Freitag, 19. Juli 2019

Börse Trump poltert und schickt Dax ins Minus

Am Freitag rutscht der Dax unter die Marke von 12.600 Punkten. Der Ölpreisrutsch sowie die Auftritte Trumps belasten. In den USA notieren Nasdaq und S&P 500 dagegen auf Rekordhoch.

Donald Trump verunsichert Dax-Anleger: Der Dax Börsen-Chart zeigen baute am Freitag bei dünnen Umsätzen seine Verluste auf 0,7 Prozent aus und fiel zeitweise unter die Marke von 12.600 Punkten. Im späten Handel konnte der deutsche Leitindex jedoch seine Verluste begrenzen und schloss nur noch minimal im Minus. Vor allem Finanzwerte wie Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Commerzbank Börsen-Chart zeigen gerieten unter Druck. Gegen den Trend legten dagegen FMC und ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen zu.

Dennoch: Die desaströsen Auftritte vonDonald Trump in Europa tragen nicht zur Kauflaune an den deutschen und europäischen Handelsplätzen bei. Zunächst beschimpfte Trump Deutschland wegen der Exportüberschüsse. Am Nachmittag trafen sich die G7-Chefs im italienischen Taormina - und auch dort dürfte Trump, der den globalen Klimawandel leugnet und Klimaschutz als Hemmnis empfindet, unangenehm auffallen.

Trump will deutsche Autobauer stoppen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bestätigte Medienberichte, wonach Trump sich über den deutschen Handelsüberschuss beschwert hatte. Allerdings sei das von Trump in keiner Weise aggressiv vorgetragen worden. Der "Spiegel" zitierte Trump laut Teilnehmern weiter mit den Worten: "Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen."

United Internet wieder mehr als 10 Milliarden Euro wert

Die wegen der geplanten Drillisch-Übernahme stark gestiegenen Aktien von United Internet Börsen-Chart zeigen kosteten erstmals seit Januar 2016 mehr als 49 Euro - damit brachte es der Internet- und Telekomkonzern auf einen Börsenwert von rund 10 Milliarden Euro. Zuletzt stand allerdings ein Minus von 0,31 Prozent auf 48,495 Euro zu Buche. Auch Drillisch gaben moderat nach. Das nun vorgelegte Angebot für das Mobilfunkunternehmen ist Teil einer größeren Transaktion, mit der United-Internet-Chef Ralph Dommermuth eine starke vierte Kraft im deutschen Markt neben den Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland schmieden will.

Ölpreise nach OPEC-Treffen auf Talfahrt

Als Stimmungsdämpfer könnte sich ein abermaliger Rutsch der Ölpreise erweisen. Diese waren bereits am Vortag auf Talfahrt gegangen, nachdem die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit dem Ausmaß ihrer fortgesetzten Förderbegrenzung enttäuscht hatte.

Konjunkturdaten aus USA und Japan

Hinzu kamen nun durchwachsene Konjunkturdaten aus Japan. Dort bleibt der Preisauftrieb trotz einer leichten Besserung in den vergangenen Monaten schwach. Am Nachmittag sollten sich die Blicke der Anleger auf Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA sowie die von der Universität Michigan ermittelte Konsumstimmung richten.

Entscheidung der OPEC sorgt für Kursverluste in Asien

Die Entscheidung der Opec, die Kürzungen bei der Erdölförderung um neun Monate zu verlängern, haben am Freitag an den asiatischen Aktienmärkten für Enttäuschung gesorgt. Investoren mieden riskantere Anlagen, die meisten Börsenindizes gaben nach. Auch der Preis für Erdöl fiel. Viele Anleger hatten auf eine längere und deutlichere Förderkürzung spekuliert.

Bis März 2018 wollen die Opec-Staaten und andere Ölexporteure die Förderung - wie schon seit Anfang dieses Jahres - weiter um 1,8 Millionen Barrel am Tag gebremst halten.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen 0,64 Prozent schwächer bei 19.686 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,57 Prozent auf 1569 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,2 Prozent.

Ölpreis fällt

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich 0,6 Prozent auf 51,14 Dollar je Fass. US-Leichtöl WTI kostete mit 48,50 Dollar 0,8 Prozent weniger. Nach der Opec-Entscheidung war es sogar um rund fünf Prozent nach unten gegangen. Da Russland und Saudi-Arabien die neun Monate Kürzungsverlängerung ein Woche zuvor angekündigt hätten, sei die Entscheidung bereits eingepreist gewesen, sagte ein Händler.

Nasdaq auf Rekordhoch, Amazon nahe 1000 Dollar je Aktie

In den USA erreichten der marktbreite S&P 500 Index sowie der Technologieindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen neue Rekordniveaus. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen legte zuletzt 0,4 Prozent zu. Auch das Index-Schwergewicht Amazon Börsen-Chart zeigen baute seine Gewinne auf zuletzt 0,6 Prozent aus und notiert mit 996 Dollar je Aktie nur noch hauchdünn unter der psychologisch wichtigen Marke von 1000 US-Dollar je Aktie. Seit Jahresbeginn hat Amazon rund 33 Prozent zugelegt, Amazon-Chef Jeff Bezos ist inzwischen der zweitreichste Mann der Welt. Mit einem Börsenwert von rund 475 Milliarden Dollar ist Amazon jedoch noch weit entfernt vom Börsen-Krösus Apple Börsen-Chart zeigen. Der iPhone Konzern bringt es auf eine Marktkapitalisierung von knapp 800 Milliarden Dollar.

US-Demokraten wollen Auskunft von Deutscher Bank über Trump-Kredite

Die Aktie der Deutschen Bank gehörte mit einem Abschlag von rund 1 Prozent zu den Verlierern im Dax. Die Demokraten im US-Kongress machen in der Debatte um angebliche Verbindungen von Präsident Donald Trump nach Russland Druck auf die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen . Sie fordern von Vorstandschef John Cryan detaillierte Aufklärung über Erkenntnisse des Instituts zu Konten seines Kunden Trump und den Krediten an den damaligen Immobilien-Unternehmer. "Der Kongress wird darüber im Unklaren gelassen, ob Kredite der Deutschen Bank an Präsident Trump von der russischen Regierung garantiert wurden oder ob sie anderweitig in Verbindung zu Russland standen", heißt es in dem Reuters vorliegenden Brief der Demokraten im Finanzausschuss des Repräsentantenhauses an Cryan.

Euro weiter bei 1,12 US-Dollar

Unterstützung lieferte die US-Notenbank (Fed), die eine zuversichtliche Konjunktureinschätzung abgegeben und einen vorsichtigeren Ton in Sachen Zinsanhebung angeschlagen hatte. Vor der zweiten Zinsanhebung in diesem Jahr will die Fed weitere Hinweise auf eine Festigung des Aufschwungs sehen, wie aus den Protokollen ihrer Sitzung von Anfang Mai hervorgeht. Viele Experten rechnen aber immer noch damit, dass die Währungshüter im Juni nachlegen werden. Die Wall Street und die asiatischen Börsen hatten nach Veröffentlichung der Protokolle fester geschlossen.

Der Euro Börsen-Chart zeigen notierte zum Dollar am Freitag kaum verändert bei 1,1200 US-Dollar. Am Dienstag hatte der Euro gegenüber dem Dollar mit 1,1268 US-Dollar noch den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren erreicht.

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