Gute Nachrichten des Billigfliegers Ryanair treiben die Papiere der Lufthansa mit an. An der Nasdaq knackt die Aktie von Amazon erstmals die Marke von 1000 Dollar.
Kursrakete: Die Aktie von Amazon hat die Marke von 1000 US-Dollar geknackt. Jeff Bezos ist damit zweitreichster Mann der Welt

Kursrakete: Die Aktie von Amazon hat die Marke von 1000 US-Dollar geknackt. Jeff Bezos ist damit zweitreichster Mann der Welt

Foto: DPA/ Blue Origin

Nachlassende Spekulationen auf ein nahendes Ende der EZB-Geldflut hat dem Euro am Dienstag zugesetzt. Außerdem bereitete Investoren die Diskussion um die finanzielle Zukunft Griechenlands und um baldige Neuwahlen in Italien Kopfschmerzen. Der Euro  verbilligte sich zeitweise um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1110 Dollar. Der Dax  kam wie schon zu Wochenbeginn kaum vom Fleck und notierte am frühen Nachmittag 0,2 Prozent schwächer bei 12.601 Punkten. Der EuroStoxx 50  büßte 0,6 Prozent auf 3557 Zähler ein.

Die Schweizer Investmentbank UBS sieht trotz des jüngsten Rekordlaufs des deutschen Leitindex das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Auch mit einem größeren Rückschlag rechnet der Chefanlagestratege für Deutschland, Maximilian Kunkel, nicht. Kunkel geht von weiter steigenden Unternehmensgewinnen aus, weshalb die Klettertour des Dax fundamental abgesichert sei. Von einer möglichen Blasenbildung sieht er den deutschen Leitindex "weit entfernt".

Wall Street: Amazon-Aktie erstmals über 1000 Dollar

Die US-Aktienmärkte sind nach dem langen Feiertagswochenende und dem jüngsten Höhenflug am Dienstag verhalten gestartet . Der Dow Jones  gab nach sieben aufwärtsgerichteten Handelstagen in Folge zunächst um 0,1 Prozent nach. Die Anfang März geknackte Rekordmarke von 21.169 Punkten bleibt damit in greifbarer Nähe.

Auch die Papiere der Nasdaq-Schwergewichte Amazon (Kurswerte anzeigen) und Alphabet  bewegen sich jeweils auf Rekordniveau. Die Aktie von Amazon knackte am Dienstag im frühen Handel erstmals die Marke von 1000 Dollar (umgerechnet 898 Euro), während die Google-Holding Alphabet zuletzt bei 997 US-Dollar notierte. Seit Jahresbeginn hat Amazon  rund 33 Prozent an Wert gewonnen. Zuletzt hatte der Online-Riese seinen Expansionskurs forciert.

Ölpreise unter Druck

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Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken. Gegen Mittag kostete ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli 49,52 Dollar und damit 28 Cent weniger als am Montag. Nach wie vor verdaut der Markt die Verlängerung der Förderbegrenzung durch das Ölkartell Opec von vergangener Woche. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern bezweifeln einige Investoren, dass die Opec die beschlossene Verlängerung konsequent umsetzen werde. Außerdem deuten jüngste Daten aus den USA darauf hin, dass die Fördermenge hier zuletzt weiter gestiegen ist.

Hauspreise in den USA steigen doppelt so schnell wie die Einkommen

In den USA sind die Konsumausgaben und die Einkommen der privaten Haushalte im April wie erwartet gestiegen. Sowohl die Einkommen als auch die Ausgaben erhöhten sich zum Vormonat um 0,4 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Der erfreuliche Konsumanstieg deutet nach dem schwachen ersten Quartal auf einen verbesserten Start ins zweite Jahresviertel hin, kommentierte Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf. Allerdings wachsen die Häuserpreise in den USA derzeit doppelt so schnell wie die Einkommen, wie aus dem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Case-Shiller-Index hervorgeht. Der Index stieg für den Monat März 5,9 Prozent - das ist der stärkste Anstieg seit drei Jahren.

Inflation geht zurück

Die Inflation in Deutschland ging im Mai auf 1,5 von zwei Prozent im Vormonat zurück und entfernte sich damit von der EZB-Zielmarke von knapp 2 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 1,6 Prozent gerechnet. Eine schnelle Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sei daher nicht zu erwarten, sagte Helaba-Analystin Viola Julien. "Dies hatte auch EZB-Chef Mario Draghi am Montag anklingen lassen."

Unterdessen wartete Griechenland auf die Freigabe weiterer Hilfszahlungen. "Die Schuldenerleichterungen sind ebenfalls nicht beschlossen", sagte Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. "Fest steht nur, dass Griechenland das Geld spätestens Anfang Juli benötigt, um Verbindlichkeiten zu begleichen."

Italien und Großbritannien von Wahlen

Unterdessen stehen die großen politischen Parteien Italiens offenbar kurz vor einer Einigung zur Reform des Wahlrechts, die als Voraussetzung für Neuwahlen gilt. Am Wochenende hatte der Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi den Tag der Bundestagswahl am 24. September als Termin ins Gespräch gebracht. "Aus Sicht des Marktes birgt die italienische Wahl die Gefahr, dass Populismus und Nationalismus wieder ins Rampenlicht rücken", warnten die Analysten der Rabobank. In Umfragen liegt die Partei "Fünf Sterne" vorn. Sie will über einen Ausstieg Italiens aus der Euro-Zone abstimmen lassen.

In Großbritannien schrumpfte der Vorsprung der Konservativen im Vergleich zur oppositionellen Labour-Partei neuesten Umfragen zufolge auf sechs Prozentpunkte. Vor zwei Wochen lag er drei Mal so hoch. Diese Entwicklung hatte dem Pfund Sterling, das am Dienstag 1,2861 Dollar kostete, in den vergangenen Tagen zugesetzt. Der Hauptgrund hierfür seien drohende interne Machtkämpfe in der Regierungspartei, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Premierministerin Theresa May könnte gezwungen sein, auf die Brexit-Hardliner in den eigenen Reihen einzugehen.

Computerpanne setzt British-Airways-Mutter zu

Nach dem verlängerten Wochenende am Londoner Aktienmarkt gehörte die British Airways-Mutter IAG mit einem Kursminus von 2,4 Prozent zu den größten Verlierern. Die von einer Computerpanne verursachten Flugausfälle der vergangenen Tage würden den Vorsteuergewinn des Konzerns voraussichtlich um 5 Prozent schmälern, rechnete Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital vor. "Viel schlimmer ist aber der Schaden für die Reputation." Außerdem befürchteten Investoren, dass Konzernchef Willie Walsh mit seinen Einsparungen überzogen habe.

Ryanair stiegen dagegen um 2,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 18,13 Euro. Der Billigflieger steigerte trotz fallender Ticketpreise den Gewinn wie erwartet um sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Zu den größten Gewinnern im Dax  gehörten erneut Aktien der Lufthansa (Kurswerte anzeigen), die seit Mitte Januar bereits mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen haben. Die Aktie der Lufthansa profitierte auch von den jüngsten Zahlen des Konkurrenten Ryanair

Großauftrag stützt Linde

Aktien von Linde  zählten am Dienstag zeitweilig zu gefragtesten Dax-Werten, gaben bis zum Nachmittag aber ihre Gewinne wieder komplett ab und notierten bei rund 171 Euro. Der Süddeutschen Zeitung zufolge erhält Linde für die Lieferung von Gasanlagen nach Russland und die Bereitstellung von mehreren hundert Ingenieuren etwa eine Milliarde Euro. Besiegelt werden soll das Geschäft an diesem Freitag in St.Petersburg.

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