Börse Dax ringt um Gewinne - US-Börse startet im Plus

Die Aufregung um das Politchaos in den USA hat sich zu Wochenbeginn zwar etwas gelegt, doch der schwache Dollar belastet den Dax.
Börse in Frankfurt

Börse in Frankfurt

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

Der deutsche Aktienmarkt am Montag gegen Verlustdruck gekämpft und anfängliche Gewinne nicht halten können. Insgesamt hätten sich die Gemüter im Hinblick auf das Politchaos in den USA zwar wieder etwas beruhigt, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Er sieht die Märkte aber weiter auf Richtungssuche.

Am Nachmittag stand der Dax  beinahe unverändert bei 12.618 Punkten. Für den MDax (Kurswerte anzeigen) der mittelgroßen Werte ging es hauchdünn abwärts auf 24.943 Punkte bergab und der Technologiewerte-Index TecDax (Kurswerte anzeigen) gewann 0,23 Prozent auf 2222 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  sank um 0,2 Prozent auf 3576 Punkte.

Dank milliardenschwerer Rüstungsverträge mit Firmen in Saudi-Arabien haben die US-Börsen am Montag dagegen im Plus eröffnet. Dies sei auch auf die erste Auslandsreise von Donald Trump als US-Präsident und die steigenden Ölpreise zurückzuführen, sagte Analyst Peter Cardillo von First Standard Financial. Insgesamt summierte sich der Wert der Verträge rund um Rüstung und in anderen Bereichen auf rund 350 Milliarden Dollar. Die Aktien von Rüstungsfirmen legten zu.

Der Dow Jones  gewann im frühen Handel 0,3 Prozent auf 20.874 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stieg ebenfalls um 0,3 Prozent auf 2388 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 6104 Punkte zu.

Vergangene Woche hatte der Dax nach einem Rekordhoch deutlich unter Vorwürfen gegen US-Präsident Donald Trump wegen der versuchten Einflussnahme auf die Justiz und ungeklärter Verbindungen zu Russland gelitten, sich am Freitag aber wieder etwas berappelt. Doch auch in der neuen Woche bleibt die amerikanische Politik im Fokus, die zuletzt vor allem dem Euro gegenüber dem Dollar deutlich Auftrieb gegeben hatte. Dies könnte im Umkehrschluss die Exportwirtschaft der Eurozone belasten. Damit werde auch die Arbeit für die Europäische Zentralbank (EZB) mit Blick auf eine Straffung der Geldpolitik schwieriger, erklärte der Chefvolkswirt der Unicredit , Erik Nielsen.

Euro bleibt weiter stark

Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Wechselkurs haben dem Euro (Kurswerte anzeigen) einen kräftigen Schub gegeben. Die Gemeinschaftswährung kletterte am Montag um 0,4 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 1,1245 Dollar. Die Kanzlerin hatte als Grund für den hohen deutschen Exportüberschuss den niedrigen Euro genannt: "Der Euro ist zu schwach ... wegen der EZB-Politik, und damit sind deutsche Waren verhältnismäßig billig". Dies schob den Euro über die 1,12-Dollar-Marke, die er seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November vorigen Jahres nicht mehr übersprungen hatte.

mg/rtr/dpa-afx
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